Usbekistan - Grupo K
Usbekistan đșđżâœđ„ Aufbruch mit Kante, Ruhe am Ball und einem Traum in drei StĂ€dten
Eine Qualifikation mit wenigen Dellen, vielen knappen Siegen und einem Gruppenfahrplan, der PrÀzision verlangt.
EinfĂŒhrung
Es gibt Nationalteams, die sich ĂŒber Glanz definieren. Und es gibt jene, die sich ĂŒber Gewohnheiten durchsetzen: ĂŒber wiederholbare AblĂ€ufe, ĂŒber eine defensive Grundordnung, ĂŒber die FĂ€higkeit, enge Spiele in den eigenen Rhythmus zu ziehen. Usbekistan gehört in dieser Geschichte zur zweiten Sorte. Nicht als graue Maus, sondern als Mannschaft, die den Spannungsbogen liebt: ein Tor, ein sauberer Block, ein Spiel, das nicht aus der Hand gleitet.
Die Reise beginnt nicht mit einem Feuerwerk, sondern mit einem Statement auswĂ€rts: am 16. November 2023 in Aschgabat, 3:1 gegen Turkmenistan. Ein Spiel, das den Ton setzt: erst ein Stich, dann Kontrolle, dann das spĂ€te Ausrufezeichen. Und wenn eine Mannschaft auswĂ€rts so gewinnt, verrĂ€t sie etwas ĂŒber sich: Sie kann warten, sie kann zupacken, sie kann den Moment lesen.
Kurz darauf, am 21. November 2023 in Taschkent, 2:2 gegen Iran: ein anderes Bild, aber dieselbe Botschaft. Zwei RĂŒckstĂ€nde, zwei Antworten. Wer gegen einen Gegner aus der Spitze der Region zweimal zurĂŒckkommt, hat nicht nur Technik, sondern Nerven. SpĂ€testens hier wirkt Usbekistan wie ein Team, das nicht nach Perfektion sucht, sondern nach StabilitĂ€t.
Die Zahlen untermauern dieses GefĂŒhl. In der zweiten Runde der Qualifikation bleibt Usbekistan ungeschlagen: 14 Punkte aus 6 Spielen, 13:4 Tore, Differenz +9. In der dritten Runde folgt die BestĂ€tigung auf höherem Niveau: 21 Punkte aus 10 Spielen, 14:7 Tore, Differenz +7. Ein Muster fĂ€llt sofort ins Auge: wenige Gegentore, viele Spiele mit knappen Ergebnissen, ein Team, das selten âaufmachtâ, aber oft gewinnt.
Drei Momente wirken dabei wie Scharniere, an denen diese Qualifikation kippt und sich sortiert. Erst der 3:1-AuswĂ€rtssieg am 16. November 2023 in Turkmenistan, als die Partie nach der Pause entschieden wird. Dann das 0:0 am 11. Juni 2024 in Teheran: kein Spektakel, aber ein Punkt, der in solchen Gruppen Gold sein kann. Und schlieĂlich der 3:0-Heimsieg am 10. Juni 2025 gegen Katar in Taschkent: als hĂ€tte das Team zum Ende hin noch einmal den Motor freigeblasen und die TĂŒr Richtung Endrunde mit Nachdruck zugeschoben.
Was bleibt nach dieser Strecke? Ein Nationalteam, das nicht ĂŒber LautstĂ€rke kommt, sondern ĂŒber Disziplin. Eines, das seine Spiele selten verschenkt. Und eines, das im Sommer 2026 in Mexiko-Stadt, Houston und Atlanta nicht als Tourist ankommt, sondern als Mannschaft mit einer klaren Gewohnheit: Spiele eng halten â und sie dann in den entscheidenden Phasen drehen oder absichern.
Der Weg durch die Qualifikation
Die asiatische WM-Qualifikation fĂŒr 2026 ist in Stufen gebaut: zunĂ€chst Gruppen, dann eine dritte Runde mit drei Sechsergruppen im Hin- und RĂŒckspiel. Der zentrale Hebel: In dieser dritten Runde qualifizieren sich die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe direkt fĂŒr die Weltmeisterschaft. Genau dort hat Usbekistan seine Arbeit erledigt â mit einer Bilanz, die vor allem eines zeigt: Konstanz ĂŒber zehn Spieltage.
Der erste Teil, die zweite Runde in Gruppe E, liest sich wie ein sauberer Auftrag ohne Ausrutscher. Vier Siege, zwei Unentschieden, keine Niederlage. 13 erzielte Tore, nur 4 Gegentreffer. In einer Vierergruppe ist das mehr als âsolideâ: Es ist die Art von Bilanz, die einen Gegner zwingt, fast fehlerlos zu sein, um ĂŒberhaupt in Reichweite zu kommen. Und Iran war genau so ein Gegner â am Ende punktgleich, aber mit besserer Tordifferenz auf Rang eins.
Gerade diese Punktgleichheit ist aufschlussreich: Usbekistan war gut genug, um Iran nicht ziehen zu lassen, aber nicht effizient genug, um ihn zu ĂŒberholen. Das ist kein Makel, eher ein Profil. In den direkten Spielen gibt es ein 2:2 in Taschkent und ein 0:0 in Teheran â zwei Ergebnisse, die zeigen: Usbekistan kann mithalten, aber es ist ein Team, das eher ĂŒber Kontrolle und Momente kommt als ĂŒber Dauerfeuer.
In der dritten Runde wird aus âPflichtâ dann âPrĂŒfungâ. Gruppe A mit Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kirgisistan und Nordkorea: Namen, die jeweils eigene Fallen stellen. Usbekistan beendet diese Runde auf Platz zwei mit 21 Punkten, nur zwei Punkte hinter Iran (23). Dahinter klafft ein klarer Abstand: VAE 15, Katar 13. HeiĂt: Das direkte Ticket wird nicht im letzten Moment erschlichen, sondern ĂŒber Monate erarbeitet.
AuffĂ€llig ist dabei die Balance: 6 Siege, 3 Remis, 1 Niederlage. Und wieder: die Defensive als Fundament. 7 Gegentore in 10 Spielen sind ein Wert, der nicht aus Zufall entsteht. Er entsteht, wenn du selten offen bist, wenn du mit FĂŒhrung umgehen kannst, wenn du in AuswĂ€rtsspielen nicht ins Risiko gezwungen wirst. Genau das ist Usbekistans Handschrift in dieser Runde.
Die einzige Niederlage kommt auswĂ€rts bei Katar am 14. November 2024: 2:3, ein Spiel, das sich wie ein LehrstĂŒck anfĂŒhlt. Usbekistan dreht beinahe die Geschichte spĂ€t (zwei Tore durch Fayzullaev in der 75. und 80. Minute), kassiert dann aber noch das Gegentor in der Nachspielzeit. Wer solche Spiele verliert, lernt entweder die falsche Lektion â oder wird hĂ€rter. Die Reaktion ist eindeutig: Danach folgen Ergebnisse, die wie ein Team wirken, das die Kanten nachschleift.
Denn die zweite HĂ€lfte der Runde ist geprĂ€gt von âprofessionellenâ Siegen: 1:0 gegen Nordkorea, 1:0 gegen Kirgisistan, 0:0 bei den Emiraten â und am Ende das 3:0 gegen Katar als klares Signal. Das sind keine Zufallsprodukte. Das sind Ergebnisse eines Teams, das sich in engen SpielverlĂ€ufen wohlfĂŒhlt.
Tabelle 1: Usbekistans Spiele in der Qualifikation
| Datum | Runde | Gruppe | Spieltag | Gegner | Ort | Ergebnis | TorschĂŒtzen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 16. November 2023 | Zweite Runde | E | Turkmenistan | AuswĂ€rts | 1:3 | Turkmenistan: DinĂœiew 44'. Usbekistan: Shukurov 57', 77', Shomurodov 90+1'. | Stadion Ashgabat, Asjabad | |
| 21. November 2023 | Zweite Runde | E | Iran | Heim | 2:2 | Usbekistan: Urunov 52', Sergeev 83'. Iran: Rezaeian 14', Taremi 38'. | Stadion Milliy, Taskent | |
| 21. MÀrz 2024 | Zweite Runde | E | Hong Kong | AuswÀrts | 0:2 | Usbekistan: Shomurodov 49', Ashurmatov 66'. | Stadion Mong Kok, Hong Kong | |
| 26. MĂ€rz 2024 | Zweite Runde | E | Hong Kong | Heim | 3:0 | Usbekistan: Shomurodov 20', Erkinov 63', Urunov 70'. | Stadion Milliy, Taskent | |
| 6. Juni 2024 | Zweite Runde | E | Turkmenistan | Heim | 3:1 | Usbekistan: Aliqulov 17', Urunov 29', Nasrullayev 70'. Turkmenistan: TirkiĆow 25'. | Stadion Milliy, Taskent | |
| 11. Juni 2024 | Zweite Runde | E | Iran | AuswÀrts | 0:0 | Stadion Azadi, Teherån | ||
| 5. September 2024 | Dritte Runde | A | 1 | Nordkorea | Heim | 1-0 | Usbekistan: Masharipov 20' | Stadion Milliy, Taskent |
| 10. September 2024 | Dritte Runde | A | 2 | Kirgisistan | AuswÀrts | 2-3 | Kirgisistan: Kojo 15', Abdurakhmanov 35'; Usbekistan: Shomurodov 17', Aliqulov 45', Urunov 72' | Stadion Dolen Omurzakov, Biskek |
| 10. Oktober 2024 | Dritte Runde | A | 3 | Iran | Heim | 0-0 | Stadion Milliy, Taskent | |
| 15. Oktober 2024 | Dritte Runde | A | 4 | Vereinigte Arabische Emirate | Heim | 1-0 | Usbekistan: Shukurov 76' pen. | Stadion Milliy, Taskent |
| 14. November 2024 | Dritte Runde | A | 5 | Katar | AuswÀrts | 3-2 | Katar: Ali 25', 41', Mendes 90+12'; Usbekistan: Fayzullaev 75', 80' | Stadion Jassim bin Hamad, Rayån |
| 19. November 2024 | Dritte Runde | A | 6 | Nordkorea | AuswÀrts | 0-1 | Usbekistan: Fayzullaev 44' | Nuevo Stadion Nacional, Vientiån |
| 20. MĂ€rz 2025 | Dritte Runde | A | 7 | Kirgisistan | Heim | 1-0 | Usbekistan: Alijonov 40' | Stadion Milliy, Taskent |
| 25. MÀrz 2025 | Dritte Runde | A | 8 | Iran | AuswÀrts | 2-2 | Iran: Taremi 52', 83'; Usbekistan: Erkinov 16', Fayzullaev 53' | Stadion Azadi, Teherån |
| 5. Juni 2025 | Dritte Runde | A | 9 | Vereinigte Arabische Emirate | AuswÀrts | 0-0 | Stadion Al-Nahyan, Abu Dabi | |
| 10. Juni 2025 | Dritte Runde | A | 10 | Katar | Heim | 3-0 | Usbekistan: Turgunboev 28', Shomurodov 86', Sergeev 90+2' | Stadion Milliy, Taskent |
Jetzt zu den Tabellen â und zwar vollstĂ€ndig, weil sie den Kontext erzĂ€hlen: erst die zweite Runde, dann die dritte Runde. Die zweite Runde erklĂ€rt, warum Usbekistan ânurâ Zweiter wurde: Iran war punktgleich, aber vorne einen Tick schĂ€rfer. Die dritte Runde zeigt, wie Usbekistan sich ĂŒber Monate gegen direkte Konkurrenz behauptet und den Abstand nach hinten kontrolliert.
Tabelle 2: Zweite Runde, Gruppe E
| Pos. | Team | Pkt. | Sp. | S | U | N | Tore | Gegentore | Diff. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Iran | 14 | 6 | 4 | 2 | 0 | 16 | 4 | +12 |
| 2 | Usbekistan | 14 | 6 | 4 | 2 | 0 | 13 | 4 | +9 |
| 3 | Turkmenistan | 2 | 6 | 0 | 2 | 4 | 4 | 14 | -10 |
| 4 | Hong Kong | 2 | 6 | 0 | 2 | 4 | 4 | 15 | -11 |
Tabelle 3: Dritte Runde, Gruppe A
| Pos. | Team | Pkt. | Sp. | S | U | N | Tore | Gegentore | Diff. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Iran | 23 | 10 | 7 | 2 | 1 | 19 | 8 | +11 |
| 2 | Usbekistan | 21 | 10 | 6 | 3 | 1 | 14 | 7 | +7 |
| 3 | Vereinigte Arabische Emirate | 15 | 10 | 4 | 3 | 3 | 15 | 8 | +7 |
| 4 | Katar | 13 | 10 | 4 | 1 | 5 | 17 | 24 | -7 |
| 5 | Kirgisistan | 8 | 10 | 2 | 2 | 6 | 12 | 18 | -6 |
| 6 | Nordkorea | 3 | 10 | 0 | 3 | 7 | 9 | 21 | -12 |
Aus diesen Daten lÀsst sich Usbekistans Quali in Zahlen schneiden, ohne in Taktik-Buzzwords abzurutschen:
- HeimstĂ€rke als Fundament: In der dritten Runde zuhause 4 Spiele, 4 Siege, 0 Gegentore. Ergebnisse: 1:0, 0:0, 1:0, 1:0, 1:0, 3:0? Vorsicht: Das 0:0 gegen Iran war ebenfalls zuhause; insgesamt sind es in den gelisteten Heimspielen der dritten Runde fĂŒnf Heimspiele (Spieltage 1,3,4,7,10) mit vier Siegen und einem Remis, TorverhĂ€ltnis 6:0. Das ist ein klarer Befund: Taschkent war eine Festung.
- AuswĂ€rts schwankender, aber punktstark: in der dritten Runde auswĂ€rts 5 Spiele: Sieg in Kirgisistan (3:2), Sieg gegen Nordkorea (1:0 auf neutralem Boden in Vientiane), Remis in Teheran (2:2), Remis in Abu Dhabi (0:0), Niederlage in Katar (2:3). Das sind 8 Punkte aus 5 AuswĂ€rtsspielen â und damit der typische âQualifikationsmotorâ: nicht glĂ€nzen, aber sammeln.
- Knappheit als Stilmittel: In der dritten Runde gewinnt Usbekistan viermal mit 1:0. Dazu kommen zwei 0:0. Sechs von zehn Spielen enden also mit maximal einem erzielten Tor durch Usbekistan oder torlos. Das ist keine ZufÀlligkeit, das ist ein Profil.
Wie sie spielen
Usbekistan spielt in diesen Daten wie ein Team, das zuerst den Gegner klein macht und dann den eigenen Moment sucht. Der Beweis ist simpel: 7 Gegentore in 10 Spielen der dritten Runde. Wer so wenig kassiert, hat entweder ĂŒberragende Einzelspieler im letzten Drittel der Defensive â oder, wahrscheinlicher, eine kollektiv gut abgestimmte Restverteidigung und ein Risikomanagement, das nicht stĂ€ndig auf Messers Schneide lĂ€uft.
Die SpielverlĂ€ufe deuten auf ein Team hin, das sich in niedrigen bis mittleren ErgebnisrĂ€umen zuhause fĂŒhlt. Vier 1:0-Siege (gegen Nordkorea, VAE, Nordkorea auswĂ€rts, Kirgisistan) sind ein deutlicher Fingerzeig: Sobald Usbekistan fĂŒhrt, wird die Partie nicht âschönâ, sondern âkontrollierbarâ. Und Kontrolle heiĂt in Qualifikationsspielen oft: Standards, zweite BĂ€lle, keine dummen Ballverluste, keine offenen Rennen.
Gleichzeitig zeigt das 2:2 gegen Iran am 25. MĂ€rz 2025, dass Usbekistan nicht nur verwalten kann, sondern auch im offenen Schlagabtausch Antworten hat. Zwei Treffer gegen Iran in Teheran, inklusive eines schnellen Tores von Erkinov (16.) und der direkten Replik nach dem 1:1 (Fayzullaev 53. nach TaremĂs Ausgleich): Das spricht fĂŒr mentale PrĂ€senz in den SchlĂŒsselminuten. Usbekistan wirkt nicht wie ein Team, das bei RĂŒckschlĂ€gen in sich zusammenfĂ€llt.
Die Torverteilung liefert einen weiteren Hinweis auf die IdentitĂ€t. Shomurodov taucht immer wieder als Name auf â mit Treffern in Hong Kong (21. MĂ€rz 2024), zuhause gegen Hong Kong (26. MĂ€rz 2024), in Kirgisistan (10. September 2024) und beim 3:0 gegen Katar (10. Juni 2025). Das ist ein roter Faden: ein StĂŒrmer, der in unterschiedlichen Phasen und Spieltypen trifft. Dazu kommen aber mehrere andere TorschĂŒtzen: Urunov, Aliqulov, Masharipov, Shukurov, Erkinov, Fayzullaev, Turgunboev, Sergeev, Alijonov. Das sieht nach Breite aus â nach einem Team, das nicht nur an einer einzigen Quelle hĂ€ngt.
Die Verwundbarkeit zeigt sich weniger in Serien von Niederlagen â die gibt es nicht â sondern in einzelnen Momenten, wenn das Spiel âzu lange offenâ bleibt. Das Paradebeispiel ist das 2:3 in Katar am 14. November 2024: zwei spĂ€te Tore zum 2:2, dann der Gegentreffer in der Nachspielzeit. Das ist der Albtraum jeder Mannschaft, die ĂŒber Kontrolle kommt: Du investierst Geduld, holst dich zurĂŒck, und ein einziger Moment zerlegt alles. Genau hier liegt in einem WM-Turnier die Herausforderung: Nicht nur 80 Minuten sauber sein, sondern 95.
Und noch ein Detail ist bemerkenswert: Die Null-zu-Null-FĂ€higkeit gegen groĂe Gegner. 0:0 in Teheran (11. Juni 2024) und 0:0 in Taschkent gegen Iran (10. Oktober 2024), plus 0:0 in Abu Dhabi gegen die Emirate (5. Juni 2025). Drei torlose Remis in Spielen, die leicht kippen können. Das ist nicht immer attraktiv, aber es ist TurnierwĂ€hrung: Punkte, die nicht wehtun, und Spiele, die nicht entgleiten.
Die Gruppe bei der WM
Gruppe K bringt Usbekistan in eine Dramaturgie, die fast wie ein Reisepass voller Stempel wirkt: Start im Azteca in Mexiko-Stadt, weiter nach Houston, Abschluss in Atlanta. Drei Spiele, drei StĂ€dte, drei unterschiedliche Aufgaben. Und das Beste daran: Der Spielplan ist klar und bietet eine saubere ErzĂ€hlung â erst Bodenhaftung, dann der groĂe Name, dann ein Abschluss gegen einen Gegner, der noch festgelegt wird.
Wichtig ist dabei die Benennung des dritten Gegners: In den Daten steht ein Code. Den darf man nicht als Teamname verkaufen, weil er keiner ist. Es handelt sich um einen Qualifikationsplatz aus einem interkontinentalen Play-off. Also: ein Gegner, der aus einem Entscheidungspfad kommt, nicht aus einer fixen Nation in dieser Darstellung.
Hier die drei Partien als kompakte Ăbersicht:
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 17. Juni 2026 | Stadion Azteca | Ciudad de México | Kolumbien |
| 23. Juni 2026 | NRG Stadium | Houston | Portugal |
| 27. Juni 2026 | Mercedes-Benz Stadium | Atlanta | Rival por definirse, saldrĂĄ del repechaje internacional Llave A: Nueva Caledonia, Jamaica o RepĂșblica DemocrĂĄtica del Congo. |
Der Auftakt gegen Kolumbien im Azteca ist sofort ein Test fĂŒr Usbekistans Komfortzone. Nicht, weil wir hier Kolumbien bewerten mĂŒssten â das erlauben die gelieferten Daten nicht â sondern weil ein WM-Auftakt immer zwei Spiele in einem ist: erst die Nerven, dann der FuĂball. FĂŒr Usbekistan ist das eine klare Aufgabe: in den ersten 20 Minuten nicht âhinterherlaufenâ. Die Qualifikation zeigt, wie wertvoll ein frĂŒher Zugriff sein kann: gegen Nordkorea fĂ€llt das Tor in der 20. Minute, und das Spiel kippt in den gewĂŒnschten Modus.
Prognose: empate. BegrĂŒndung im Usbekistan-Fokus: Wenn das Spiel im niedrigen Ergebnisraum bleibt, hat Usbekistan aus der Qualifikation genug Beispiele, wie man solche Partien punktet.
Das zweite Spiel gegen Portugal in Houston ist der Abend, an dem die Gruppe ein anderes Licht bekommt. Solche Spiele verlangen nicht zwingend Dominanz, sondern PrÀzision in den Phasen, in denen du Luft holen darfst. Usbekistan hat gegen Iran gezeigt, dass es auch unter Druck Tore finden kann (2:2 in Teheran). Aber die Basis muss wieder die Null halten: Denn sobald ein Gegner dich zwingt, zwei oder drei Tore zu machen, verlÀsst du die eigene Komfortzone.
Prognose: gana Portugal. BegrĂŒndung im Usbekistan-Fokus: Usbekistan ist stark in knappen Spielen, aber der zweite Gruppenspieltag gegen einen groĂen Namen ist oft der Moment, in dem ein einziger Fehler die Statik bricht.
Das dritte Spiel in Atlanta gegen den noch zu bestimmenden Gegner aus dem interkontinentalen Play-off ist vom GefĂŒhl her ein âTurnierspielâ. Nicht im Sinne von âleichtâ oder âschwerâ â solche Etiketten wĂ€ren ohne Gegnerdaten unseriös â sondern im Sinne von: Hier entscheidet hĂ€ufig die Ausgangslage. Wenn Usbekistan nach zwei Spielen im Rennen ist, wird das ein Spiel, in dem man Bedingungen setzen will: saubere Standards, kein hektischer Beginn, keine Geschenke.
Prognose: gana UzbekistĂĄn. BegrĂŒndung im Usbekistan-Fokus: Die Qualifikation zeigt, dass Usbekistan gegen Teams, die es kontrollieren kann, gerne ĂŒber ein Tor kommt und dann absichert. Und selbst wenn es eng wird: 1:0 ist ein Ergebnis, das diese Mannschaft kennt wie den Weg nach Hause.
Was sind die SchlĂŒssel, um in dieser Gruppe zu bestehen? Aus den Quali-Daten lassen sich klare, praktische Leitplanken ableiten:
- Das erste Tor verĂ€ndert Usbekistans Welt: Die Serie an 1:0-Siegen ist kein Zufall. FĂŒhrung heiĂt Kontrolle.
- Heim-Festung ĂŒbertragen: AuswĂ€rts hat Usbekistan gepunktet, wenn es nicht in wilde Phasen gezogen wurde. Diese Logik muss im Turnier greifen.
- Nachspielzeit ernst nehmen: Das 2:3 in Katar mit Gegentor in 90+12 ist eine Erinnerung: Konzentration endet nicht bei 90.
- Nicht in Torfestivals zwingen lassen: Usbekistan wirkt am stĂ€rksten, wenn Spiele bei 0â2 Gesamttoren bleiben oder maximal bei drei.
- Breite der TorschĂŒtzen nutzen: Die Qualifikation zeigt mehrere Namen mit Treffern. In Turnierspielen kann genau das der Unterschied sein, wenn der âerste Planâ blockiert wird.
Leitartikel
Usbekistan kommt nicht zur WM, um eine romantische FuĂnote zu sein. Diese Qualifikation liest sich wie ein Team, das gelernt hat, seinen Puls zu kontrollieren: viele Siege mit einem Tor Unterschied, mehrere Spiele ohne Gegentor, und selbst gegen Iran Momente, in denen die Antwort sofort kommt. Das ist keine Garantie fĂŒr Glanz â aber es ist ein Bauplan fĂŒr Punkte. Und in Gruppen entscheidet oft nicht die schönste Mannschaft, sondern die, die am seltensten aus dem Konzept fĂ€llt.
Der Reiz liegt genau dort: Usbekistan muss nicht âmehrâ sein als es ist. Es muss nur die eigene Wahrheit durchziehen. Spiele klein halten, in den entscheidenden Minuten sauber bleiben, und den Mut haben, ein 1:0 nicht zu verwalten wie eine Last, sondern zu spielen wie eine Entscheidung.
Der Schluss ist fast zwingend, wenn man die Quali am StĂŒck betrachtet: Usbekistans beste Version ist nicht die laute, sondern die prĂ€zise. Der Weg zur Endrunde wurde ĂŒber viele enge TĂŒren gegangen â und genau deshalb darf das Team im Turnier nicht nervös werden, wenn es wieder eng wird. Eng ist nicht Gefahr, eng ist Zuhause.
Und doch bleibt eine konkrete Warnung, festgenagelt an ein einziges Spiel: 14. November 2024, Katar gegen Usbekistan, das Gegentor in 90+12. Wenn du so ein Turnierspiel herschenkst, ist es nicht âPechâ, sondern ein Riss im Fundament. In einer WM-Gruppe kann genau so ein Moment die Tabelle drehen. Usbekistans Auftrag ist klar: Die letzten Minuten mĂŒssen so diszipliniert sein wie die ersten. Dann wird aus einem Traum nicht nur eine Reise â sondern eine echte Geschichte.