Senegal - Grupo I

Senegal 🩁 Der Löwe, der keine Punkte liegen lĂ€sst

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Von Diamniadio bis New York: Senegals Quali-Marsch endet ohne Niederlage – und das Drehbuch fĂŒr Gruppe I verspricht Tempo, Kante und Nerven

EinfĂŒhrung

Es gibt Nationalteams, die sich durch ein Turnier schleppen. Und es gibt Teams, die es wie Senegal lösen: TĂŒr auf, Blick nach vorn, Schritt rein – und dann den Raum mit AutoritĂ€t fĂŒllen. In Diamniadio, in LomĂ©, in Bengasi und Kinshasa hat sich diese Mannschaft nicht als Besucher prĂ€sentiert, sondern als Instanz. Nicht immer spektakulĂ€r, aber fast immer unangreifbar.

Man sieht es an den Ergebnissen wie an der Dramaturgie: Senegal kann Partien öffnen, wenn der Gegner wackelt – und Senegal kann sie auch einfrieren, wenn das Spiel zu kippen droht. Zwei 0:0 in AuswĂ€rtsspielen wirken auf dem Papier wie Leerlauf, in der Summe aber sind sie Teil eines Designs: keine Panik, kein Overcommitment, keine Geschenke.

Und dann sind da diese Abende, an denen alles wie aus einem Guss wirkt. 18. November 2023: 4:0 gegen SĂŒdsudan, ein Start wie ein Presslufthammer – frĂŒhe Treffer, klare Rollen, und ein Gegner, der praktisch ab der sechsten Minute hinterherlĂ€uft. 9. September 2025 in Kinshasa: 3:2 gegen die DR Kongo, ein Spiel, das nach 0:2 nach 33 Minuten nach Problem roch und sich in eine Machtdemonstration der Widerstandskraft verwandelte. 10. Oktober 2025: 5:0 in Juba, als Senegal aus einem AuswĂ€rtsspiel eine Trainingseinheit mit Torabschluss machte.

DatenmĂ€ĂŸig landet diese Qualifikation in der Kategorie „klinisch“. Senegal beendet die Gruppe B auf Rang 1 mit 24 Punkten aus 10 Spielen, ohne Niederlage, mit 22:3 Toren und einer Differenz von +19. Sieben Siege, drei Remis – und vor allem: nur drei Gegentore in zehn Partien. Wer Senegal knacken wollte, musste nicht nur Chancen kreieren, sondern auch Geduld und PrĂ€zision ĂŒber 90 Minuten mitbringen.

Die Kipppunkte sind klar zu benennen, weil sie nicht nur Resultate waren, sondern Charaktertests. 6. Juni 2024: 1:1 gegen die DR Kongo – lange sah es nach einem kontrollierten Heimsieg aus, bis der Ausgleich spĂ€t kam. 22. MĂ€rz 2025: 0:0 im „AuswĂ€rts“-Spiel gegen Sudan in Bengasi – ein typischer Quali-Abend, an dem das Spiel eher nach Kampf als nach Rhythmus schmeckt. Und dann als Gegenpol der 9. September 2025: 2:3 in Kinshasa – zwei Gegentore, RĂŒckstand, und trotzdem drei Treffer mit einer klaren Botschaft: Senegal bleibt im Spiel, bis es kippt.

Der Weg durch die Qualifikation

Der Rahmen in Afrika ist so anspruchsvoll wie klar: Neun Gruppen mit je sechs Teams, eine lange Liga-Qualifikation ĂŒber Heim- und AuswĂ€rtsspiele. Der Gruppensieger löst das direkte Ticket. Dahinter bleibt der Druck hoch, weil es fĂŒr die besten Zweiten noch einen zusĂ€tzlichen Weg gibt: ein Play-off innerhalb Afrikas, dessen Sieger spĂ€ter in ein interkontinentales Play-off geht. Genau dieses Design macht jedes Remis wertvoll und jede AuswĂ€rts-Null zu einer kleinen WĂ€hrung.

Senegal hat diese Struktur verstanden und sie konsequent „bespielt“. Nicht mit dem Anspruch, jedes Spiel zu dominieren, sondern mit dem Anspruch, nie aus der Kontrolle zu fallen. In einer Gruppe, in der die DR Kongo lange auf TuchfĂŒhlung blieb, war das entscheidend: Senegal musste nicht nur liefern, sondern auch verhindern, dass der direkte Verfolger einen Lauf bekommt.

Die Tabellensprache ist eindeutig: Senegal 24 Punkte, DR Kongo 22. Auf dem Papier ist das knapp, in der Logik der Spiele aber ist es ein deutlicher Abstand. Senegal ist ungeschlagen, die DR Kongo hat zwei Niederlagen. Senegal kassiert drei Gegentore, die DR Kongo sechs. Das klingt nach Nuancen, ist in einer langen Quali aber der Unterschied zwischen „wir sind vorne“ und „wir jagen“.

Ein Blick auf die Verfolger zeigt außerdem, wie sehr Senegal die Gruppe in zwei HĂ€lften geteilt hat. Sudan kommt auf 13 Punkte, Togo auf 8, Mauretanien auf 7, SĂŒdsudan auf 5. Das heißt: Hinter dem Spitzenduo entsteht eine zweite RealitĂ€t. Senegal musste also primĂ€r zwei Aufgaben lösen: gegen die unteren Teams effizient punkten – und in den Direktduellen mit der DR Kongo mindestens nicht verlieren. Beides ist gelungen, inklusive des AuswĂ€rtssieges in Kinshasa.

Interessant ist die Mischung aus Heimsicherheit und AuswĂ€rtspragmatismus. Zuhause in Diamniadio stehen klare Ansagen: 4:0 gegen SĂŒdsudan, 1:1 gegen die DR Kongo, 2:0 gegen Togo, 2:0 gegen Sudan, 4:0 gegen Mauretanien. Das sind 13 Punkte aus fĂŒnf Heimspielen, 13:1 Tore. AuswĂ€rts ist es weniger „Show“, mehr „Job“: 0:0 in LomĂ©, 1:0 in Nouakchott, 0:0 in Bengasi, 3:2 in Kinshasa, 5:0 in Juba. Das sind 11 Punkte aus fĂŒnf AuswĂ€rtsspielen, 9:2 Tore. Die Balance ist das Stichwort: Senegal gewinnt auch ohne Glanz – und wenn sich RĂ€ume öffnen, wird es brutal.

Hinzu kommt ein Muster, das fĂŒr Qualifikationen Gold wert ist: Senegal kann enge Spiele. Zwei 0:0, ein 1:1, mehrere 1:0/2:0-Typen – und gleichzeitig die FĂ€higkeit, Gegner aus dem Stadion zu schießen. FĂŒr TrainerstĂ€be ist das eine doppelte Beruhigung: Plan A funktioniert bei offenen Spielen, Plan B trĂ€gt bei zĂ€hen.

Und dann ist da die psychologische Klammer um die Kampagne: Senegal hat in zehn Spielen nicht ein einziges Mal verloren. Das ist nicht nur Statistik, das ist ein Verhalten. In Gruppenqualifikationen ist die „Niederlagenfreiheit“ oft der direkte Hebel zum Ticket, weil sie die Risiken minimiert und den Druck auf den Verfolger permanent hoch hĂ€lt.

Tabelle 1: Senegals Spiele in der Qualifikation

Datum Gruppe Spieltag Gegner Bedingung Ergebnis TorschĂŒtzen Spielort
18. November 2023 B 1 SĂŒdsudan Heim 4:0 Matar Sarr (1'), ManĂ© (6', 56' Elfm.), Camara (45') Stadion Abdoulaye Wade, Diamniadio
21. November 2023 B 2 Togo AuswÀrts 0:0 Stadion de Kégué, Lomé
6. Juni 2024 B 3 DR Kongo Heim 1:1 I. Sarr (45+1'); Mayele (85') Stadion Abdoulaye Wade, Diamniadio
9. Juni 2024 B 4 Mauretanien AuswÀrts 1:0 H. Diallo (27') Stadion Cheikha Ould Boïdiya, Nuakchot
22. MÀrz 2025 B 5 Sudan AuswÀrts 0:0 Stadion Mårtires de Benina, Bengasi
25. MĂ€rz 2025 B 6 Togo Heim 2:0 Matar Sarr (35'), Boma (67' Eigentor) Stadion Abdoulaye Wade, Diamniadio
5. September 2025 B 7 Sudan Heim 2:0 Koulibaly (14'), Matar Sarr (41') Stadion Abdoulaye Wade, Diamniadio
9. September 2025 B 8 DR Kongo AuswÀrts 3:2 Bakambu (26'), Wissa (33'); Gueye (39'), N. Jackson (53'), Matar Sarr (87') Stadion de los Mårtires, Kinsasa
10. Oktober 2025 B 9 SĂŒdsudan AuswĂ€rts 5:0 I. Sarr (29', 54'), ManĂ© (46'), Jackson (60' Elfm.), C. Ndiaye (75') Stadion de Yuba, Yuba
14. Oktober 2025 B 10 Mauretanien Heim 4:0 Mané (45+1', 48'), I. Ndiaye (64'), H. Diallo (85') Stadion Abdoulaye Wade, Diamniadio

Die Zahlen aus dieser Liste erzĂ€hlen drei Geschichten. Erstens: Senegal hat in zehn Spielen achtmal zu null gespielt. Zweitens: Senegal hat fĂŒnfmal mindestens zwei Tore erzielt, dreimal sogar vier oder mehr. Drittens: Senegal hat auch in den „unbequemen“ AuswĂ€rtsspielen (LomĂ©, Bengasi) nicht nachgegeben, sondern das Resultat verwaltet.

Tabelle 2: Gruppe B, Abschlusstabelle

Pos. Team Pkt. Sp. S U N Tore Diff.
1 Senegal 24 10 7 3 0 22:3 +19
2 DR Kongo 22 10 7 1 2 15:6 +9
3 Sudan 13 10 3 4 3 8:6 +2
4 Togo 8 10 1 5 4 5:10 −5
5 Mauretanien 7 10 1 4 5 4:13 −9
6 SĂŒdsudan 5 10 0 5 5 3:19 −16

In dieser Tabelle steckt auch die taktische Konsequenz, ohne dass man Systeme zeichnen muss: Wer 22 Tore schießt und nur drei kassiert, hat zwei Dinge im Griff – Ballbesitzphasen und Risikoabsicherung. Und wer in einer langen Gruppe „nur“ drei Remis zulĂ€sst, hat die Nerven fĂŒr die Tage, an denen die Chancen nicht fallen.

Wie sie spielen

Senegal spielt diese Qualifikation wie eine Mannschaft, die zuerst die StabilitĂ€t priorisiert und danach die ZĂ€hne zeigt. Das erkennt man nicht an Formationen, sondern an Ergebnissen und Streuung: 22 Tore in zehn Spielen sind stark, aber die grĂ¶ĂŸere Aussage ist die Defensive – drei Gegentore insgesamt, also 0,3 pro Spiel. Es gibt Mannschaften, die dominieren, aber dabei offen stehen. Senegal dominiert und bleibt geschlossen.

Das zweite Indiz ist die Art, wie die Spiele kippen. Das 3:2 in Kinshasa ist der SchlĂŒssel: Nach 33 Minuten 0:2 hinten zu liegen, ist in Afrika auswĂ€rts oft ein Todesurteil, weil das Spiel dann ĂŒber Emotionen, Publikum und Chaos lĂ€uft. Senegal antwortet mit drei Toren, verteilt ĂŒber 39., 53. und 87. Minute. Das ist nicht „glĂŒcklich“, das ist AnpassungsfĂ€higkeit: erst ins Spiel kommen, dann den Punch setzen, dann es in der Schlussphase entscheiden.

Ein drittes Element ist die Effizienz in den „kleinen“ Spielen. 1:0 in Nouakchott, 2:0 gegen Sudan, 2:0 gegen Togo: Das sind Ergebnisse, die in Qualifikationen wie Knotenlöser wirken. Sie geben keine BĂŒhne fĂŒr ZufĂ€lle. Und sie geben dem Gegner nicht den Glauben, dass ein einziger Standard oder ein einziger Konter das Spiel drehen kann.

Auch das Torprofil wirkt wie eine Visitenkarte der VariabilitĂ€t. ManĂ© taucht mehrfach als DoppeltorschĂŒtze auf (zwei Treffer gegen SĂŒdsudan, zwei gegen Mauretanien) und bleibt damit ein Fixpunkt. Gleichzeitig verteilt Senegal Treffer ĂŒber Matar Sarr (mehrfach), Camara, H. Diallo, Koulibaly, N. Jackson, I. Ndiaye, C. Ndiaye – plus ein Eigentor des Gegners. Das ist wichtig, weil es das Risiko reduziert, dass ein einziger Ausfall die ganze Offensivstatik zerstört. In Zahlen: In diesen zehn Spielen stehen mindestens acht unterschiedliche Namen als TorschĂŒtzen in der Liste.

Ein weiterer Hinweis: Senegal hat mehrere Spiele mit „Clean Sheet“ gewonnen und zugleich hohe AuswĂ€rtssiege geliefert. Das bedeutet, der Mannschaft gelingt beides – das kontrollierte Management (0:0, 1:0, 2:0) und das Ausnutzen von offenen SpielverlĂ€ufen (4:0, 5:0). FĂŒr ein WM-Gruppenturnier ist das ein Vorteil, weil die Gegner und SpielzustĂ€nde innerhalb weniger Tage stark wechseln.

Die mögliche Verwundbarkeit zeigt sich dort, wo Senegal nicht „durchkommt“, obwohl die Kontrolle da ist: 0:0 in LomĂ©, 0:0 gegen Sudan in Bengasi, dazu das 1:1 gegen die DR Kongo daheim. In drei von zehn Spielen blieb Senegal ohne Sieg – und in genau diesen Partien ist der gemeinsame Nenner: niedrige Toranzahl, wenig Spielraum fĂŒr Fehler, und die Frage, ob man aus „Überlegenheit“ auch zwingend Tore macht. Es ist keine Krise, eher ein Warnschild: Wenn der erste Treffer nicht fĂ€llt, wird das Spiel zĂ€her, und Senegal muss geduldig bleiben, statt die Struktur zu ĂŒberdrehen.

Die Gruppe bei der WM

Gruppe I hat eine klare Geografie und eine klare Tonlage: zwei Spiele im MetLife Stadium in New York / New Jersey, dann ein Wechsel nach Toronto ins BMO Field. Das ist logistischer Luxus im Vergleich zu manch anderer Gruppe – aber sportlich wird es sofort ernst, weil Senegal gegen zwei namentlich feststehende Gegner startet und erst im dritten Spiel auf einen Gegner trifft, der aus einem interkontinentalen Play-off kommt.

Und hier ist die zentrale Regel fĂŒr dieses dritte Spiel: Der Gegner ist nicht „I3“, sondern eine Mannschaft, die sich erst ĂŒber das interkontinentale Play-off Turnier qualifiziert. In Senegals Spielplan heißt das konkret: „Rival por definirse, saldrĂĄ del repechaje internacional Llave B: Bolivia, Surinam o Irak.“ Das ist keine NebensĂ€chlichkeit, weil der Charakter dieses Gegners stark variieren kann – und weil Senegal seine Gruppenplanung nicht an einem Namen, sondern an einem Szenario ausrichten muss.

Die beiden Auftaktspiele geben der Gruppe ihren Rhythmus. Frankreich gegen Senegal ist ein Spiel, das die Temperatur sofort hochsetzt: keine Anlaufzeit, keine „erst mal ins Turnier finden“-Phase. Norwegen gegen Senegal wenige Tage spĂ€ter ist dann ein anderes Puzzle: weniger Ballbesitzdruck durch „GrĂ¶ĂŸe des Namens“, dafĂŒr die Gefahr, dass das Spiel physischer und direkter wird. Senegal hat in der Qualifikation gezeigt, dass es in beiden Spieltypen Lösungen findet – einmal ĂŒber frĂŒhe Tore (4:0 nach sechs Minuten bereits 2:0), einmal ĂŒber spĂ€te Entscheidungen (87. Minute in Kinshasa).

Tabelle: Senegals drei Gruppenspiele

Datum Stadion Stadt Gegner
16. Juni 2026 MetLife Stadium New York / New Jersey Frankreich
22. Juni 2026 MetLife Stadium New York / New Jersey Norwegen
26. Juni 2026 BMO Field Toronto Rival por definirse, saldrĂĄ del repechaje internacional Llave B: Bolivia, Surinam o Irak.

Spiel 1: Frankreich vs Senegal – Prognose: empate Dieses Spiel schreit nach Kontrolle, nicht nach Hektik. Senegal kommt mit einer Quali-Statik, die selten bricht: drei Gegentore in zehn Spielen. Der Punkt wird sein, ob Senegal die eigene Ruhe auch dann behĂ€lt, wenn der Gegner lĂ€ngere Ballbesitzphasen erzwingt. Ein Remis ist hier nicht „klein“, sondern ein strategischer Start, weil es die Gruppe offen hĂ€lt und den Druck verteilt.

Spiel 2: Norwegen vs Senegal – Prognose: gana Senegal Wenn Senegal in einer Gruppenphase ein „Arbeits“-Spiel bekommt, kann es diese Mannschaft sein, die daraus einen klaren Sieg schĂ€lt. Nicht zwingend hoch, aber sauber. Die Qualifikation liefert dafĂŒr genĂŒgend Blaupausen: 1:0, 2:0, 2:0 – Ergebnisse, die man gewinnt, weil man nicht wackelt. Entscheidend wird sein, dass Senegal die Partie nicht zu einem offenen Schlagabtausch macht, sondern die eigene StabilitĂ€t als Waffe benutzt.

Spiel 3: Senegal vs Rival por definirse, saldrĂĄ del repechaje internacional Llave B: Bolivia, Surinam o Irak. – Prognose: gana Senegal Hier liegt der Fokus weniger auf „Gegneranalyse“ als auf Auftragsklarheit. FĂŒr Senegal ist das ein Spiel, um die Gruppenphase abzuschließen, ohne Geschenke zu verteilen. Und wenn es ein Match gibt, in dem die VariabilitĂ€t der TorschĂŒtzen zĂ€hlt, dann dieses: Senegal hat im Quali-Verlauf immer wieder unterschiedliche Namen auf dem Scoreboard, was gerade gegen Gegner mit variierendem Profil ein Vorteil ist.

Zum Abschluss ein paar klare SchlĂŒssel zur Qualifikation aus dieser Gruppe, aus Senegals Sicht:

  • Das erste Spiel darf nicht verloren gehen: Ein sauberer Start verhindert, dass die Gruppe sofort zum Rechenexempel wird.
  • Die Defensive ist Senegals Kapital: Mit im Schnitt 0,3 Gegentoren pro Quali-Spiel trĂ€gt die Struktur auch in engen WM-Partien.
  • Effizienz schlĂ€gt Schönheit: 1:0 und 2:0 waren in der Quali wiederkehrende Ergebnisse – genau diese Scores bauen Gruppentabellen.
  • SpĂ€te Entscheidungen bleiben ein Werkzeug: Kinshasa zeigte, dass Senegal in Schlussphasen nicht „verwaltet“, sondern auch zuschlĂ€gt.

Leitartikel

Senegal wirkt wie eine Mannschaft, die ihre IdentitĂ€t nicht aus Momenten, sondern aus Gewohnheiten zieht: sauber bleiben, geduldig bleiben, und zuschlagen, wenn der Gegner eine TĂŒr offen lĂ€sst. Die Qualifikation war keine Sammlung von Highlights, sondern ein langer Beweis, dass StabilitĂ€t eine Form von Angriff ist. Drei Gegentore in zehn Spielen sind nicht nur Defensive – sie sind die Lizenz, im Turnier auch mal ein Spiel „nur“ zu kontrollieren, ohne Angst vor dem einen Stich zu haben.

Trotzdem steckt die Warnung im gleichen Datensatz, der so souverĂ€n aussieht: Die Spiele ohne Sieg waren exakt die zĂ€hen, torarmen Abende. 21. November 2023 in LomĂ© (0:0) und 22. MĂ€rz 2025 in Bengasi (0:0) sind Erinnerungen daran, dass Kontrolle allein nicht immer reicht, wenn der erste Treffer nicht fĂ€llt. Wenn Senegal in der WM-Gruppe in so ein Spiel rutscht, muss die Mannschaft die Geduld halten – aber gleichzeitig frĂŒher Wege zum Tor erzwingen, bevor es ein 90-Minuten-„Nichts passiert“-Match wird.

Der Schluss bleibt eine Fußballwahrheit, die Senegal in Kinshasa schon selbst geschrieben hat: Spiele kippen nicht nur durch QualitĂ€t, sondern durch Reaktion. 9. September 2025 lag Senegal nach 33 Minuten 0:2 hinten – und hat trotzdem 3:2 gewonnen. In einer WM-Gruppe ist genau das die WĂ€hrung: nicht perfekt sein, sondern belastbar. Und wenn Senegal diese Belastbarkeit mit der Quali-Defensive verbindet, dann ist Gruppe I nicht nur ein Parcours – sie ist eine BĂŒhne.