Panama - Grupo L
🇵🇦 Panamás Weg nach Norden: die Marea Roja, die nicht mehr blinkt, sondern drückt
Eine Qualifikation ohne Niederlage, mit knappen Momenten und einem WM-Grupo L, der sofort Tempo verlangt
Einführung
Es gibt Teams, die reisen, um zu überleben. Und es gibt Teams, die reisen, um etwas mitzunehmen. Panamá hat in dieser Qualifikation auffällig oft nach der zweiten Kategorie gespielt: auswärts nicht klein geworden, zuhause nicht nervös. Das wirkt weniger wie ein romantischer Lauf und mehr wie ein Handwerk, das sitzt. Ein paar Spiele kippten spät, andere wurden früh angezündet – aber der rote Faden ist derselbe: Panamá lässt sich ungern aus der Spur drücken.
Der erste Eindruck ist nicht der eines Spektakels um jeden Preis, sondern der eines Teams, das seine Vorteile kennt: robuste Nullnummern, kurze Siege, und dann wieder diese Momente, in denen ein Spiel durch einen Treffer aus dem Nichts plötzlich eine klare Geschichte bekommt. In der Summe ist das ein Quali-Profil, das in CONCACAF selten schlecht altert: wenige Geschenke, wenig Übermut, viele „wir bleiben dran“-Minuten.
Wer die Zahlen in den Vordergrund schiebt, findet schnell die Kontur: In der Zweiten Runde, Gruppe D, schloss Panamá mit 12 Punkten aus 4 Spielen ab, bei 10:1 Toren und +9 Differenz. In der Dritten Runde, Gruppe A, stehen 12 Punkte aus 6 Spielen, 9:4 Tore und +5 Differenz – und vor allem: keine Niederlage. Drei Siege, drei Remis, null Ausrutscher. Das ist nicht nur eine Tabelle, das ist ein Stil.
Und die kniffligen Momente? Die standen nicht im Juni 2024, als Panamá zuhause Guyana 2:0 schlug am 6. Juni 2024 und drei Tage später „auswärts“ gegen Montserrat 3:1 gewann am 9. Juni 2024. Die Scharniere kamen später und waren enger: das 0:0 bei Surinam am 4. September 2025 als Geduldstest, das 1:1 gegen Guatemala am 8. September 2025, das bis in die Details von Torschützen und Minuten zeigt, wie schnell ein Spiel kippt. Und dann der späte Rettungsring: am 14. Oktober 2025 gegen Surinam, als Ismael Díaz in der 90+6’ das 1:1 erzwingt. Wer solche Abende übersteht, ohne den Kopf zu verlieren, sammelt mehr als Punkte.
Die WM-Bühne ist ebenfalls klar umrissen: Gruppe L, drei Spiele, zwei Austragungsorte, keine warmen Einstiegshilfe. Am 17. Juni 2026 wartet Ghana in Toronto, am 23. Juni 2026 Croacia ebenfalls in Toronto, und am 27. Juni 2026 Inglaterra im MetLife Stadium in Nueva York / Nueva Jersey. Drei Gegner mit großem Namen – aber für Panamá ist das keine Einladung zur Ehrfurcht, sondern ein Test, ob die Quali-Tugenden auch unter Flutlicht und globaler Lautstärke tragen.
Der Weg durch die Qualifikation
CONCACAFs Qualifikation, so wie sie sich in diesen Daten abbildet, zeigt für Panamá zwei Stufen mit unterschiedlichen Anforderungen: eine Zweite Runde im Gruppenformat, in der es um Durchmarsch und Tordifferenz geht, und eine Dritte Runde mit höherer Dichte, in der jedes Remis ein Statement und jeder Auswärtssieg ein Hebel ist. Panamá hat beide Stufen unterschiedlich gespielt – aber jeweils passend zur Umgebung.
In der Zweiten Runde, Gruppe D, war Panamá der klare Taktgeber. Vier Spiele, vier Siege, 10 Tore, nur 1 Gegentor: das liest sich wie ein Team, das nicht diskutieren wollte. Nicaragua landete mit 9 Punkten dahinter, Guyana bei 6, Montserrat bei 3, Belice bei 0. Wichtig ist nicht nur die Platzierung, sondern die Art: +9 Differenz, ohne wackelige Phasen in der Bilanz. Der Eindruck: Panamá war nicht auf Kante unterwegs, sondern in Kontrolle.
Die Ergebnisse erzählen diese Kontrolle sehr konkret. Am 6. Juni 2024: Panamá–Guyana 2:0, Tore von Cristian Martínez und José Luis Rodríguez. Kein Chaos, kein Hinterherlaufen, ein sauberes Spiel, das man über 90 Minuten „zu Ende spielen“ kann. Am 9. Juni 2024 folgte Montserrat–Panamá 1:3, mit Treffern von Jovani Welch, José Fajardo und erneut José Luis Rodríguez – und schon dort sieht man ein Motiv: Panamá kann auswärts nicht nur verwalten, sondern auch Tore finden, wenn der Gegner kurz aufmacht.
Der zweite Quali-Sommer, Juni 2025, bestätigte das Muster. Am 7. Juni 2025 gewann Panamá 2:0 in Belmopán gegen Belice, mit Toren von Fidel Escobar und Eduardo Guerrero. Und am 10. Juni 2025 zuhause 3:0 gegen Nicaragua, Tore von César Yanis, Ismael Díaz und Eric Davis. Das ist die Art Abschluss, die eine Gruppe nicht nur gewinnt, sondern „abschließt“: unterschiedliche Torschützen, klare Ergebnisse, keine Gegenargumente.
Dann die Dritte Runde, Gruppe A: Hier wurde es enger, taktischer, kleinteiliger. Panamá steht nach sechs Spielen bei 12 Punkten, Surinam bei 9, Guatemala bei 8, El Salvador bei 3. Zwischen Platz 1 und 2 liegen drei Punkte, zwischen 1 und 3 vier – also ein reales Rennen, kein Spaziergang. Gleichzeitig: 9:4 Tore sind kein offenes Feuerwerk, sondern Effizienz. Und die drei Remis zeigen, dass Panamá in dieser Phase nicht immer die Tür ganz auftrat, aber auch nicht durchging.
Das Spielprofil in dieser Runde: zwei Auswärtsauftritte, die nach Stahl klingen. Am 4. September 2025 in Paramaribo: Surinam–Panamá 0:0. Eine Nullnummer, die nicht nach Mutlosigkeit riechen muss, sondern nach Prioritätensetzung. Und am 10. Oktober 2025 in San Salvador: El Salvador–Panamá 0:1, Tor durch Fajardo in der 55’. Ein Tor, dann Verwaltung – aber Verwaltung als Können, nicht als Zittern.
Die Heimspiele liefern den Kontrast: Panamá–Guatemala 1:1 am 8. September 2025 und Panamá–Surinam 1:1 am 14. Oktober 2025, dazu Panamá–El Salvador 3:0 am 18. November 2025. Das ist die Spannweite zwischen „Gegner bleibt im Spiel“ und „Gegner wird abgehängt“. Besonders das 3:0 gegen El Salvador, mit Treffern von Blackman (17’), Davis per Elfmeter (45+4’) und J. Rodríguez (85’), ist ein Spiel, das drei Phasen hat: früh vorlegen, vor der Pause nachlegen, am Ende den Deckel drauf.
Und dann gibt es diesen Auswärtssieg, der in Quali-Gruppen oft wie ein kleiner Titel wirkt: Guatemala–Panamá 2:3 am 13. November 2025. Doppelschlag von Waterman (30’, 44’), dazu Fajardo (78’) – während Guatemala erst spät durch Ordóñez (69’) und Muñoz (72’) den Puls hochdreht. Dieses Spiel ist ein Lehrstück: Panamá kann eine Führung bauen, kann aber auch eine Phase überstehen, in der der Gegner plötzlich zwei Treffer findet. Der 3:2-Sieg steht am Ende als Beleg, dass Panamá nicht nur „sauber“ gewinnen kann, sondern auch dreckig.
Tabelle 1: Panamás Spiele in der Qualifikation
| Datum | Runde | Gruppe | Gegner | Bedingung | Ergebnis | Torschützen | Stadion | Stadt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 6. Juni 2024 | Zweite Runde | D | Guyana | Heim | 2:0 | Cristian Martínez, José Luis Rodríguez | Ciudad de Panamá | |
| 9. Juni 2024 | Zweite Runde | D | Montserrat | Auswärts | 1:3 | Kaleem Simon; Jovani Welch, José Fajardo, José Luis Rodríguez | Managua | |
| 7. Juni 2025 | Zweite Runde | D | Belice | Auswärts | 0:2 | Fidel Escobar, Eduardo Guerrero | Belmopán | |
| 10. Juni 2025 | Zweite Runde | D | Nicaragua | Heim | 3:0 | César Yanis, Ismael Díaz, Eric Davis | Ciudad de Panamá | |
| 4. September 2025 | Dritte Runde | A | Surinam | Auswärts | 0:0 | Sin goles | Stadion Franklin Essed | Paramaribo |
| 8. September 2025 | Dritte Runde | A | Guatemala | Heim | 1:1 | Harvey 37’; Santis 35’ | Stadion Rommel Fernández | Ciudad de Panamá |
| 10. Oktober 2025 | Dritte Runde | A | El Salvador | Auswärts | 0:1 | Fajardo 55’ | Stadion Cuscatlán | San Salvador |
| 14. Oktober 2025 | Dritte Runde | A | Surinam | Heim | 1:1 | Díaz 90+6’; Margaret 21’ | Stadion Rommel Fernández | Ciudad de Panamá |
| 13. November 2025 | Dritte Runde | A | Guatemala | Auswärts | 2:3 | Ordóñez 69’, Muñoz 72’; Waterman 30’, 44’, Fajardo 78’ | Stadion Manuel Felipe Carrera | Ciudad de Guatemala |
| 18. November 2025 | Dritte Runde | A | El Salvador | Heim | 3:0 | Blackman 17’, Davis 45+4’ pen., J. Rodríguez 85’ | Stadion Rommel Fernández | Ciudad de Panamá |
Bei dieser Tabelle fällt noch etwas auf, das für die spätere WM-Vorbereitung Gold wert ist: Panamá gewinnt nicht nur durch einen einzigen Mechanismus. Da sind 1:0-Siege, 3:0-Siege, 3:1-Siege – und da sind Remis, die nicht wie ein Einbruch aussehen, sondern wie ein „nicht fallen lassen“. In sechs Spielen der Dritten Runde kassiert Panamá vier Gegentore, also im Schnitt weniger als eins pro Spiel. Das ist in einer engen Gruppe eine Art Versicherungspolice.
Jetzt zur Tabellen-Lesung: Die Daten enthalten zwei Tabellen. Beide müssen komplett gezeigt werden, weil sie unterschiedliche Runden abbilden und damit unterschiedliche Schlüsse erlauben.
Tabelle 1
| Runde | Gruppe | Pos. | Team | Pkt | Spiele | S | U | N | Tore | Gegentore | Diff |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segunda ronda | D | 1 | Panamá | 12 | 4 | 4 | 0 | 0 | 10 | 1 | +9 |
| Segunda ronda | D | 2 | Nicaragua | 9 | 4 | 3 | 0 | 1 | 9 | 4 | +5 |
| Segunda ronda | D | 3 | Guyana | 6 | 4 | 2 | 0 | 2 | 6 | 4 | +2 |
| Segunda ronda | D | 4 | Montserrat | 3 | 4 | 1 | 0 | 3 | 3 | 10 | −7 |
| Segunda ronda | D | 5 | Belice | 0 | 4 | 0 | 0 | 4 | 1 | 10 | −9 |
Tabelle 2
| Runde | Gruppe | Pos. | Team | Pkt | Spiele | S | U | N | Tore | Gegentore | Diff |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tercera ronda | A | 1 | Panamá | 12 | 6 | 3 | 3 | 0 | 9 | 4 | +5 |
| Tercera ronda | A | 2 | Surinam | 9 | 6 | 2 | 3 | 1 | 9 | 6 | +3 |
| Tercera ronda | A | 3 | Guatemala | 8 | 6 | 2 | 2 | 2 | 8 | 7 | +1 |
| Tercera ronda | A | 4 | El Salvador | 3 | 6 | 1 | 0 | 5 | 2 | 11 | −9 |
Aus diesen Tabellen kann man die Quali in zwei Geschwindigkeiten schneiden. Geschwindigkeit eins: Panamá als dominanter Gruppenfavorit in Runde zwei. Geschwindigkeit zwei: Panamá als Spitzenreiter in Runde drei, aber mit Remis-Anteil. Drei Remis in sechs Spielen sind nicht „zu wenig“, aber sie definieren die Kante: Panamá hat nicht jedes Spiel auf seine Seite gezogen, doch es hat auch keines abgegeben.
Ein paar Zahlen als Segmentierung, ohne sich in Mathematik zu verlieren:
- Gesamtreihe aus MATCHES: 10 Spiele, 7 Siege, 3 Remis, 0 Niederlagen. Tore: 19:5, also +14.
- In der Dritten Runde: 6 Spiele, 3 Siege, 3 Remis, 0 Niederlagen. Tore: 9:4.
- Spiele mit genau einem Tor Unterschied in der Dritten Runde: 1:0 in El Salvador, 3:2 in Guatemala – zwei Partien, die zeigen, dass Panamá enge Spiele „aushält“.
- Heimspiele in der Dritten Runde: 3 Partien, Ergebnisse 1:1, 1:1, 3:0 – also zwei Remis, ein deutlicher Sieg. Auswärts: 0:0, 1:0, 3:2 – ungeschlagen und mit klarer Stabilität.
Wie sie spielen
Panamás Spielidee lässt sich hier nicht über Formationen erklären – dafür fehlen Daten, und es wäre ohnehin Spekulation. Aber über Resultate und Muster kann man eine Identität zeichnen: Panamá ist in dieser Quali weniger „wir müssen gewinnen“ als „wir müssen unser Spiel durchsetzen“. Das klingt ähnlich, ist es aber nicht. Ein Team, das nur gewinnen muss, wird nervös. Ein Team, das sein Spiel durchsetzt, wird geduldig.
Der auffälligste Marker ist die defensive Basis. Über 10 Quali-Spiele kassiert Panamá 5 Gegentore, also im Schnitt 0,5 pro Spiel. In der Zweiten Runde waren es 1 Gegentor in 4 Spielen; in der Dritten Runde 4 in 6. Und selbst dort gab es ein Auswärts-0:0 bei Surinam und einen 1:0-Auswärtssieg bei El Salvador. Das spricht für eine Mannschaft, die auswärts nicht überdreht und nicht in offene Schlagabtausche gezwungen werden will.
Offensiv wirkt Panamá pragmatisch, nicht monoton. 19 Tore in 10 Spielen sind ordentlich, aber die Verteilung der Ergebnisse ist noch aussagekräftiger: 2:0, 3:1, 2:0, 3:0 – und dann die knappen Geschichten 1:0, 1:1, 0:0. Das zeigt eine Bandbreite, die wichtig ist: Panamá kann Spiele „sauber“ gewinnen, wenn es früh in Führung geht, und kann Spiele „nicht verlieren“, wenn der Gegner die Mitte zumacht.
Der Torverteilung nach ist keine Ein-Mann-Show erkennbar, selbst wenn einzelne Namen wiederkehren. In den Listen tauchen José Luis Rodríguez, José Fajardo und Ismael Díaz mehrfach auf, aber eben neben Cristian Martínez, Jovani Welch, Fidel Escobar, Eduardo Guerrero, César Yanis, Eric Davis, Blackman, Waterman. Das ist ein Datensignal: Panamá findet Tore aus mehreren Quellen. Und das ist in Turnierfußball oft wichtiger als die pure Anzahl an Treffern.
Die späten Momente sind ein zweiter Fingerabdruck. Das 1:1 gegen Surinam am 14. Oktober 2025 fällt in der 90+6’. Das ist nicht nur Glück – es ist auch ein Hinweis auf Beharrlichkeit und auf die Fähigkeit, bis zuletzt in Schlagdistanz zu bleiben. Gleichzeitig zeigt das 2:3 in Guatemala am 13. November 2025 eine andere Seite: Panamá kann sich in kurzer Zeit zwei Gegentore fangen (69’ und 72’) und dennoch am Ende gewinnen. Das ist mental, aber auch strukturell: ein Team, das nach Gegentoren nicht komplett auseinanderfällt.
Wo liegen die möglichen Verwundbarkeiten, nur aus Ergebnissen gelesen? Erstens: zwei 1:1-Heimspiele in der Dritten Runde (gegen Guatemala und Surinam) deuten darauf hin, dass Panamá zuhause nicht automatisch in „frühen Zwei-Tore-Vorsprung“-Modus kommt, wenn der Gegner kompakt bleibt. Zweitens: Wenn der Gegner spät Druck aufbaut, kann Panamá kurzfristig wackeln – sichtbar im Guatemala-Spiel, als ein 0:2 schnell zu 2:2 wird. Für die WM bedeutet das weniger „Alarm“, mehr „Fokus“: Führungen aktiv verteidigen, nicht nur „überstehen“.
Die Gruppe bei der WM
Gruppe L gibt Panamá drei Spiele, die wie ein Mini-Turnier im Turnier wirken: erst Ghana, dann Croacia, dann Inglaterra. Zwei Partien in Toronto im BMO Field, die dritte im MetLife Stadium in Nueva York / Nueva Jersey. Das sind nicht nur Schauplätze, das sind auch unterschiedliche Atmosphären: zweimal derselbe Rasen und die Chance, aus dem ersten Spiel sofort eine Basis für das zweite mitzunehmen; dann ein Ortswechsel für den letzten, möglicherweise entscheidenden Abend.
Wichtig ist die Reihenfolge. Panama beginnt am 17. Juni 2026 gegen Ghana. Das Auftaktspiel ist oft ein Nervenspiel, aber Panamá hat in der Quali gezeigt, dass es Spiele ohne Gegentor annehmen kann: 0:0 bei Surinam und mehrere 2:0/3:0-Siege sind genau die Art Ergebnisse, die ein Auftaktspiel als Zielbild haben können. Für Panamá ist Ghana daher nicht „wer ist stärker“, sondern „wie lange bleibt es 0:0 oder 0:1 in unserer Reichweite“.
Dann am 23. Juni 2026 gegen Croacia, wieder in Toronto. Zweites Gruppenspiel ist meistens das taktisch schwierigste: der Gegner hat bereits Daten, du hast bereits Emotion. Panamá wird hier vor allem seine defensive Basis brauchen, denn die Quali-Zahlen zeigen: die Mannschaft gewinnt Stabilität aus wenigen Gegentoren. Ein realistisches Skript wäre ein Spiel, das lange eng bleibt und in dem Standards, zweite Bälle und Fehler-Minimierung wichtiger sind als Dauerdruck.
Und am 27. Juni 2026 gegen Inglaterra im MetLife Stadium. Letzter Gruppenspieltag ist häufig abhängig von Tabellenkonstellationen, die hier nicht vorliegen. Deshalb bleibt nur der Panamá-Fokus: das Spiel darf nicht „zu groß“ werden. Panamás Quali-Daten zeigen eine Mannschaft, die in knappen Spielen lebt. Also wird der Schlüssel sein, die ersten 20 Minuten zu überstehen, das Tempo zu brechen, und eigene Phasen zu finden – selbst wenn es nur fünf Minuten Kontrolle sind, die Luft geben.
Tabelle: Panamás drei WM-Gruppenspiele
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 17. Juni 2026 | BMO Field | Toronto | Ghana |
| 23. Juni 2026 | BMO Field | Toronto | Croacia |
| 27. Juni 2026 | MetLife Stadium | Nueva York / Nueva Jersey | Inglaterra |
Partie für Partie, mit einem nüchternen Tipp im erlaubten Format:
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Ghana vs Panamá, 17. Juni 2026 Panamás Ansatz sollte aus den besten Auswärtsminuten der Dritten Runde kommen: erst Stabilität, dann gezielte Nadelstiche. Das 0:0 bei Surinam am 4. September 2025 ist hier der passende Referenzrahmen, weil es zeigt, dass Panamá ein Spiel ohne Treffer nicht als Scheitern behandelt. Wenn Panamá früh Ordnung findet, wird es ein Spiel für kleine Details. Prognose: empate.
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Panamá vs Croacia, 23. Juni 2026 Das zweite Spiel ist die Partie, in der Panamá sein „mehrere Wege zu Toren“-Signal nutzen muss. In der Quali trafen verschiedene Spieler, darunter Davis, Díaz, Fajardo, Rodríguez, Waterman. Selbst wenn das auf WM-Niveau schwerer wird, ist die Idee wichtig: nicht alles auf einen Moment oder einen Namen legen. Wenn Panamá hier punktet, dann über Geduld und einen sauberen Moment – nicht über offene Schlagwechsel. Prognose: gana Croacia.
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Panamá vs Inglaterra, 27. Juni 2026 Das letzte Spiel verlangt Mut, aber mutig im Sinne von klar, nicht im Sinne von wild. Panamá hat in Guatemala am 13. November 2025 gezeigt, dass es ein Spiel auch dann gewinnen kann, wenn es kurz brennt. Für Inglaterra wird Panamá vor allem verhindern müssen, dass aus einem Rückstand ein großer Rückstand wird. Und wenn es bis zur Pause eng bleibt, wächst die Chance, dass das Spiel in die Phase kommt, die Panamá mag: ein knapper Spielstand, in dem ein Standard oder ein zweiter Ball reichen kann. Prognose: gana Inglaterra.
Schlüssel zur möglichen Gruppen-Überraschung, aus Panamá-Sicht:
- Die ersten 30 Minuten gegen Ghana ohne Gegentor überstehen, um das Spiel in die „knappe Zone“ zu ziehen.
- In Toronto die Wiederholung des Spielortes nutzen: Abläufe, Regeneration, Rhythmus – und das zweite Spiel nicht als „Muss“, sondern als „Gelegenheit“ spielen.
- Standards und späte Phasen ernst nehmen: das 90+6’-Tor gegen Surinam am 14. Oktober 2025 ist ein Hinweis, dass Panamá bis zuletzt Momente erzwingen kann.
- Keine Hektik nach Gegentoren: das Guatemala-Spiel am 13. November 2025 zeigt, wie schnell ein Spiel kippen kann – in beide Richtungen.
Leitartikel
Panamá hat sich diese WM nicht mit Glanz gekauft, sondern mit Gewohnheiten verdient: kein Spiel weggeworfen, selten die Ordnung verloren, und oft genau dann zugestochen, wenn der Gegner glaubt, es werde ein langes 0:0. Das klingt unspektakulär, ist aber im Turnierfußball die härteste Währung: du bleibst am Leben, während andere sich selbst aus dem Spiel schießen. Die Zahlen sind dabei nicht Dekoration, sondern Beweisführung: 10 Spiele, 0 Niederlagen, 19:5 Tore – das ist kein Zufall, das ist ein Profil.
Gleichzeitig ist das Profil nicht fertig, sondern fragil an einer Stelle: Wenn das Spiel kurz kippt, kippt es schnell. Guatemala brauchte am 13. November 2025 nur wenige Minuten für den Ausgleich auf 2:2, und Panamá musste sich den Sieg dann wieder erarbeiten. Genau diese Minuten werden auf der WM-Bühne lauter, schneller und teurer. Wer in der Quali zwei Treffer in kurzer Folge zulässt, kann in der WM in derselben Phase das Spiel verlieren.
Der schönste Satz für Panamá wäre, dass die Gruppe L nicht „zu groß“ wird. Nicht im Sinne von Respektlosigkeit, sondern im Sinne von Selbstbild. Panamá muss nicht jemand anderes werden, um zu bestehen: Es muss nur das, was es schon gezeigt hat, präziser abrufen. Ein 0:0 kann eine Waffe sein, ein 1:0 kann eine Tür sein, ein später Treffer kann ein Drehbuch ändern.
Und doch bleibt eine konkrete Warnung, festgenagelt an ein Datum und ein Ergebnis: Das 2:3 in Guatemala am 13. November 2025 ist ein Sieg, ja – aber auch ein Erinnerungszettel. Wenn Panamá in Gruppe L führt oder ein Spiel eng hält, darf es nicht für fünf Minuten „ausatmen“. Die WM verzeiht diese Pausen nicht. Panamás Chance liegt darin, dass es das längst weiß.