Uruguay - Grupo H
đșđŸ Uruguay, Klinge im Wind und Faust im Spiel
Zwischen Centenario-Donner und AuswÀrtsstaub: Uruguay zieht mit ZÀhnen, Punkten und Nerven in sein WM-Kapitel ein
EinfĂŒhrung
Uruguay hat diese Qualifikation nicht wie ein Feuerwerk gewonnen, sondern wie man im RĂo de la Plata eben oft gewinnt: mit Momenten, die knallen, und Phasen, die man aushĂ€lt. Es ist eine Kampagne mit klaren Gipfeln und langen Passagen im Gegenwind â ein Team, das nicht immer glĂ€nzt, aber selten auseinanderfĂ€llt.
Die Bilder bleiben hĂ€ngen: der Centenario als Resonanzkörper, die Stille in fremden Stadien, wenn ein 0:0 plötzlich nach Kontrolle schmeckt, und diese uruguayische SpezialitĂ€t, ein groĂes Spiel nicht nur zu ĂŒberstehen, sondern zu kippen. Nicht jeden Abend. Aber oft genug, um am Ende ganz vorne mitzumischen.
In Zahlen wirkt das wie eine nĂŒchterne Visitenkarte: Platz 4 mit 28 Punkten, bei 18 Spielen, 7 Siegen, 7 Remis und 4 Niederlagen. Dazu 22 Tore fĂŒr Uruguay, 12 gegen Uruguay, eine Differenz von +10. Das ist nicht die brachiale Offensivwelle, eher ein stabiles Profil: mehr Substanz als Spektakel, mehr Struktur als Sturm.
Und doch gab es SchlĂŒsselmomente, die die Geschichte dieser Runde erzĂ€hlen. Am 17. Oktober 2023 schlug Uruguay Brasilien in Montevideo mit 2:0 â ein Statement, nicht nur ein Ergebnis. Am 16. November 2023 folgte das 2:0 in Buenos Aires gegen Argentinien, ein AuswĂ€rtssieg, der wie ein Stempel auf die Ambitionen wirkte. Und am 5. Juni 2025 kam in AsunciĂłn ein 0:2 gegen Paraguay hinzu, ein DĂ€mpfer, der zeigte: Diese Qualifikation verzeiht keine NachlĂ€ssigkeit, weder im Kopf noch in den ZweikĂ€mpfen.
Wer Uruguay in dieser Kampagne sucht, findet kein lineares MĂ€rchen. Man findet eher ein Team, das in Etappen fĂ€hrt: mal schnell, mal zĂ€h, mal mit angezogener Handbremse â aber mit einer Konstanz, die in SĂŒdamerika meistens wertvoller ist als jede schöne Kurve.
Der Weg durch die Qualifikation
CONMEBOL-Qualifikation heiĂt: Jeder gegen jeden, lange Wege, dĂŒnne Luft, groĂe Namen und kleine Details. Uruguay hat diese Strecke nicht dominiert, aber er hat sie seriös gefahren â und genau das ist in dieser Umgebung oft der Unterschied zwischen âdabeiâ und âdrauĂenâ.
Die Abschlusstabelle zeigt die Dichte wie unter dem Mikroskop: Uruguay steht auf Platz 4 mit 28 Punkten. Punktgleich dahinter und daneben drĂ€ngeln Brasilien und Paraguay ebenfalls mit 28 Punkten, wĂ€hrend Kolumbien auf Platz 3 ebenfalls 28 hat. In so einem Feld wird jedes Remis zu einer Bilanzfrage: Rettungsring oder verpasste Chance? Uruguay hat siebenmal unentschieden gespielt â das ist viel, aber es ist auch ein Grund, warum die Niederlagenzahl mit vier ĂŒberschaubar blieb.
Der Weg begann mit Schwung. Am 8. September 2023 ein 3:1 gegen Chile in Montevideo: zwei Treffer von NicolĂĄs de la Cruz, einer von Valverde, ein Auftakt mit Rhythmus. Dann kam sofort die erste harte Lektion: am 12. September 2023 verlor Uruguay in Quito gegen Ecuador mit 1:2, ein Spiel, das zeigt, wie schnell in SĂŒdamerika ein einzelner Moment die Statik verĂ€ndert. Uruguay blieb jedoch stabil in der Geschichte, nicht nur im Spielstand.
Die groĂe Phase der Ausrufezeichen kam im Oktober und November 2023: das 2:2 in Barranquilla gegen Kolumbien am 12. Oktober 2023, bei dem Uruguay spĂ€t per Elfmeter ausglich, dann das 2:0 gegen Brasilien am 17. Oktober 2023 â und schlieĂlich das 2:0 auswĂ€rts gegen Argentinien am 16. November 2023. Drei Partien, drei unterschiedliche Szenarien, und Uruguay findet immer eine Antwort: mal Widerstand, mal Effizienz, mal eiskalte Reife.
Dann verschob sich der Ton. 2024 brachte eine Serie, die in der Tabelle nicht zerstört, aber im Bauch arbeitet: 0:0 gegen Paraguay, 0:0 in Venezuela, 0:1 in Peru, 0:0 gegen Ecuador. Vier Spiele, ein Tor null. Das kann man als Formkrise lesen â oder als Beleg, dass Uruguay auch ohne Glanz nicht auseinanderbricht. In CONMEBOL ist ein AuswĂ€rts-0:0 oft Gold; vier torarme Spiele am StĂŒck sind trotzdem ein Signal, dass der Angriff zeitweise aus dem Takt geriet.
Die Kampagne bekam spĂ€ter wieder kantige Konturen. Das 3:2 gegen Kolumbien am 15. November 2024 war ein Spiel, das sich wie ein Film mit zu vielen Wendungen anfĂŒhlt: Eigentor, FĂŒhrung, spĂ€te Gegentore und dann ein Treffer in der 90+11. Uruguay gewann nicht schön, sondern brutal effizient im Moment, als das Spiel schon zu kippen drohte. Auch das 1:1 in Salvador gegen Brasilien am 19. November 2024 passt ins Profil: nicht klein werden, nicht wegdriften, Punkt sichern.
Und dann kam der direkte Schlag in Montevideo: am 21. MĂ€rz 2025 verlor Uruguay 0:1 gegen Argentinien. Das ist kein Drama, eher eine Erinnerung daran, wie dĂŒnn die Linie ist. Noch deutlicher war das 0:2 am 5. Juni 2025 in Paraguay â ein Resultat, das in so einem engen Tabellenblock schnell teuer wird. Uruguay reagierte sportlich: 2:0 gegen Venezuela am 10. Juni 2025, 3:0 gegen Peru am 4. September 2025, und zum Schluss ein 0:0 in Santiago gegen Chile am 9. September 2025. Keine Heldenreise, aber ein sauberer Endspurt.
Tabelle 1: Partien Uruguay in der Qualifikation
| Datum | Spieltag | Gegner | Bedingung | Ergebnis | TorschĂŒtzen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 8. September 2023 | 1 | Chile | Heim | 3:1 | N. de la Cruz 38', 71', Valverde 45+2'; Vidal 74' | Stadion Centenario, Montevideo |
| 12. September 2023 | 2 | Ecuador | AuswÀrts | 1:2 | Canobbio 38' | Stadion Rodrigo Paz Delgado, Quito |
| 12. Oktober 2023 | 3 | Kolumbien | AuswĂ€rts | 2:2 | M. Olivera 47', NĂșñez 90+1' pen. | Stadion Metropolitano, Barranquilla |
| 17. Oktober 2023 | 4 | Brasilien | Heim | 2:0 | NĂșñez 42', N. de la Cruz 77' | Stadion Centenario, Montevideo |
| 16. November 2023 | 5 | Argentinien | AuswĂ€rts | 2:0 | R. AraĂșjo 41', NĂșñez 87' | La Bombonera, Buenos Aires |
| 21. November 2023 | 6 | Bolivien | Heim | 3:0 | NĂșñez 15', 71', VillamĂl ag 39' | Stadion Centenario, Montevideo |
| 6. September 2024 | 7 | Paraguay | Heim | 0:0 | Stadion Centenario, Montevideo | |
| 10. September 2024 | 8 | Venezuela | AuswĂ€rts | 0:0 | Stadion Monumental, MaturĂn | |
| 11. Oktober 2024 | 9 | Peru | AuswÀrts | 0:1 | Stadion Nacional, Lima | |
| 15. Oktober 2024 | 10 | Ecuador | Heim | 0:0 | Stadion Centenario, Montevideo | |
| 15. November 2024 | 11 | Kolumbien | Heim | 3:2 | D. SĂĄnchez ag 57', Aguirre 60', Ugarte 90+11'; Quintero 31', GĂłmez 90+6' | Stadion Centenario, Montevideo |
| 19. November 2024 | 12 | Brasilien | AuswÀrts | 1:1 | Valverde 55' | Arena Fonte Nova, Salvador |
| 21. MĂ€rz 2025 | 13 | Argentinien | Heim | 0:1 | Stadion Centenario, Montevideo | |
| 25. MÀrz 2025 | 14 | Bolivien | AuswÀrts | 0:0 | Stadion Municipal, El Alto | |
| 5. Juni 2025 | 15 | Paraguay | AuswÀrts | 0:2 | Stadion Defensores del Chaco, Asunción | |
| 10. Juni 2025 | 16 | Venezuela | Heim | 2:0 | Aguirre 42', De Arrascaeta 47' | Stadion Centenario, Montevideo |
| 4. September 2025 | 17 | Peru | Heim | 3:0 | Aguirre 14', G. de Arrascaeta 56', Viñas 80' | Stadion Centenario, Montevideo |
| 9. September 2025 | 18 | Chile | AuswÀrts | 0:0 | Stadion Nacional, Santiago |
Abschlusstabelle
| Pos. | Team | Pts. | PJ | PG | PE | PP | GF | GC | Dif. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Argentinien | 38 | 18 | 12 | 2 | 4 | 31 | 10 | 21 |
| 2 | Ecuador | 29 | 18 | 8 | 8 | 2 | 14 | 5 | 9 |
| 3 | Kolumbien | 28 | 18 | 7 | 7 | 4 | 28 | 18 | 10 |
| 4 | Uruguay | 28 | 18 | 7 | 7 | 4 | 22 | 12 | 10 |
| 5 | Brasilien | 28 | 18 | 8 | 4 | 6 | 24 | 17 | 7 |
| 6 | Paraguay | 28 | 18 | 7 | 7 | 4 | 14 | 10 | 4 |
| 7 | Bolivien | 20 | 18 | 6 | 2 | 10 | 17 | 35 | -18 |
| 8 | Venezuela | 18 | 18 | 4 | 6 | 8 | 18 | 28 | -10 |
| 9 | Peru | 12 | 18 | 2 | 6 | 10 | 6 | 21 | -15 |
| 10 | Chile | 11 | 18 | 2 | 5 | 11 | 9 | 27 | -18 |
Im direkten Vergleich zu den Nachbarn in der Tabelle ist Uruguays Profil klar: mehr Torertrag als Ecuador, deutlich weniger Gegentore als Kolumbien, aber nicht diese eine dominante Kennzahl, die alles erschlÀgt. Es ist das Paket. 22:12 Tore bedeuten: Uruguay kassiert im Schnitt deutlich unter einem Gegentor pro Spiel, und gewinnt viele Spiele mit kontrollierten, eher knappen Ergebnissen.
Ein Blick auf Heim und AuswĂ€rts schĂ€rft das Bild weiter. Zuhause ist Uruguay meistens das Team, das die Szene diktiert: Siege gegen Chile, Brasilien, Bolivien, Venezuela und Peru, dazu Remis gegen Paraguay und Ecuador, nur eine Heimniederlage gegen Argentinien. AuswĂ€rts dagegen ist die Bilanz âhart, aber nicht romantischâ: groĂe Siege in Argentinien, Remis in Kolumbien und Brasilien, aber auch RĂŒckschlĂ€ge in Ecuador, Peru und Paraguay. Diese Mischung erklĂ€rt, warum Uruguay im Tabellenpulk nicht wegflog, aber auch nicht abriss.
AuffĂ€llig ist die Dichte an Ein-Tor-Spielen und Nullnummern. Uruguay spielte 0:0 gegen Paraguay, Venezuela, Ecuador, Bolivien und Chile â fĂŒnfmal ohne Treffer, fĂŒnfmal ohne Niederlage. Das ist ein Muster: Wenn das Spiel nicht âlĂ€uftâ, wird es wenigstens nicht verloren. Gleichzeitig sind die Niederlagen meist âsauberâ im Sinne von knapp oder ohne eigenen Treffer: 0:1 in Peru, 0:1 gegen Argentinien, 0:2 in Paraguay. Das Problem ist weniger Chaos, mehr fehlende Durchschlagskraft in bestimmten RĂ€umen und Spielphasen.
Der Schlussteil der Qualifikation gab dem Ganzen wieder Farbe: 2:0 gegen Venezuela, 3:0 gegen Peru, 0:0 in Chile. Das sind Ergebnisse, die nach Plan aussehen: erst zu Null stabilisieren, dann mit QualitĂ€t die TĂŒr öffnen â oder, wenn die TĂŒr zu bleibt, zumindest nicht den SchlĂŒssel verlieren.
Wie sie spielen
Uruguay wirkt in diesen Ergebnissen wie eine Mannschaft, die zuerst das Spiel kontrollierbar machen will. Nicht im Sinn von sterilem Ballbesitz â das lĂ€sst sich aus Zahlen allein nicht seriös behaupten â, sondern im Sinn von SpielstĂ€nden. Die HĂ€ufung an Zu-Null-Partien ist kein Zufall: 18 Qualifikationsspiele, 12 Gegentore. Das ist die Basis, auf der alles andere steht.
Die zweite Ebene ist die FĂ€higkeit, groĂe Gegner nicht nur zu âĂŒberlebenâ, sondern ihnen Momente wegzunehmen. 2:0 gegen Brasilien, 2:0 auswĂ€rts gegen Argentinien, 1:1 in Brasilien â das sind Ergebnisse, die immer eine Mischung brauchen: defensive StabilitĂ€t plus ein Angriff, der im richtigen Moment zuschlĂ€gt. Uruguay hat genau das mehrfach gezeigt. Es ist weniger der Dauersturm, mehr die gezielte Klinge: wenn die LĂŒcke da ist, gehtâs schnell.
Gleichzeitig verraten die Torserien eine gewisse UnregelmĂ€Ăigkeit im Offensivrhythmus. Zwischen dem 3:0 gegen Bolivien am 21. November 2023 und dem 3:2 gegen Kolumbien am 15. November 2024 liegen Spiele, in denen Uruguay kaum trifft: 0:0, 0:0, 0:1, 0:0 â eine Phase, in der der Output nicht zur QualitĂ€t einzelner Namen passt, aber genau das ist der Punkt: Ergebnisse sind manchmal ehrlicher als der Kader. Uruguay konnte ĂŒber mehrere Partien hinweg zwar stabil verteidigen, aber nicht konstant Chancen in Tore ĂŒbersetzen.
Der Torverteilungs-Eindruck ist zweigeteilt. Es gibt klare Protagonisten in den Spielberichten: NĂșñez taucht wiederholt als TorschĂŒtze auf, ebenso de la Cruz und Valverde, spĂ€ter auch Aguirre und die Arrascaeta-BrĂŒder in unterschiedlichen Schreibweisen im Datensatz. Das wirkt nach einem Team, das nicht nur einen einzigen Zielspieler hat, aber dennoch bestimmte Spieler braucht, damit die Anzeigetafel kippt. Die Abende ohne Treffer â gerade die vier Spiele in Folge 2024 â deuten darauf hin, dass Uruguay manchmal zu sehr in âsauberem Spielâ gefangen bleibt, ohne die letzte Aktion zu erzwingen.
Und da liegt auch eine plausible Verwundbarkeit, rein aus den Resultaten: Wenn Uruguay frĂŒh in RĂŒckstand gerĂ€t oder wenn der Gegner das Spiel in eine enge, geduldige Struktur drĂŒckt, kann Uruguay in eine torarme Spirale rutschen. Die Niederlagen in Quito und AsunciĂłn sind inhaltlich nicht beschrieben, aber die nackten Resultate zeigen: AuswĂ€rts, wenn der Gegner ein paar Momente mehr hat, wird es fĂŒr Uruguay schwer, das Spiel zu drehen. Die Ausnahme ist das 2:2 in Kolumbien mit einem spĂ€ten Elfmeter â ein Spiel, das als Hinweis gilt: Uruguay kann zurĂŒckkommen, aber es braucht oft eine konkrete Szene, kein dauerndes DrĂŒcken.
Kurz: Dieses Uruguay ist ein Team, das am liebsten in Spiele kommt, die nach 60 Minuten noch offen sind â weil es dann StabilitĂ€t und Nerven mitbringt. Es ist aber auch ein Team, das aufpassen muss, nicht in zu viele âNull-Tor-Abendeâ zu rutschen, wenn der Gegner die RĂ€ume eng macht.
Die Gruppe bei der WM
Gruppe H, dreimal BĂŒhne, dreimal ein anderer Ton. Uruguay bekommt zum Start Saudi-Arabien, dann Cabo Verde, zum Abschluss Spanien. Und das Interessante: Zwei Spiele im Hard Rock Stadium in Miami â eine Konstanz des Ortes, die in einem Turnier immer ein kleiner Bonus sein kann, weil Routine nicht nur im Training, sondern auch in der Umgebung entsteht.
Die Reihenfolge ist dramaturgisch klar. Erst ein Gegner, gegen den man das Turnier nicht verlieren darf, dann ein Spiel, das nach Pflicht und Risiko zugleich riecht, und am Ende Spanien â vermutlich der Abend, an dem ein Unentschieden sich wie eine Qualifikation anfĂŒhlen kann, oder eine Niederlage wie ein Detail, das spĂ€ter fehlt. Uruguay wird diese Gruppe nicht ĂŒber Namen lösen, sondern ĂŒber das, was die Qualifikation gezeigt hat: StabilitĂ€t und Timing.
Tabelle: Uruguays drei Gruppenspiele
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 15. Juni 2026 | Hard Rock Stadium | Miami | Saudi-Arabien |
| 21. Juni 2026 | Hard Rock Stadium | Miami | Cabo Verde |
| 26. Juni 2026 | Stadion Chivas | Guadalajara | Spanien |
Spiel 1: 15. Juni 2026, Saudi-Arabien vs Uruguay, Miami. Das ist ein Auftakt, in dem Uruguay in erster Linie Ordnung herstellen muss: keine frĂŒhen Geschenke, keine Hektik, keine erzwungenen Risiken. Aus den Quali-Ergebnissen lĂ€sst sich ableiten, dass Uruguay gut darin ist, Spiele âzu nullâ zu halten oder lange eng zu halten. Genau das passt zu einem Turnierstart. Prognose: gana Uruguay.
Spiel 2: 21. Juni 2026, Uruguay vs Cabo Verde, Miami. Das ist das klassische Spiel, in dem die Gruppe kippen kann: Wer hier gewinnt, geht mit Druckpolster in den letzten Spieltag. Uruguay wird versuchen, das Spiel nicht in einen offenen Schlagabtausch zu verwandeln, sondern ĂŒber Kontrolle und Effizienz zu lösen â so wie beim 3:0 gegen Peru oder dem 2:0 gegen Venezuela in der Qualifikation. Der SchlĂŒssel wird sein, nicht in eine weitere âNullnummerâ zu rutschen, wie es in der Quali mehrfach passierte. Prognose: gana Uruguay.
Spiel 3: 26. Juni 2026, Uruguay vs Spanien, Guadalajara. Das Endspiel der Gruppe, zumindest auf dem Papier. Uruguay hat in der Qualifikation gezeigt, dass es gegen groĂe Namen Ergebnisse tragen kann: 2:0 gegen Brasilien, 2:0 in Argentinien, 1:1 in Brasilien. Das allein macht Spanien nicht kleiner, aber es sagt: Uruguay hat kein Problem mit groĂen BĂŒhnen, solange der Spielplan stabil bleibt. Wenn Uruguay bis dahin Punkte gesammelt hat, kann ein Remis reichen; wenn nicht, muss Uruguay frĂŒher ins Risiko. Prognose: empate.
Am Ende wird die Gruppe H wahrscheinlich nicht durch Schönheit entschieden, sondern durch Details: ein Standard, ein Konter, ein Moment der Unruhe. Uruguay bringt dafĂŒr zwei Dinge mit, die in Turnieren zĂ€hlen: eine niedrige Gegentorzahl aus der Qualifikation und die Erfahrung, enge Spiele nicht zu verlieren.
SchlĂŒssel zur Qualifikation aus der Gruppe
- Den Auftakt gewinnen und dabei defensiv sauber bleiben: ein 1:0 ist hier genauso wertvoll wie ein 3:0.
- Im zweiten Spiel nicht in Geduld ohne Punch geraten: Uruguay braucht mindestens eine Phase im Spiel, in der es das Tempo sichtbar erhöht.
- Gegen Spanien den Spielstand managen: nicht frĂŒh öffnen, nicht spĂ€t einschlafen.
- Standards als Waffe und Versicherung: enge Spiele entscheiden sich oft dort.
- Disziplin in den letzten zehn Minuten: Uruguay hat spÀte Tore gemacht und spÀte Tore kassiert, beides kann ein Turnier prÀgen.
Leitartikel
Uruguay wirkt in dieser Geschichte wie ein Team, das sein Handwerk ernst nimmt: erst die Basis, dann die KĂŒr. 22:12 Tore sind kein Zufall, sondern ein Fingerabdruck. Wer so wenige Gegentore zulĂ€sst, kann in einem Turnier sehr weit kommen, selbst wenn nicht jedes Spiel nach Feuerwerk aussieht. Und gerade weil die Gruppe mit Spanien einen Fixpunkt hat, ist diese StabilitĂ€t ein realer Trumpf: Man kann auf Augenhöhe spielen, ohne das Spiel zu verlieren, bevor es ĂŒberhaupt angefangen hat.
Aber diese Qualifikation zeigt auch die Warnlampe: Wenn Uruguay in eine Phase rutscht, in der es nicht trifft, wird jedes Spiel zu einer MĂŒnze. FĂŒnfmal 0:0 in 18 Partien ist einerseits Kontrolle, andererseits Risiko â denn im Turnier gibt es weniger Zeit, eine Stotterphase zu reparieren. Uruguay braucht keine Daueroffensive, aber es braucht verlĂ€ssliche Tore in den Momenten, in denen ein Spiel nach 60 Minuten noch âzuâ ist.
Die vielleicht wichtigste Erinnerung fĂŒr die WM steckt in einem einzigen Ergebnis: 0:2 am 5. Juni 2025 in Paraguay. Nicht, weil dieses Spiel alles erklĂ€rt, sondern weil es zeigt, wie schnell ein Plan kippen kann, wenn Uruguay auswĂ€rts oder unter Druck die erste Welle nicht sauber ĂŒbersteht. Im Turnierformat ist genau so ein Abend der Unterschied zwischen ruhiger Gruppenphase und hektischer Rechnerei.
Uruguay hat sich diese BĂŒhne nicht mit Glitzer erspielt, sondern mit Arbeit. Und vielleicht ist genau das seine Chance: Wenn andere Teams auf dem Drahtseil tanzen, steht Uruguay lieber mit beiden FĂŒĂen auf dem Boden â und wartet auf den Moment, in dem ein einziger sauberer Schnitt reicht.