Kroatien - Grupo L
Kroatien đđ·đ„ Mit Zahlen im RĂŒcken, mit Kante im Blick
Eine Quali wie aus dem Lehrbuch bringt Kroatien in den WM-Fluss â jetzt wartet eine Gruppenphase mit klaren PrĂŒfsteinen.
EinfĂŒhrung
Es gibt Qualifikationskampagnen, die fĂŒhlen sich an wie ein langer, zĂ€her Winter: viel Arbeit, wenig Glanz, zu viele Fragezeichen. Und dann gibt es diese seltenen LĂ€ufe, in denen eine Nationalmannschaft frĂŒh den Ton setzt, den Rhythmus kontrolliert und die Abende so ordnet, dass am Ende nicht nur die Punkte stimmen, sondern auch das Narrativ. Kroatien hat in seiner UEFA-Gruppe genau so einen Lauf hingelegt: schnörkellos, effizient, mit Momenten von echter Wucht.
Man muss sich nur das erste groĂe Ausrufezeichen auf der Zunge zergehen lassen: 7:0 auswĂ€rts gegen Gibraltar am 6. Juni 2025. Das war kein freundliches âWir sind daâ, sondern ein Spiel, das die Richtung vorgibt: Tempo anziehen, frĂŒh Tore erzwingen, den Gegner im eigenen Strafraum festnageln. Zwei Tage spĂ€ter folgte die nĂ€chste klare Botschaft: 5:1 gegen Tschechien am 9. Juni 2025 â ein Spiel, das aus einem direkten Duell um die Spitze eine Demonstration machte.
Doch dieser Weg ist nicht nur aus den hohen Ergebnissen gebaut. Kroatiens Qualifikation hat auch die leisen Kapitel, die in Turnieren oft entscheidender sind als ein Feuerwerk: das 1:0 auf den FĂ€röern am 5. September 2025, eng, kontrolliert, mit einem einzigen Treffer als Trennlinie. Und dann der Abend in Prag am 9. Oktober 2025: 0:0 gegen Tschechien â das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick wie ein Atemholen, war aber in der Gesamtstatik der Gruppe ein weiterer Stein im Fundament.
Wenn man die Zahlen als Landkarte liest, steht Kroatien nicht nur oben, sondern weit vorne: Platz 1 mit 22 Punkten aus 8 Spielen, ungeschlagen mit 7 Siegen und 1 Remis. Dazu 26 Tore erzielt, nur 4 kassiert, Tordifferenz +22. Das ist nicht bloĂ âqualifiziertâ, das ist ein Profil: Dominanz ĂŒber die Gruppe, defensive StabilitĂ€t und eine Offensive, die regelmĂ€Ăig mehr als nur eine Lösung findet.
Es gab mehrere Scharniermomente, an denen die Kampagne endgĂŒltig in Richtung WM abbog. Der 9. Juni 2025 gegen Tschechien (5:1) war einer, weil er zeigte, dass Kroatien nicht nur gegen AuĂenseiter punktet, sondern auch im Spitzenspiel die Szene beherrscht. Das 0:0 am 9. Oktober 2025 in Prag war ein zweiter, weil Kroatien dort nicht nachgeben musste, um âschönâ zu sein â es reichte, klug zu sein. Und der 3:2-AuswĂ€rtssieg in Montenegro am 17. November 2025 war der dritte: ein Spiel, das nach frĂŒhem RĂŒckstand kippen kann, das aber am Ende Kroatiens FĂ€higkeit zeigt, in Unruhephasen nicht zu zerbrechen.
Der Weg durch die Qualifikation
Kroatien kam in eine Qualifikationsgruppe, die auf dem Papier klar strukturiert war: ein Favorit, ein ernsthafter Verfolger, zwei Mittelfeld-Teams mit eigener Ambition und ein klarer AuĂenseiter. In der Praxis wurde daraus eine Gruppe, die Kroatien sehr frĂŒh zu seinem eigenen Projekt machte. Die entscheidende Linie verlief nicht zwischen âschönâ und âhĂ€sslichâ, sondern zwischen Kontrolle und Unordnung â und Kroatien hielt die Unordnung in Grenzen.
Der Blick auf die Tabelle erklĂ€rt den Verlauf in einem Atemzug. Kroatien beendet die Gruppe L auf Platz 1 mit 22 Punkten (8 Spiele), bei 7 Siegen, 1 Remis und 0 Niederlagen. Tschechien folgt mit 16 Punkten, dahinter die FĂ€röer mit 12, Montenegro mit 9, Gibraltar mit 0. Das klingt nach klarem Abstand â und ist es auch: Kroatien hat am Ende sechs Punkte Vorsprung auf den Zweiten, bei einer Tordifferenz, die wie ein eigenes Argument steht (+22).
Der Abstand wird noch deutlicher, wenn man die Offensiv- und Defensivwerte gegeneinanderstellt. Kroatien erzielt 26 Tore in 8 Partien: im Schnitt 3,25 pro Spiel. Gleichzeitig kassiert das Team nur 4 Gegentore, also 0,5 pro Spiel. Diese Kombination ist selten, weil sie nicht nur fĂŒr QualitĂ€t spricht, sondern auch fĂŒr Konzentration in den âPflichtspielenâ, in denen Nationalteams oft in Halbdistanzen landen: zu dominant, um wirklich gefordert zu sein â aber zu nachlĂ€ssig, um hinten alles sauber zu halten. Kroatien blieb sauber.
Tschechien als direkter Verfolger hat 18:8 Tore, also ebenfalls positiv, aber ohne den kroatischen Ăberdruck. Die FĂ€röer ĂŒberraschen mit 11:9 und 12 Punkten, was in dieser Gruppe bedeutet: sie haben genug Spiele gefunden, in denen sie nicht nur ĂŒberleben, sondern gewinnen konnten. Montenegro (8:17) dagegen ist das Team, das in den Spielen gegen die Spitze zu viel Luft lieĂ. Gibraltar (3:28) war in dieser Konstellation der Fixpunkt der eindeutigen Ergebnisse â und Kroatien nutzte das konsequent.
Was diese Qualifikation fĂŒr Kroatien besonders macht: Sie ist nicht durch ein einziges Muster entstanden, sondern durch mehrere Wege zum Ergebnis. Es gab die hohen Siege (7:0 in Gibraltar, 4:0 gegen Montenegro, 3:0 gegen Gibraltar), es gab den klaren Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten (5:1 gegen Tschechien) â und es gab die knappen, aber erwachsenen AuswĂ€rtssiege (1:0 auf den FĂ€röern, 3:2 in Montenegro). Das ist ein Spektrum, das spĂ€ter in Turnierwochen wichtiger ist als jede Stilnote.
Trotzdem: Nicht alles war immer glatt. Das 0:0 in Prag war die Erinnerung daran, dass Kroatien auch Spiele hat, in denen der Gegner die RĂ€ume schlieĂt und der Tag nicht nach frĂŒhem Tor riecht. Und das 3:2 in Montenegro zeigte die andere Seite: Wenn es hektisch wird und Kroatien frĂŒh einen Doppelschlag gegen sich bekommt (3. und 17. Minute), braucht es nicht nur Struktur, sondern auch Nerven. Dass dieses Spiel trotzdem gewonnen wurde, ist ein sehr WM-typisches Signal: Probleme erkannt, Schaden begrenzt, Spiel gedreht.
Tabelle 1: Kroatiens Spiele in der Qualifikation
| Datum | Gruppe | Gegner | Bedingung | Ergebnis | TorschĂŒtzen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 6. Juni 2025 | Gruppe L | Gibraltar | AuswĂ€rts | 7:0 | PaĆĄaliÄ 28', Budimir 30', F. IvanoviÄ 60', 63', PeriĆĄiÄ 73', KramariÄ 77', 79' | Stadion Algarve, Faro-LoulĂ© |
| 9. Juni 2025 | Gruppe L | Tschechien | Heim | 5:1 | Kroatien: KramariÄ 42', 75', ModriÄ 62' pen., PeriĆĄiÄ 68', Budimir 72' pen.; Tschechien: SouÄek 58' | Opus Arena, Osijek |
| 5. September 2025 | Gruppe L | FĂ€röer | AuswĂ€rts | 1:0 | KramariÄ 31' | TĂłrsvĂžllur, TĂłrshavn |
| 8. September 2025 | Gruppe L | Montenegro | Heim | 4:0 | JakiÄ 35', KramariÄ 51', KuÄ 85' Eigentor, PeriĆĄiÄ 90+2' | Maksimir, Zagreb |
| 9. Oktober 2025 | Gruppe L | Tschechien | AuswÀrts | 0:0 | Eden Arena, Prag | |
| 12. Oktober 2025 | Gruppe L | Gibraltar | Heim | 3:0 | Fruk 30', SuÄiÄ 78', ErliÄ 90+6' | Stadion Varteks, VaraĆŸdin |
| 14. November 2025 | Gruppe L | FĂ€röer | Heim | 3:1 | Kroatien: Gvardiol 23', Musa 57', VlaĆĄiÄ 70'; FĂ€röer: Turi 16' | Stadion Rujevica, Rijeka |
| 17. November 2025 | Gruppe L | Montenegro | AuswĂ€rts | 3:2 | Montenegro: OsmajiÄ 3', KrstoviÄ 17'; Kroatien: PeriĆĄiÄ 37' pen., JakiÄ 72', VlaĆĄiÄ 87' | Pod Goricom, Podgorica |
Tabelle 2: Gruppe L Abschlusstabelle
| Pos. | Team | Pkt. | Sp | S | U | N | Tore | Gegentore | Diff. | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Kroatien | 22 | 8 | 7 | 1 | 0 | 26 | 4 | +22 | WM 2026 |
| 2 | Tschechien | 16 | 8 | 5 | 1 | 2 | 18 | 8 | +10 | Play-offs |
| 3 | FÀröer | 12 | 8 | 4 | 0 | 4 | 11 | 9 | +2 | |
| 4 | Montenegro | 9 | 8 | 3 | 0 | 5 | 8 | 17 | -9 | |
| 5 | Gibraltar | 0 | 8 | 0 | 0 | 8 | 3 | 28 | -25 |
Aus diesen acht Spielen lĂ€sst sich eine klare Segmentierung lesen. Heimspiele: drei Siege aus drei Spielen, 12:1 Tore (5:1 gegen Tschechien, 4:0 gegen Montenegro, 3:1 gegen die FĂ€röer) â plus das 3:0 gegen Gibraltar ebenfalls zu Hause, was die Bilanz auf vier Heimspiele hebt, alle gewonnen, mit 15:1 Toren. AuswĂ€rts: vier Spiele, drei Siege und ein Remis, 11:3 Tore (7:0 in Gibraltar, 1:0 auf den FĂ€röern, 0:0 in Prag, 3:2 in Montenegro). Das ist nicht nur âstarkâ, das ist ein Muster: zu Hause mit klarer Wucht, auswĂ€rts mit kontrollierter Effizienz, ohne die defensive Basis aufzugeben.
Auch die âEin-Tor-Spieleâ erzĂ€hlen etwas. Kroatien gewann 1:0 auf den FĂ€röern â das einzige Spiel, in dem ein Treffer reichte. Das ist wichtig, weil es zeigt, dass Kroatien nicht nur dann funktioniert, wenn der erste Punch sitzt und das Spiel groĂ wird. Auf der anderen Seite steht das 0:0 in Prag: das einzige Spiel ohne eigenen Treffer. Ăber acht Spiele ist das eine extrem niedrige Quote an Offensiv-Leerlauf.
Und dann ist da noch die Art, wie Kroatien auf RĂŒckschlĂ€ge reagierte. Gegen die FĂ€röer zu Hause ging Kroatien in der 16. Minute in RĂŒckstand (Turi 16'), drehte es aber auf 3:1. In Montenegro kassierte Kroatien die Tore frĂŒh (3' und 17'), antwortete noch vor der Pause (PeriĆĄiÄ per Elfmeter 37') und drehte das Spiel spĂ€ter komplett (JakiÄ 72', VlaĆĄiÄ 87'). Solche Spiele sind in Qualifikationsgruppen selten die schönsten â aber sie sind oft die lehrreichsten.
Wie sie spielen
Aus dieser Qualifikation lĂ€sst sich Kroatiens Spielidee ohne taktische Fantasie ableiten: Kroatien sucht Kontrolle ĂŒber das Ergebnis. Das klingt banal, ist aber konkret belegbar: In acht Spielen nur vier Gegentore zuzulassen ist nicht nur DefensivqualitĂ€t, sondern auch Spielmanagement. Kroatien lĂ€sst Spiele selten kippen, weil es selten Phasen hat, in denen es dauerhaft offen ist.
Das zweite Merkmal: Kroatien kann Spiele âöffnenâ, sobald es einen Spalt findet. Die AuswĂ€rtsgala gegen Gibraltar (7:0) ist das Extrembeispiel, aber auch der 5:1-Heimsieg gegen Tschechien zeigt es: Sobald Kroatien ins Rollen kommt, wird aus einem knappen Spiel ein klarer Abend. Insgesamt 26 Tore in acht Spielen sind ein Wert, der nicht nur von einem einzelnen AusreiĂer getragen wird. Selbst wenn man das 7:0 herausnimmt, bleiben 19 Tore in sieben Spielen â immer noch 2,71 pro Partie.
Drittes Merkmal: Die Mannschaft wirkt nicht abhĂ€ngig von einem einzigen Moment oder einer einzigen BĂŒhne. Die Treffer fallen ĂŒber mehrere Partien verteilt, und auch die Liste der TorschĂŒtzen ist breit: KramariÄ trifft in mehreren Spielen (u. a. gegen Gibraltar, Tschechien, FĂ€röer, Montenegro), PeriĆĄiÄ ist ebenfalls wiederholt dabei (u. a. Gibraltar, Tschechien, Montenegro), dazu kommen Namen wie PaĆĄaliÄ, Budimir, ModriÄ, JakiÄ, VlaĆĄiÄ, Gvardiol, Musa, Fruk, SuÄiÄ, ErliÄ. Das ist fĂŒr Turniere eine wertvolle Versicherung: Wenn ein Spiel nicht ĂŒber die erste Option kommt, kann es ĂŒber die zweite oder dritte gehen.
Viertens: Kroatien ist in der Lage, enge AuswĂ€rtsspiele zu âentschĂ€rfenâ. Das 1:0 auf den FĂ€röern ist ein klassisches Beispiel: kein Spektakel, aber drei Punkte. Das 0:0 in Prag ist das zweite: kein Sieg, aber auch keine Niederlage und vor allem kein Kontrollverlust. Ăber die Qualifikation verteilt heiĂt das: Kroatien kann sowohl die dominante Rolle als auch die zĂ€he Rolle annehmen, ohne sein Gleichgewicht zu verlieren.
NatĂŒrlich gibt es auch eine erkennbare Verwundbarkeit â nicht als SchwĂ€che, sondern als Warnschild. Kroatien kassierte zwei Gegentore in Montenegro, und beide sehr frĂŒh. Kroatien kassierte zudem ein frĂŒhes Gegentor gegen die FĂ€röer zu Hause. Das deutet auf ein mögliches Risiko hin: Wenn der Gegner gleich zu Beginn Zugriff bekommt, muss Kroatien erst wieder in seinen Rhythmus finden. Kroatien kann das drehen, wie die Ergebnisse zeigen â aber in einer WM-Gruppe können frĂŒhe Gegentore schneller den gesamten Spielplan verĂ€ndern.
Zahlen als Beleg: Kroatien spielt viermal zu null (7:0, 1:0, 4:0, 3:0, plus 0:0 als fĂŒnftes Spiel ohne Gegentor), kassiert insgesamt nur vier Gegentore in acht Spielen, und erzielt in sechs von acht Partien mindestens drei Treffer. Das ist eine Mischung aus StabilitĂ€t und Offensivspitze â ein Profil, das in einer Gruppenphase selten âdurch Zufallâ entsteht.
Die Gruppe bei der WM
Die WM-Gruppenphase bringt Kroatien in Gruppe L â ein interessanter Nebensatz, weil derselbe Buchstabe schon in der Qualifikation die BĂŒhne war, aber das ist nur Kosmetik. Inhaltlich warten drei klar unterschiedliche Aufgaben: England, Panama und Ghana. Drei Gegner, drei Spieltypen, drei Abende, an denen Kroatien jeweils eine andere Facette seines Quali-Profils braucht.
Der Auftakt gegen England (17. Juni 2026 in Dallas) ist der Gradmesser. Nicht, weil es zwingend schon ein âMuss-Spielâ wĂ€re, sondern weil es das Spiel ist, das Kroatiens Ambition sofort misst: Kann Kroatien gegen einen Gegner, der ebenfalls gewohnt ist zu dominieren, seine StabilitĂ€t so lange halten, bis sich eigene Chancen ergeben? Das 0:0 in Prag gegen Tschechien wirkt hier wie ein Referenzpunkt: Kroatien hat bewiesen, dass es auch ohne Tor nicht auseinanderfĂ€llt. Gegen England wird diese FĂ€higkeit zur WĂ€hrung.
Das zweite Spiel gegen Panama (23. Juni 2026 in Toronto) trĂ€gt eine andere Dramaturgie. Es ist typischerweise die Partie, in der Gruppen kippen: Nach dem Auftakt ist der Kopf voller Rechnungen, die Beine sind schwerer, und die Gegner sind oft unangenehm, weil sie mit jeder Minute besser ins Turnier kommen. FĂŒr Kroatien wird hier die Quali-Erfahrung wichtig, Spiele âzuzumachenâ, wenn der Moment da ist â wie beim 1:0 auf den FĂ€röern. Nicht ĂŒberdrehen, nicht gierig werden, sondern das Ergebnis sauber nach Hause bringen.
Das dritte Spiel gegen Ghana (27. Juni 2026 in Philadelphia) kann je nach Tabellenlage ein Endspiel werden oder ein Spiel der Feinjustierung. In beiden FĂ€llen ist es das Spiel, in dem Kroatien seine offensive Breite brauchen kann. Gerade weil Ghana als Gegner in der Gruppenlogik oft Spiele hat, die ĂŒber Dynamik laufen, braucht Kroatien eine klare Balance: nicht zu offen werden, aber auch nicht passiv. Die Quali lieferte dafĂŒr die Blaupause: hohe Siege, ja â aber auch die FĂ€higkeit, nach RĂŒckstand wieder Ordnung zu finden (3:1 gegen die FĂ€röer, 3:2 in Montenegro).
Hier ist das zentrale Detail: Kroatien kommt mit einem sehr klaren Quali-Profil in dieses Trio. 26:4 Tore sind nicht nur ein Wert, sondern ein GefĂŒhl: Kroatien ist gewohnt, Spiele zu dominieren, und zugleich gewohnt, nicht viel zuzulassen. In einer WM-Gruppe wird das sofort getestet, weil die Gegner eine andere individuelle und kollektive QualitĂ€t mitbringen. Aber die Grundlage ist vorhanden: wenige Gegentore, viele verschiedene TorschĂŒtzen, und die Erfahrung, dass nicht jeder Abend wie ein 7:0 aussieht.
Und noch ein psychologischer Punkt, der aus den Ergebnissen spricht: Kroatien hat in der Qualifikation keine Niederlage erlebt. Das ist keine Garantie, aber es ist ein Selbstbild. Im Turnier kann genau dieses Selbstbild helfen, wenn der erste Gegner trifft oder ein Spiel in die letzte Viertelstunde geht. Kroatien hat bewiesen, dass es solche Momente nicht automatisch verliert.
Tabelle: Kroatiens drei Gruppenspiele bei der WM
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 17. Juni 2026 | AT&T Stadium | Dallas | England |
| 23. Juni 2026 | BMO Field | Toronto | Panama |
| 27. Juni 2026 | Lincoln Financial Field | Philadelphia | Ghana |
Spiel fĂŒr Spiel, mit vorsichtiger Prognose in Klartext:
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England vs. Kroatien Das Spiel wird voraussichtlich von Phasen leben: England mit Momenten der Kontrolle, Kroatien mit Momenten der Ruhe. Kroatiens PrioritĂ€t muss sein, das Spiel nicht frĂŒh zu âverlierenâ â denn die Qualifikation zeigte, dass frĂŒhe Gegentore zwar drehbar sind, aber teuer werden können. Prognose: empate.
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Panama vs. Kroatien Hier ist Kroatien in der Rolle, die es in der Quali fast durchgehend hatte: das Team, das Lösungen finden muss. Der Unterschied: es wird nicht automatisch eine groĂe Torchance nach der anderen geben. Kroatien hat aber bewiesen, dass auch ein einziger Treffer reichen kann. Prognose: gana Kroatien.
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Kroatien vs. Ghana Dieses Spiel kann ĂŒber Details entschieden werden: Konzentration, Standards, zweite BĂ€lle, und die Frage, wer das Spieltempo diktiert. Kroatiens Breite an TorschĂŒtzen ist ein Plus, weil es nicht von einem einzigen Namen abhĂ€ngt. Prognose: empate.
SchlĂŒssel zur möglichen Qualifikation aus der Gruppe
- FrĂŒhe StabilitĂ€t im Auftaktspiel: keine hektischen ersten 20 Minuten, kein unnötiger RĂŒckstand wie in Montenegro.
- Effizienz gegen Panama: nicht auf das zweite oder dritte Tor warten, sondern das erste sauber absichern.
- Offensivbreite aktivieren: mehrere Spieler als Torgefahr halten, wie es die Qualifikation mehrfach zeigte.
- Disziplin in engen Phasen: Prag als Vorbild â ein 0:0 kann in einer Gruppe Gold wert sein.
Leitartikel
Kroatien kommt nicht zur WM, um âdabei zu seinâ. Diese Qualifikation riecht nach einem Team, das seine Aufgaben ohne Drama erledigt: 22 Punkte, ungeschlagen, 26:4 Tore â das ist nicht Romantik, das ist Handwerk auf hohem Niveau. Und vielleicht ist genau das der Punkt: Kroatien wirkt nicht wie eine Mannschaft, die auf eine einzige groĂe Nacht hofft, sondern wie eine, die viele solide NĂ€chte aneinanderreihen kann.
Der Reiz liegt in der Mischung: Kroatien kann groĂ gewinnen, aber es kann auch klein gewinnen. Es kann ein 7:0 schreiben, und es kann ein 1:0 aushalten. FĂŒr ein Turnier ist das die wertvollste Doppelbegabung. Die WM wird diese Balance gnadenlos prĂŒfen, weil die Gegner nicht so oft die TĂŒr offenstehen lassen wie Gibraltar oder Montenegro in der Quali. Aber die Basis ist da: StabilitĂ€t hinten, Vielfalt vorne, und eine klare Idee, wie man Spiele ĂŒber 90 Minuten âzu Ende spieltâ.
Am Ende bleibt dennoch eine konkrete Warnung, die nicht aus Theorie entsteht, sondern aus einem realen Spiel: Montenegro gegen Kroatien am 17. November 2025. Zwei Gegentore in den ersten 17 Minuten â und plötzlich ist ein eigentlich kontrollierbares Spiel eine PrĂŒfung fĂŒr Puls und EntscheidungsqualitĂ€t. Kroatien hat diese PrĂŒfung bestanden und 3:2 gewonnen. In einer WM-Gruppenphase ist genau so ein Start der Moment, in dem ein Turnier kippen kann. Kroatiens Auftrag ist einfach zu formulieren und schwer zu garantieren: den eigenen Rhythmus von der ersten Minute an finden, bevor der Gegner die Geschichte schreibt.
Wenn Kroatien das schafft, wirkt diese Mannschaft wie eine, die nicht nur mitfĂ€hrt, sondern mitmischt. Nicht durch Pathos â sondern durch das, was in der Qualifikation am deutlichsten war: Ergebnisse, die sich wiederholen lassen.