Marokko - Grupo C
đČđŠ Marokko, die Atlaslöwen auf dem Vormarsch đŠđ„
Acht Spiele, acht Siege: Marokko kommt nicht zum Mitspielen, sondern zum Durchmarsch
EinfĂŒhrung
Es gibt Qualifikationen, die sich wie ein zĂ€her Marsch anfĂŒhlen: ein Schritt vor, einer zur Seite, manchmal einer zurĂŒck. Und dann gibt es diese seltenen Kampagnen, in denen ein Team nicht nur gewinnt, sondern einen Ton setzt. Marokko hat in seiner Gruppe genau das getan: nicht hektisch, nicht aufgeregt, sondern mit der Ruhe einer Mannschaft, die ihre Spiele zu lesen weiĂ â und die Momente, in denen sie zupacken muss, lĂ€ngst identifiziert hat.
Man muss nicht lange suchen, um das Muster zu erkennen. Marokko tritt an, verschiebt das Gewicht des Spiels frĂŒh zu seinen Gunsten und lĂ€sst den Gegner dann in einem Raum laufen, der sich zunehmend enger anfĂŒhlt. Die Zahlen sind dabei nicht Dekoration, sondern ErzĂ€hlung: acht Partien, acht Siege. 22 Tore erzielt, nur 2 kassiert. Eine Bilanz, die nach Dominanz klingt und sich auf dem Platz auch so liest: selten wild, fast nie wacklig, meist ĂŒberlegt.
Die Gruppe E wurde so zu einer BĂŒhne, auf der Marokko verschiedene Facetten ausspielen konnte. Da ist zum Beispiel der AuswĂ€rtssieg in Dar es-Salam: Am 21. November 2023 gewann Marokko in Tansania mit 2:0, mit Hakim Ziyech als frĂŒhem TĂŒröffner (28.) und einem Eigentor als zweite Schneise (53.). Ein Spiel, das zeigt, wie dieses Team auch in fremder Umgebung nicht in den âĂberlebensmodusâ kippt, sondern seine AblĂ€ufe durchzieht.
Und dann sind da die Partien, die den Eindruck endgĂŒltig zementieren, dass Marokko nicht nur effizient, sondern in den richtigen Momenten auch gnadenlos sein kann. Am 11. Juni 2024 zerlegte es Kongo mit 6:0 â eine jener NĂ€chte, in denen ein Favorit nicht nur gewinnt, sondern den Gegner entkernt: frĂŒhe Treffer, ein Torregen von El Kaabi, dazu Ounahi und Rahimi. SpĂ€ter, am 5. September 2025, folgte das nĂ€chste Ausrufezeichen: 5:0 gegen Niger, diesmal mit einem Doppelschlag von Saibari und breiter TorschĂŒtzenliste. Und als wĂ€re das noch nicht genug, kam am 8. September 2025 in Sambia ein 2:0 hinzu â ein AuswĂ€rtssieg, der die perfekte Serie nicht nur am Leben hielt, sondern mit einem weiteren âzu Nullâ veredelte.
In der Tabelle drĂŒckt sich das alles in einer klaren Geometrie aus: Platz 1, 24 Punkte aus 8 Spielen. Dahinter Niger mit 15 Punkten â also neun ZĂ€hler Abstand. Marokko steht mit +20 TorverhĂ€ltnis wie ein Leuchtturm in dieser Gruppe: 22:2. Wer so unterwegs ist, gewinnt nicht, weil er mal einen guten Tag hat. Er gewinnt, weil er in der Summe die besseren Lösungen besitzt.
Die WM-Gruppenphase wartet bereits als nĂ€chstes Kapitel, und sie bringt unterschiedliche PrĂŒfungen mit: Brasilien, Schottland und Haiti. Das sind drei Gegner mit drei ganz verschiedenen Aufgabenstellungen â und damit drei Gelegenheiten, um zu zeigen, ob diese Quali nicht nur ein Durchmarsch war, sondern ein echtes Fundament.
Der Weg durch die Qualifikation
Der afrikanische Qualifikationsweg zur WM 2026 ist in seiner Grundidee klar, aber in der Praxis anspruchsvoll: In der Gruppenphase werden neun Gruppen mit jeweils sechs Teams gebildet, gespielt wird im Modus âjeder gegen jedenâ mit Hin- und RĂŒckspiel. Der Gruppenmeister qualifiziert sich direkt fĂŒr die Weltmeisterschaft. Dahinter gibt es einen weiteren Pfad ĂŒber Play-offs fĂŒr ausgewĂ€hlte Gruppenzweite, um einen Platz im interkontinentalen Play-off-Turnier zu erreichen. Marokko hat sich in dieser Logik gar nicht erst mit Rechenspielen aufgehalten: Es hat die direkte TĂŒr gewĂ€hlt â und sie mit Nachdruck aufgestoĂen.
Der Blick auf die Gruppe E macht schnell deutlich, warum. Marokko steht nach 8 Spielen bei 8 Siegen, ohne Remis, ohne Niederlage. Niger, der nĂ€chste Verfolger, hat 5 Siege und 3 Niederlagen â also eine deutlich volatilere Kurve. Tansania und Sambia hĂ€ngen im Mittelfeld fest, wĂ€hrend Kongo mit nur einem Punkt weit abgeschlagen ist. Eritrea taucht zwar in der Tabelle auf, hat aber keine Spiele absolviert, was die Gruppenmechanik auf dem Papier zwar ungewöhnlich aussehen lĂ€sst, am sportlichen Statement Marokkos jedoch nichts Ă€ndert: Achtmal antreten, achtmal gewinnen â unabhĂ€ngig davon, wie die Gruppe sich nebenbei sortiert.
Was Marokko dabei auszeichnet, ist die Kombination aus FrĂŒhzĂŒndung und Schlussakkord. Es gibt Teams, die kommen ĂŒber Geduld. Marokko kann geduldig, aber es kann auch schnell sein. Gegen Sambia am 7. Juni 2024 fiel das 1:0 bereits in Minute 6 per Elfmeter durch Ziyech. Gegen Niger am 21. MĂ€rz 2025 wurde es spĂ€ter dramatisch: Nach dem 1:1 (Saibari 59. nach Oumarou 47.) kam der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit (El Khannous 90+1'). Das ist nicht nur GlĂŒck â das ist auch eine Form von Spielkontrolle, die in knappen Phasen nicht in Panik umschlĂ€gt.
Und wenn sich eine TĂŒr öffnet, geht Marokko hindurch. Das 6:0 gegen Kongo am 11. Juni 2024 ist die Blaupause fĂŒr ein Spiel, in dem es nicht beim âseriösen 2:0â bleibt. Schon nach 20 Minuten stand es 3:0 (Ounahi 6., Riad 16., El Kaabi 20.). Danach wurde nicht verwaltet, sondern weiter prĂ€zise zerlegt. Solche Spiele sind in Qualifikationen Gold wert: Sie geben nicht nur Punkte, sondern auch ein klares GefĂŒhl dafĂŒr, wie hoch das eigene Leistungsmaximum in einer ânormalenâ Pflichtspielsituation liegen kann.
Interessant ist auch, wie Marokko seine AuswĂ€rtsspiele behandelt. In Tansania (21. November 2023) ein 2:0, in Sambia (8. September 2025) ebenfalls 2:0 â keine Hektik, kein Drama, dafĂŒr zwei âzu Nullâ-Ergebnisse. Und selbst als die geografische Zuordnung verschwamm, blieb die Performance stabil: Das Spiel bei Kongo (11. Juni 2024) wurde in Agadir ausgetragen, also faktisch in marokkanischem Umfeld. Niger wiederum trat am 21. MĂ€rz 2025 âzu Hauseâ an, gespielt wurde aber in Uchda in Marokko. Man kann das als Randnotiz abheften â oder als kleinen Hinweis darauf, dass Marokko in dieser Quali oft in Bedingungen spielte, die eine saubere Umsetzung der eigenen AblĂ€ufe begĂŒnstigten. Entscheidend ist: Marokko hat in jedem Setting geliefert, das ihm vorgelegt wurde.
Die Tabellenlage ist dabei nicht nur ein Endstand, sondern ein Spiegel des Abstandes. Marokko: 24 Punkte. Niger: 15. Tansania: 10. Sambia: 9. Kongo: 1. Das bedeutet konkret: Marokko gewinnt, wĂ€hrend der Rest der Gruppe sich gegenseitig Punkte nimmt oder in unregelmĂ€Ăigen Wellen unterwegs ist. Ein Favorit wird nicht immer dadurch Favorit, dass er âbessere Namenâ hat â sondern dadurch, dass er in Serien denkt und diese Serien bestĂ€tigt. Genau das hat Marokko getan.
Taktisch im engeren Sinne lÀsst sich aus den Daten keine Formation herauslesen, aber das Verhalten ist erkennbar: Marokko gewinnt hÀufig ohne Gegentor oder mit minimalem Schaden, und es kann gleichzeitig in einzelnen Spielen explodieren. 22 erzielte Tore in 8 Spielen sind 2,75 Tore pro Partie. 2 Gegentore sind 0,25 pro Partie. Eine Mannschaft, die so unterwegs ist, hat meist zwei Dinge: Struktur im Verteidigen und genug QualitÀt, um Spiele auch dann zu entscheiden, wenn sie nicht in den offenen Schlagabtausch kippen.
Tabelle 1
| Datum | Gruppe | Spieltag | Gegner | Bedingung | Ergebnis | TorschĂŒtzen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 21. November 2023 | E | 2 | Tansania | AuswÀrts | 0:2 | Ziyech (28'), Mwamnyeto (53' Eigentor) | Stadion Nacional, Dar es-Salam |
| 7. Juni 2024 | E | 3 | Sambia | Heim | 2:1 | Ziyech (6' Elfmeter), Ben Seghir (67'); Chilufya (80') | Stadion de Agadir, Agadir |
| 11. Juni 2024 | E | 4 | Kongo | AuswÀrts | 0:6 | Ounahi (6'), Riad (16'), El Kaabi (20', 39', 53'), Rahimi (62') | Stadion de Agadir, Agadir |
| 21. MÀrz 2025 | E | 5 | Niger | AuswÀrts | 1:2 | Oumarou (47'); Saibari (59'), El Khannous (90+1') | Stade d'Honneur, Uchda |
| 25. MĂ€rz 2025 | E | 6 | Tansania | Heim | 2:0 | Aguerd (51'), DĂaz (58' Elfmeter) | Stade d'Honneur, Uchda |
| 5. September 2025 | E | 7 | Niger | Heim | 5:0 | Saibari (29', 38'), El Kaabi (51'), Igamane (69'), Ounahi (84') | Stadion Moulay Abdellah, Rabat |
| 8. September 2025 | E | 8 | Sambia | AuswÀrts | 0:2 | En-Nesyri (7'), Igamane (47') | Stadion Levy Mwanawasa, Ndola |
| 14. Oktober 2025 | E | 10 | Kongo | Heim | 1:0 | En-Nesyri (63') | Stadion Moulay Abdellah, Rabat |
Tabelle 2
| Gruppe | Pos. | Team | Pts. | Spiele | S | U | N | Tore | Gegentore | Diff. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| E | 1 | Marokko | 24 | 8 | 8 | 0 | 0 | 22 | 2 | +20 |
| E | 2 | Niger | 15 | 8 | 5 | 0 | 3 | 11 | 10 | +1 |
| E | 3 | Tansania | 10 | 8 | 3 | 1 | 4 | 6 | 7 | â1 |
| E | 4 | Sambia | 9 | 8 | 3 | 0 | 5 | 10 | 10 | 0 |
| E | 5 | Kongo | 1 | 8 | 0 | 1 | 7 | 4 | 24 | â20 |
| E | 6 | Eritrea | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Aus dieser Tabelle lĂ€sst sich Marokkos Quali in drei SĂ€tzen zusammenfassen â aber wir bleiben lieber beim FuĂball: Marokko war nicht nur die beste Mannschaft, es war auch die konstanteste. Und es hat den Rest der Gruppe dazu gezwungen, um Platz 2 zu kĂ€mpfen, statt selbst in Reichweite zu kommen.
Ein paar prÀgnante Zahlen aus den acht Spielen:
- Zu-Null-Spiele: 5 von 8 (2:0 in Tansania, 6:0 gegen Kongo, 2:0 gegen Tansania, 5:0 gegen Niger, 2:0 in Sambia, 1:0 gegen Kongo â das sind sogar 6 von 8). Das ist ein Verteidigungsstatement in Serie.
- Spiele mit genau einem Tor Unterschied: 2 von 8 (2:1 gegen Sambia, 2:1 gegen Niger). Marokko kann also auch knapp â und es kippt dabei nicht um.
- Höchster Sieg: 6:0, dazu ein 5:0. Wenn Marokko einmal in Fahrt kommt, endet es nicht bei der PflichterfĂŒllung.
Wie sie spielen
Aus den Resultaten spricht eine Mannschaft, die sich ĂŒber Kontrolle definiert â nicht ĂŒber Chaos. Marokko kassiert in acht Quali-Spielen nur zwei Gegentore. Das ist weniger ein Zufallsprodukt als ein Hinweis auf eine stabile Grundordnung: Selbst wenn der Gegner trifft, bleibt es selten bei einer offenen TĂŒr. Das 2:1 gegen Sambia am 7. Juni 2024 ist dafĂŒr ein gutes Beispiel: Marokko fĂŒhrt frĂŒh, legt spĂ€ter nach, kassiert noch das 2:1 (80.) â und lĂ€sst es dann nicht mehr kippen. Kein Datenpunkt deutet darauf hin, dass Marokko in diesen Spielen in wilde Schlagabtausche gedrĂ€ngt wurde.
Gleichzeitig hat Marokko eine klare FĂ€higkeit zur Beschleunigung. Das zeigt sich sowohl in frĂŒhen Toren als auch in Torserien. Gegen Kongo am 11. Juni 2024 fĂ€llt das erste Tor nach 6 Minuten, das zweite nach 16, das dritte nach 20 â ein Start, der jedes Spielskript verĂ€ndert. Gegen Sambia am 8. September 2025 ist es erneut ein frĂŒhes 1:0 (7.). Das Muster: Marokko sucht nicht zwingend den spĂ€ten âK.-o.-Momentâ, sondern nutzt die erste Phase, um das Spiel in den eigenen Rhythmus zu ziehen.
Ein dritter Punkt ist die Breite im ToreschieĂen. Die Liste der TorschĂŒtzen verteilt sich ĂŒber mehrere Namen: Ziyech, Ben Seghir, Ounahi, Riad, El Kaabi, Rahimi, Saibari, El Khannous, Aguerd, DĂaz, En-Nesyri, Igamane. Allein diese Streuung ist ein Leistungsmerkmal: Wenn ein Team nicht ausschlieĂlich an einem einzigen Vollstrecker hĂ€ngt, kann es unterschiedliche Spiele gewinnen â das knappe 1:0 ebenso wie das 6:0. El Kaabi fĂ€llt dabei als Mehrfach-TorschĂŒtze auf, aber Marokko wirkt nicht abhĂ€ngig, sondern eher modulartig: Je nach Gegner und Spielverlauf liefert jemand anderes den entscheidenden Moment.
Auch die âSpĂ€tkomponenteâ ist auffĂ€llig. Der Sieg bei Niger am 21. MĂ€rz 2025 fĂ€llt erst in Minute 90+1'. Das ist ein Spiel, in dem Marokko nicht alles im Griff haben muss, um am Ende trotzdem zu gewinnen. Es ist die Art Sieg, die Qualifikationen entscheidet, weil sie die Punkte einsammelt, an denen andere Favoriten manchmal scheitern: auswĂ€rts, nicht ganz sauber, aber dennoch mit der nötigen Kante.
VulnerabilitĂ€ten lassen sich aus dieser Serie nur vorsichtig ableiten, weil das Datenset keinen echten Einbruch kennt. Aber zwei Hinweise sind da: Erstens, eines der wenigen Gegentore fĂ€llt spĂ€t gegen Sambia (80.), also in einer Phase, in der Spiele oft âdurchlaufenâ werden. Zweitens, Marokko hat zwei Spiele, die nur mit einem Tor Unterschied enden â und in beiden FĂ€llen bleibt es eng bis spĂ€t. Das sagt nicht âMarokko wackeltâ, sondern eher: Wenn der Gegner lange im Spiel bleibt, braucht Marokko manchmal den entscheidenden Moment statt einer frĂŒhen Vorentscheidung. In einer WM-Gruppe, in der Fehler schneller bestraft werden, ist das der Bereich, in dem aus âkomfortabelâ plötzlich âknappâ werden kann.
Die Gruppe bei der WM
Gruppe C bringt eine Konstellation, die dramaturgisch sofort funktioniert: ein globaler Gigant, ein europĂ€ischer Gegner mit eigenem Rhythmus und ein Team, das Marokko als Favorit bespielen muss. Die drei Spiele sind klar terminiert, die Spielorte sind prestigetrĂ€chtig, und die AbstĂ€nde zwischen den Partien lassen genug Raum fĂŒr Anpassungen â aber nicht fĂŒr Ausreden.
Das Eröffnungsspiel gegen Brasilien ist der Moment, in dem sich die Quali-Wucht in WM-WĂ€hrung umrechnen muss. Qualifikationen geben dir die Gewissheit, dass dein Plan funktioniert. Turniere fragen, ob er auch dann funktioniert, wenn der Gegner dich zu Lösungen zwingt, die du in der Gruppe E selten brauchst. Marokko wird hier nicht ĂŒber eine Torflut gehen, sondern ĂŒber Balance: kompakt bleiben, Momente erkennen, den eigenen Umschaltmoment nicht verschenken. Prognose in Klartext: gewinnt Brasilien.
Spiel zwei gegen Schottland ist dagegen das klassische Gruppen-Mittelspiel: Oft entscheidet es, ob ein Team in Richtung Achtelfinale marschiert oder bis zum dritten Spiel rechnen muss. FĂŒr Marokko wird es darum gehen, die eigene StabilitĂ€t als Waffe zu nutzen. In der Quali waren âzu Nullâ-Spiele kein Bonus, sondern Gewohnheit. Gegen einen Gegner, der das Spiel auch in ZweikĂ€mpfe und zweite BĂ€lle ziehen kann, ist Genauigkeit in den entscheidenden Zonen wichtiger als Ballbesitz als Selbstzweck. Prognose: empate.
Das dritte Spiel gegen Haiti ist dann das, was Turniere so gnadenlos macht: Es sieht auf dem Papier oft nach âPflichtâ aus, wird aber im Kopf schnell zur Stolperfalle â vor allem, wenn die Gruppe bis dahin eng steht. FĂŒr Marokko spricht die Quali-IdentitĂ€t: klare Favoritenrolle, aber nicht arrogant, sondern strukturiert. Wenn Marokko frĂŒh trifft, kann es dieses Spiel in eine kontrollierte Bahn bringen, wie es das mehrfach getan hat. Prognose: gana Marokko.
Und genau hier liegt der rote Faden: Marokko hat in der Qualifikation bewiesen, dass es Spiele in verschiedenen Modi gewinnen kann. Es kann knapp (2:1, 1:0), es kann deutlich (6:0, 5:0), es kann auswĂ€rts sauber (2:0 in Tansania, 2:0 in Sambia). In der Gruppe C wird es nicht jedes Mal dasselbe Gesicht zeigen können â aber es kann sich auf eine Eigenschaft verlassen, die in Turnieren oft mehr zĂ€hlt als Glanz: die FĂ€higkeit, eine Partie auf âNull Fehlerâ zu spielen und trotzdem vorne Momente zu finden.
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 13. Juni 2026 | MetLife Stadium | New York / New Jersey | Brasilien |
| 19. Juni 2026 | Gillette Stadium | Boston | Schottland |
| 24. Juni 2026 | Mercedes-Benz Stadium | Atlanta | Haiti |
Partie fĂŒr Partie, in einem wahrscheinlichen Drehbuch:
- Brasilien gegen Marokko: Marokko wird Phasen haben, in denen es tief und kompakt stehen muss. Entscheidend ist, ob es die ersten 20 Minuten ohne âBilligfehlerâ ĂŒbersteht und selbst Nadelstiche setzen kann. Prognose: gewinnt Brasilien.
- Schottland gegen Marokko: ein Spiel, das leicht âverkantetâ, wenn Marokko nicht sauber zwischen Absicherung und mutigem Spiel nach vorne balanciert. Ein Punkt wĂ€re ein stabiler Zwischenschritt. Prognose: empate.
- Marokko gegen Haiti: Partie, in der Marokko das Tempo bestimmen muss. FrĂŒh FĂŒhrung holen, danach nicht in hektische KonterlĂ€ufe geraten. Prognose: gana Marokko.
Claves de clasificaciĂłn:
- FrĂŒhe Spielphasen ĂŒberstehen: Marokko hat mehrfach frĂŒh getroffen; in der WM-Gruppe ist mindestens genauso wichtig, frĂŒh stabil zu sein.
- Zu-Null-QualitÀt konservieren: 6 von 8 Quali-Spiele ohne Gegentor sind ein Pfund, das man in Turnieren nicht leichtfertig verspielt.
- Breite im ToreschieĂen nutzen: viele verschiedene TorschĂŒtzen bedeuten mehr Lösungswege, wenn ein Plan blockiert wird.
- Das zweite Spiel als Scharnier begreifen: gegen Schottland kann sich die Gruppe in Richtung âkomfortabelâ oder ârechnerischâ drehen.
Leitartikel
Marokko hat diese Qualifikation nicht gewonnen, es hat sie beherrscht. Acht Siege aus acht Spielen sind im NationalmannschaftsfuĂball kein Normalzustand, sondern ein Zeichen, dass Strukturen greifen: in der Defensive, in den Spielphasen, in der mentalen Disziplin. Und doch ist genau darin auch eine kleine Gefahr versteckt: Wenn alles zu glatt lĂ€uft, kann ein Turnierstart gegen ein Kaliber wie Brasilien den Körper an Stellen testen, die in der Gruppe E kaum gefragt waren.
Der beste Hinweis darauf, dass Marokko solche Tests bestehen kann, steckt ausgerechnet in einem knappen AuswĂ€rtsspiel: Niger gegen Marokko am 21. MĂ€rz 2025, entschieden in Minute 90+1'. Dieses 2:1 ist kein âFeuerwerkâ, aber es ist Turnierstoff â weil es zeigt, dass Marokko auch dann nicht den Faden verliert, wenn das Spiel eng ist und die Uhr gegen dich lĂ€uft. Die Warnung bleibt trotzdem konkret: Wer in solchen Momenten erst ganz spĂ€t zuschlĂ€gt, darf sich auf WM-Niveau keine Phase leisten, in der ein Gegentor die Statik zerbricht. Genau diese Statik war Marokkos groĂe StĂ€rke â und sie muss auch in Gruppe C der Anker bleiben.