Tunesien - Grupo F

Tunesien 🩅 Auf dem Weg ins Jahr 2026: eiserne Verteidigung, kalte ZĂ€hne und ein makelloses Ticket

Tunesien đŸ‡čđŸ‡łđŸ”„đŸŠ… Auf dem Weg ins Jahr 2026: eiserne Verteidigung, kalte ZĂ€hne und ein makelloses Ticket

Eine Qualifikation wie aus dem Lehrbuch, und jetzt ein WM-Gruppenplan mit klaren Haltepunkten: Monterrey als Basis, Dallas als PrĂŒfung

EinfĂŒhrung

Es gibt Qualifikationen, die sich wie ein langes GesprĂ€ch anfĂŒhlen: mal stockend, mal mit Gegenfragen, immer mit dem Risiko, dass ein einziger Satz alles kippt. Und es gibt Qualifikationen, die eher wie ein sauberer Schnitt sind. Tunesiens Weg in dieser CAF-Gruppe H gehört in die zweite Kategorie: klar, konsequent, ohne sichtbare Risse. Zehn Spiele, keine Niederlage, kein Gegentor. Das liest sich nicht wie Drama, sondern wie Kontrolle.

Das Bild dazu ist leicht zu zeichnen: ein Team, das die kleinen Momente nicht verschenkt. Ein frĂŒhes Tor, ein ruhiger Mittelteil, ein spĂ€ter Stich. Oder: ein 0:0 auswĂ€rts, das sich nicht wie ein Ausrutscher anfĂŒhlt, sondern wie ein professionell eingepackter Punkt. Tunesien hat sich in dieser Gruppe nicht mit Pathos durchgearbeitet, sondern mit PrĂ€zision.

Und doch gibt es in jeder makellosen Tabelle diese wenigen Szenen, die den Ton setzen. Der Auftakt am 17. November 2023: 4:0 gegen SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe, zuhause im Stade Olympique Hammadi Agrebi. Meriah, Msakni, Rafia, Ben Larbi – ein Ergebnis, das nicht nur drei Punkte bringt, sondern die ErzĂ€hlung eröffnet: Hier wird nicht gezittert, hier wird geordnet.

Dann der Klassiker der afrikanischen Quali-RealitÀt: ein enges AuswÀrtsspiel, eine zÀhe Partie, und am Ende entscheidet eine Sekunde. Am 21. November 2023 in Lilongwe: Malawi gegen Tunesien, 0:1, Msakni per Elfmeter in der 87. Minute. Keine Show, aber ein Statement: Wenn es hÀsslich wird, bleibt Tunesien da.

Und als drittes Scharnier – weil es mehr ist als ein weiterer Sieg – das Spiel am 8. September 2025 in Malabo: Äquatorialguinea gegen Tunesien, 0:1, Ben Romdhane in der 90+4. Minute. Das ist der Moment, der die Statistik nicht nur fĂŒttert, sondern sie erklĂ€rt: Dieses Team hat einen Schlusspunkt, der sitzt. Und zwar nicht einmal, sondern als Muster.

Die nackten Zahlen sind entsprechend brutal: Platz 1, 28 Punkte aus 10 Spielen, 9 Siege, 1 Remis. 22 Tore, 0 Gegentore, Tordifferenz +22. In dieser Gruppe war Tunesien nicht nur das beste Team – es war das Team, an dem alle anderen ihre Grenzen gemessen haben.

Der Weg durch die Qualifikation

Im Format dieser CAF-Qualifikationsgruppe H war die Aufgabe schlicht und zugleich gnadenlos: regelmĂ€ĂŸig liefern. Zehn Spieltage, Gegner mit sehr unterschiedlichen Profilen, Reise- und Rhythmusfragen, und ein Tabellenbild, das oft durch Kleinigkeiten kippt. Tunesien hat dieses Umfeld nicht romantisiert, sondern mechanisch bearbeitet: Spiel fĂŒr Spiel, Punkt fĂŒr Punkt, ohne Einbruch.

Der erste SchlĂŒssel liegt in der StabilitĂ€t der Ergebnisse. Tunesien hat neunmal gewonnen und einmal unentschieden gespielt – das Remis war das 0:0 am 9. Juni 2024 in Orlando gegen Namibia. Genau dieses Spiel ist interessant, weil es die AuswĂ€rtskompetenz beschreibt: Nicht jedes AuswĂ€rtsspiel wird gewonnen, aber es wird auch nicht verloren. Und das ist in Gruppenformaten der Unterschied zwischen „oben bleiben“ und „nochmal rechnen mĂŒssen“.

Ein zweiter SchlĂŒssel ist die Dominanz der Heimauftritte. Sechs Heimspiele, sechs Siege, 16:0 Tore: 4:0 gegen SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe, 1:0 gegen Äquatorialguinea, 2:0 gegen Malawi, 3:0 gegen Liberia, 3:0 gegen Namibia – und dazu die Kontrolle im Rhythmus der Spiele. Zuhause wurde nicht nur gewonnen, zuhause wurde die Gruppe definiert.

Drittens: die AuswĂ€rtsbilanz, die nicht spektakulĂ€r wirkt, aber in Summe vernichtend ist. Vier AuswĂ€rtsspiele: 1:0 in Malawi, 0:0 in Namibia, 1:0 in Liberia, 1:0 in Äquatorialguinea, dazu das 6:0 gegen SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe, das formal als AuswĂ€rtsspiel gelistet ist, aber im Stade Olympique Hammadi Agrebi ausgetragen wurde. Egal wie man diesen Sonderfall emotional einordnet: auf dem Papier bleibt es ein AuswĂ€rtssieg – und als Ergebnis bleibt es eine Demonstration.

Und dann ist da die Tabelle, die in solchen Gruppen oft die eigentliche Geschichte schreibt: Tunesien oben mit 28, dahinter Namibia und Liberia mit je 15, Malawi mit 13. Das heißt: Hinter Tunesien gab es durchaus Dichte, Punkte wurden verteilt, PlĂ€tze waren nicht festgetackert. Nur Tunesiens Position war es. Der Vorsprung ist nicht nur ein Abstand, er ist eine eigene Liga in derselben Gruppe.

Schauen wir auf die unmittelbaren Verfolger: Namibia und Liberia enden beide bei 15 Punkten, also 13 Punkte hinter Tunesien. Das ist nicht „knapp verpasst“, das ist „nie wirklich in Reichweite gewesen“. Und die defensive Perfektion Tunesiens erklĂ€rt auch, warum: Wenn du gegen den TabellenfĂŒhrer in zehn Spielen kein einziges Gegentor siehst, musst du in der Restgruppe fast alles gewinnen. Das ist in dieser Konstellation schlicht nicht passiert.

Ein Detail, das man im LĂ€rm von Gesamtsummen schnell ĂŒberliest: Tunesien hat sieben seiner zehn Spiele mit exakt einem Tor Unterschied gewonnen (1:0 sechsmal, plus ein 2:0, zwei 3:0, ein 4:0, ein 6:0). Das ist keine Zufallsstreuung. Das ist ein Team, das sowohl knappe Spiele beherrscht als auch – wenn der Gegner bricht – nachlegt. Und vor allem: Es ist ein Team, das nicht in das gefĂ€hrliche Muster rutscht, sich von einem „nur 1:0“ nervös machen zu lassen.

Tabelle 1: Partidos de TĂșnez

Datum Gruppe Spieltag Gegner Bedingung Ergebnis TorschĂŒtzen Spielort
17. November 2023 H 1 São Tomé und Príncipe Heim 4:0 Meriah 37', Msakni 53', Rafia 79', Ben Larbi 88' Stade Olympique Hammadi Agrebi
21. November 2023 H 2 Malawi AuswÀrts 1:0 Msakni 87' pen. Bingu National Stadium
5. Juni 2024 H 3 Äquatorialguinea Heim 1:0 Ben Romdhane 82' pen. Stade Olympique Hammadi Agrebi
9. Juni 2024 H 4 Namibia AuswÀrts 0:0 Orlando Stadium
19. MÀrz 2025 H 5 Liberia AuswÀrts 1:0 Mastouri 4' Samuel Kanyon Doe Sports Complex
24. MĂ€rz 2025 H 6 Malawi Heim 2:0 Jaziri 86', Achouri 90+2' pen. Stade Olympique Hammadi Agrebi
4. September 2025 H 7 Liberia Heim 3:0 Mastouri 8', Sassi 66', Saad 90+4' Stade Olympique Hammadi Agrebi
8. September 2025 H 8 Äquatorialguinea AuswĂ€rts 1:0 Ben Romdhane 90+4' Malabo Stadium
10. Oktober 2025 H 9 São Tomé und Príncipe AuswÀrts 6:0 Chaouat 36', Saad 39', 43', Gharbi 47', Ben Romdhane 68' pen., 90' Stade Olympique Hammadi Agrebi
13. Oktober 2025 H 10 Namibia Heim 3:0 Abdi 28' pen., Mejbri 55', Sassi 64' Stade Olympique Hammadi Agrebi

Tabelle 2: Tabelle Gruppe H

Pos. Team Pkt. Sp. S U N Tore GT Diff.
1 Tunesien 28 10 9 1 0 22 0 +22
2 Namibia 15 10 4 3 3 13 10 +3
3 Liberia 15 10 4 3 3 13 11 +2
4 Malawi 13 10 4 1 5 11 10 +1
5 Äquatorialguinea 11 10 3 2 5 8 15 −7
6 SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe 3 10 1 0 9 5 26 −21

Ein paar Splits, die das Gesamtbild schĂ€rfen, ohne es kĂŒnstlich zu ĂŒberhöhen:

  • Heim: 6 Spiele, 6 Siege, 16:0 Tore. AuswĂ€rts: 4 Spiele, 3 Siege, 1 Remis, 6:0 Tore.
  • Spiele mit Gegentor: 0 von 10. Das ist nicht „gut verteidigt“, das ist eine Serie, die jede gegnerische Spielidee irgendwann zermĂŒrbt.
  • Spiele, die durch einen Elfmeter entschieden wurden: mindestens drei (Msakni 87' pen. in Malawi; Ben Romdhane 82' pen. zuhause gegen Äquatorialguinea; Abdi 28' pen. gegen Namibia; plus Ben Romdhane 68' pen. gegen SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe). Das deutet auf zwei Dinge: Tunesien kommt regelmĂ€ĂŸig in Zonen, in denen Fouls passieren – und es bleibt vom Punkt eiskalt.

Wie sie spielen

Aus den Ergebnissen spricht eine IdentitĂ€t, auch ohne dass man sie an Positionsnummern oder Systemlabels festnageln mĂŒsste: Tunesien spielt nicht auf offene Schlagabtausche, sondern auf Kontrolle der Risikozonen. Wenn ein Team zehn Spiele ohne Gegentor bleibt, ist das nicht nur TorhĂŒterglĂŒck. Es ist eine Mannschaft, die die gefĂ€hrlichen Momente des Gegners reduziert, in den eigenen guten Phasen punktet und in den schlechten Phasen nicht implodiert.

Die auffĂ€lligste Handschrift ist die Effizienz in knappen Spielen. Sechs 1:0-Siege sind kein Zufall und keine Laune der Tagesform. Das ist die klassische Logik eines Teams, das mit einem Tor Vorsprung nicht „weiter rennt“, sondern den Gegner in Geduld zwingt. In Lilongwe fĂ€llt der Siegtreffer in der 87. Minute, in Malabo in der 90+4. Minute: zwei AuswĂ€rtsfahrten, zwei spĂ€te Nadelstiche. Das wirkt weniger wie Chaos-Fußball, mehr wie ein Team, das weiß, dass Spiele lang sind – und dass NervositĂ€t auf der anderen Seite wĂ€chst.

Gleichzeitig kann Tunesien, wenn der Raum da ist, das Ergebnis auch aufblasen. Das 4:0 gegen SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe zum Start ist ein frĂŒhes Beispiel. Noch deutlicher das 6:0 am 10. Oktober 2025, mit zwei Toren von Saad (39' und 43') und einem Doppelpack von Ben Romdhane (68' und 90'). Das Muster: Wenn der Gegner kippt, bleibt Tunesien nicht höflich. Es nutzt die Momente, in denen ein Spiel endgĂŒltig wegdriftet.

Auch die Torverteilung zeigt eine gewisse Breite. Die Liste der TorschĂŒtzen ist nicht auf einen einzigen Namen geschrumpft: Msakni, Ben Romdhane, Mastouri, Sassi, Saad, Mejbri, Abdi, Jaziri, Achouri, Meriah, Rafia, Ben Larbi, Chaouat, Gharbi. Selbst wenn einzelne Namen mehrfach auftauchen – Ben Romdhane trifft in mehreren Spielen und in SchlĂŒsselmomenten, Saad hat den Doppelpack gegen SĂŁo TomĂ© und PrĂ­ncipe – bleibt der Eindruck: Tunesien hat mehrere Wege zum Tor, und mehrere Spieler, die ein Spiel „aufmachen“ können, sei es frĂŒh (Mastouri 4' in Liberia) oder spĂ€t.

Die Kehrseite einer solchen Ergebnis-IdentitĂ€t liegt weniger in einer sichtbaren SchwĂ€che als in einem Szenario: Was passiert, wenn der Gegner zuerst trifft? Die Daten geben darauf keine direkte Antwort, weil Tunesien kein einziges Gegentor kassiert hat und somit nie von hinten gezwungen war, eine Partie zu drehen. Das heißt nicht, dass das Team es nicht kann – es heißt nur, dass diese Stressprobe im vorliegenden Qualifikationslauf nicht auf dem PrĂŒfstand stand. In einem Turnierformat wie der WM ist genau das eine der wenigen offenen Fragen.

Und doch: Die Serie spricht auch fĂŒr eine robuste Spielpsychologie. Wer so viele spĂ€te Tore erzielt, wer so viele 1:0-Partien „durchbringt“, hat ein gutes VerhĂ€ltnis zu Geduld. Das ist im Gruppenmodus Gold wert, weil dort die Nerven oft schneller flattern als die Beine schwer werden.

Die Gruppe bei der WM

Die WM-Gruppe F ist fĂŒr Tunesien klar strukturiert – schon durch die Geografie der Spielorte. Zweimal Monterrey im Stadion BBVA, dann Dallas im AT&T Stadium. Das wirkt wie eine kleine Dramaturgie: erst ein Auftakt und ein zweites Spiel mit derselben Basis, derselben Anreise-Logik, derselben AtmosphĂ€re. Und danach ein Ortswechsel, der sich fast automatisch wie „die nĂ€chste Stufe“ anfĂŒhlt.

Der erste Gegner ist noch nicht namentlich fixiert: Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta B: Ucrania, Suecia, Polonia o Albania. Das ist ein besonderer Start, weil die Vorbereitung weniger ĂŒber einen konkreten Gegner lĂ€uft, sondern ĂŒber Szenarien. FĂŒr Tunesien kann das eine Chance sein: weniger Fixierung auf ein Gesicht, mehr Fokus auf die eigenen Prinzipien. Aber es verlangt auch Disziplin im Detail – Standards, zweite BĂ€lle, Umschaltmomente –, weil man nicht weiß, welche spezifische Handschrift auf der anderen Seite steht.

Danach folgt Japan, ebenfalls in Monterrey. Und zum Abschluss warten die Niederlande in Dallas. Hier muss Tunesien nicht so tun, als wĂ€re jede Aufgabe gleich groß: Turniere sind selten fair verteilt, und Gruppenphasen sind selten gnĂ€dig. Der Punkt ist eher: Tunesien bringt aus der Qualifikation eine klare WĂ€hrung mit – Defensive Null und Geduld im Ergebnis. Genau diese WĂ€hrung kann in einer WM-Gruppe Spiele eng halten, auch wenn der Gegner auf dem Papier mehr Ballanteile oder mehr Namen hat.

Die drei Partien geben außerdem ein Tempo vor: 14. Juni, 20. Juni, 25. Juni 2026. Das ist ein Rhythmus, der Kaderbreite und Frische belohnt. Tunesien hat in der Qualifikation gezeigt, dass es Ergebnisse nicht nur ĂŒber einen „guten Tag“ bekommt, sondern ĂŒber wiederholte SeriositĂ€t. Das ist in solchen Turnierblöcken ein wichtiger Transfereffekt: nicht die eine Glanzleistung, sondern die FĂ€higkeit, drei Spiele nacheinander sauber zu spielen.

Und noch ein Gedanke zur Spielortlogik: Monterrey als Doppelstation kann ein Vorteil sein, wenn du frĂŒh Punkte sammelst. Es senkt den Organisationsstress, es stabilisiert Routinen. FĂŒr ein Team, das ĂŒber Struktur kommt, ist Routine kein Nebenthema, sondern ein VerstĂ€rker.

Tabelle: Partidos de TĂșnez en el Grupo F

Datum Stadion Stadt Gegner
14. Juni 2026 Stadion BBVA Monterrey Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta B: Ucrania, Suecia, Polonia o Albania.
20. Juni 2026 Stadion BBVA Monterrey Japan
25. Juni 2026 AT&T Stadium Dallas Niederlande

Spiel fĂŒr Spiel, mit einem vorsichtigen Drehbuch und einem klaren Tipp in Alltagssprache:

    1. Juni 2026: Rival por definirse, saldrá del play-off UEFA Ruta B: Ucrania, Suecia, Polonia o Albania. vs Tunesien Das ist der Typ Auftakt, bei dem Tunesien nicht „zeigen“ muss, sondern „nehmen“ darf. Die Qualifikationsdaten legen nahe, dass Tunesien Spiele gern in den Griff bekommt, auch wenn sie lange 0:0 stehen. Der Plan liegt auf der Hand: nicht schenken, nicht jagen, und im richtigen Moment zuschlagen. Prognose: empate.
    1. Juni 2026: Tunesien vs Japan Zweites Gruppenspiel, gleiche Stadt, gleicher Rahmen. Hier wird es fĂŒr Tunesien wichtig, nicht in einen falschen Rhythmus zu geraten: Wer aus einer Null-Gegentor-Quali kommt, kann manchmal zu sehr darauf vertrauen, dass „schon nichts passiert“. Tunesien muss auch in der Offensive seine Momente erzwingen – so wie in Malawi (87.) oder in Malabo (90+4.). Prognose: empate.
    1. Juni 2026: Tunesien vs Niederlande Dallas, Abschluss, und hĂ€ufig ein Spiel, das ĂŒber Weiterkommen, Platzierung oder zumindest ĂŒber das GefĂŒhl am Ende entscheidet. Gegen einen Gegner dieser Kategorie ist Tunesiens beste Chance oft die eigene Gewohnheit: kurze SpielstĂ€nde, kein Geschenk, Geduld bis zur letzten Phase. Aber wenn man eine reine Ergebnislinie ziehen muss, dann spricht die „Weltturnier-Logik“ eher gegen den Außenseiter. Prognose: gana Niederlande.

Zum Schluss die SchlĂŒssel der Gruppenphase, ohne Nebelkerzen:

  • Der Auftakt gegen den Rival por definirse aus dem UEFA-Play-off muss mindestens stabil sein: nicht verlieren, weil das den zweiten Spieltag sofort unter Druck setzt.
  • Tunesiens Quali-WĂ€hrung ist das Zu-null: Wenn dieses Muster auch nur ansatzweise hĂ€lt, bleiben alle drei Spiele lange offen.
  • SpĂ€te Tore waren ein wiederkehrendes Motiv in der Quali: genau diese Geduld kann in einer WM-Gruppe Punkte bringen.
  • Monterrey als Doppelstation ist ein organisatorischer Vorteil: Routine kann Leistung stabilisieren.
  • Disziplin in Standards und StrafraumnĂ€he ist essenziell, weil mehrere Siege ĂŒber Elfmeter und spĂ€te Aktionen kamen – das sind Turniermomente.

Leitartikel

Tunesien hat in dieser Qualifikation ein seltenes Versprechen abgegeben: dass Fußball manchmal wirklich so einfach sein darf, wie er auf dem Papier aussieht. Zehn Spiele, null Gegentore – das ist eine Sprache, die jeder Gegner versteht, unabhĂ€ngig von Kontinent oder Stil. Wer so durch eine Gruppe marschiert, reist nicht als Tourist zur WM, sondern als Mannschaft mit Haltung. Nicht laut, nicht glamourös, aber mit der Art von Struktur, die in Turnieren mehr wert sein kann als ein einzelner Sternspieler.

Die Gefahr liegt genau in dieser Sauberkeit. Wenn alles funktioniert, fĂŒhlt sich jedes nĂ€chste Spiel wie eine Fortsetzung an. Aber Turniere sind keine Fortsetzungen, sie sind BrĂŒche. Ein abgefĂ€lschter Ball, ein Standard, ein frĂŒher RĂŒckstand – und plötzlich muss man nicht mehr verwalten, sondern reagieren. Die Qualifikation hat Tunesien diese Stressprobe nicht gegeben. Deshalb wird die WM nicht nur ein Test der Defensive, sondern ein Test der Anpassung: Kann dieses Team, das so oft im richtigen Moment zubeißt, auch dann ruhig bleiben, wenn es selbst einmal blutet?

Wenn man eine konkrete Warnung an eine konkrete Szene hĂ€ngen will, dann ist es das 0:0 am 9. Juni 2024 gegen Namibia. Es ist das einzige Spiel ohne Sieg – und genau deshalb ein Fingerzeig. In einer WM-Gruppe kann so ein 0:0 entweder ein guter Punkt sein oder ein verpasster Schritt, der spĂ€ter weh tut. Tunesien muss die Kunst aus der Qualifikation mitnehmen – das knappe Spiel –, aber es darf nicht zulassen, dass aus knapper Kontrolle passive Hoffnung wird. Denn in einem Turnier vergehen Minuten schneller als man denkt, und manchmal entscheidet sich alles in einer einzigen: der 87., der 90+4. – oder eben einer, in der der Gegner zuerst trifft.