Südafrika - Grupo A
🇿🇦🔥 Südafrika kehrt mit Biss zurück: Bafana Bafana, Tabellenführer und bereit für den WM-Startschuss
Von Durban bis Monterrey: ein Quali-Lauf mit Kante, ein Team mit Pragmatismus und ein Gruppenskript, das keine Aufwärmphase erlaubt.
Einführung
Es beginnt nicht mit einer Floskel, sondern mit einem Geräusch: dem kurzen, trockenen Klang eines Tores, das zu früh fällt, um Zufall zu sein. Südafrika hat diese Qualifikation nicht über Charme gewonnen, sondern über Momente, die sofort die Temperatur eines Spiels verändern. Das 2:1 gegen Benin am 18. November 2023 in Durban setzte den Ton: frühe Entschlossenheit, ein zweiter Treffer kurz vor der Pause, dann die Fähigkeit, ein Spiel zu Ende zu tragen, wenn es plötzlich unbequem wird.
Und dann kam der Gegenstoß der Realität – auswärts, in Butare. Am 21. November 2023 verlor Südafrika bei Ruanda 0:2. So eine Niederlage kann eine Kampagne entgleisen lassen oder sie erden. Bei den Bafana Bafana wurde sie zum Scharnier: nicht der Moment, in dem alles wackelte, sondern der Moment, in dem das Team verstand, dass die WM-Tür in Afrika selten weit offensteht – man muss sie aufdrücken, Spiel für Spiel.
In dieser Gruppe C wurde daraus eine Geschichte, die nicht linear ist, aber sehr klar lesbar: Südafrika beendet die zehn Spieltage als Erster mit 18 Punkten, 5 Siegen, 3 Remis und 2 Niederlagen. 15 Tore geschossen, 9 kassiert, Tordifferenz +6. Zahlen, die nicht nach romantischer Dominanz klingen – sondern nach einem Team, das die Liga-Logik der Qualifikation begriffen hat: nicht glänzen müssen, aber liefern.
Die zweite Ebene dieser Statistik ist das Umfeld: Nigeria sitzt mit 17 Punkten direkt im Nacken, Benin ebenfalls mit 17. Wer in so einer Konstellation Erster bleibt, lebt nicht von einer einzigen Siegesserie, sondern von Stabilität und dem Timing von Big Points. Zwei Spiele sind dafür wie Markierungen auf dem Weg: das 1:1 bei Nigeria am 7. Juni 2024 in Uyo – ein Punkt, der wie ein Statement wirkt – und das 3:0 gegen Ruanda am 14. Oktober 2025 in Mbombela, das wie ein Schlussstrich unter jeden Zweifel gelesen werden darf.
Es gibt auch ein Spiel, das im Profil dieser Quali bewusst stehenbleibt, weil es weh tut und zugleich viel erklärt: am 21. März 2025 das 0:3 gegen Lesotho in Polokwane – inklusive der besonderen Note, dass ein ursprünglich anderes Ergebnis im Nachhinein zugunsten Lesothos gewertet wurde. Für das Narrativ ist weniger wichtig, wie es dazu kam; entscheidend ist, was danach passierte: Südafrika reagierte sportlich. Am 25. März 2025 gewann es auswärts gegen Benin 2:0. Und genau dort zeigt sich die Handschrift: Rückschläge bleiben nicht kleben.
Mit diesem Paket reist Südafrika in den WM-Sommer: nicht als Team, das jede Partie kontrollieren will, sondern als Team, das verstanden hat, wie man eine Gruppe gewinnt. Und als Team, das in Gruppe A sofort in drei sehr unterschiedlichen Szenarien bestehen muss: Eröffnungsspiel gegen Mexiko, dann ein Gegner „aus dem UEFA-Play-off“, und zum Abschluss Südkorea.
Der Weg durch die Qualifikation
Afrikas WM-Qualifikation ist selten ein Sprint. Sie ist eher ein Langstreckenlauf mit vielen Kurven: Heimspiele, die gewonnen werden müssen, Auswärtsspiele, in denen ein Punkt Gold sein kann, und Tabellen, in denen zwei Unentschieden plötzlich mehr wert sind als ein später Sieg. Der konkrete Mechanismus dahinter ist in der Praxis simpel im Erleben: Du willst oben bleiben, und du willst vor allem nicht ausgerechnet gegen die direkten Konkurrenten die Nerven verlieren.
Südafrika hat genau das geschafft – mit einer Bilanz, die in einer engen Gruppe für das entscheidende Plus sorgt. 18 Punkte nach 10 Spielen sind nicht abstrakt; sie sind das Ergebnis eines Teams, das häufiger gewann als es verlor (5 zu 2) und eine ordentliche defensive Basis hielt (9 Gegentore). Im Vergleich: Nigeria kassierte 8 Gegentore, Benin 11. Südafrika steht also nicht als „Best-Defense“-Maschine da, aber als Team, das seine Gegentore im Rahmen hielt und vorne konstant traf.
Das Tabellenbild zeigt außerdem, wie dünn die Luft war: Nigeria und Benin beide bei 17 Punkten, dahinter Lesotho mit 12, Ruanda mit 11, Zimbabwe mit 5. Diese Staffelung erzählt eine zweite Wahrheit: Südafrika musste nicht nur „gegen die Großen“ punkten – es durfte sich auch gegen die vermeintlich kleineren Gegner keine Aussetzer leisten. Genau deshalb ist das 0:3 gegen Lesotho ein besonderer Fleck in einer ansonsten sehr arbeitsreichen und erfolgreichen Quali.
Der Auftakt war energetisch: am 18. November 2023 das 2:1 gegen Benin in Durban. Tau traf früh (2’), Mudau erhöhte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45+2’). Und ja: Benin kam zurück (70’), was das Spiel in eine andere Phase schob. Südafrika bestand diesen ersten kleinen Stresstest – und nahm drei Punkte mit.
Nur drei Tage später folgte der Dämpfer in Butare: 0:2 in Ruanda. Zwei Gegentore in der Anfangsphase (12’, 28’) – ein Muster, das man sich als Leistungsanalyst rot anstreichen würde: Südafrika kann Spiele sehr gut „führen“, aber wenn der Start verschlafen wird, wird die Aufgabe schwer. Es war die einzige Partie in dieser Quali, in der Südafrika ohne eigenes Tor blieb – bis zum späteren 0:3 gegen Lesotho, das ebenfalls torlos aus Sicht der Bafana endete. Zwei Nullnummern in zehn Spielen: nicht dramatisch, aber markant.
Dann kam das erste echte Charakterspiel: am 7. Juni 2024 das 1:1 bei Nigeria in Uyo. Südafrika ging durch Zwane (29’) in Führung, Nigeria glich kurz nach der Pause aus (46’). Ein Remis, das in einer engen Gruppe doppelt wirkt: Du punktest auswärts bei einem direkten Rivalen, und du lässt den Gegner nicht davonziehen.
Vier Tage später folgte ein Heimspiel, das nach „Pflicht“ klingt, aber erst durch das Wie interessant wird: 3:1 gegen Zimbabwe am 11. Juni 2024 in Bloemfontein. Rayners traf nach 1 Minute, Zimbabwe antwortete nach 2 Minuten. Es war ein Spiel, das kippen kann, wenn ein Team mental nicht sauber steht. Südafrika blieb ruhig, machte in der zweiten Halbzeit zwei Treffer (55’, 76’) und nahm sich damit genau das zurück, was in Butare gefehlt hatte: Kontrolle nach einem Gegenschlag.
Der März 2025 brachte dann die große Unruhe: 0:3 gegen Lesotho am 21. März 2025 in Polokwane. Unabhängig von der besonderen Wertungslage, die im Spielbericht vermerkt ist, bleibt das nackte Ergebnis: drei Gegentore, kein eigener Treffer – ein Warnsignal. Entscheidend war die Reaktion vier Tage später: 2:0 bei Benin am 25. März 2025 in Abidjan. Tore von Foster (53’) und Adams (84’). Das liest sich wie das typische Südafrika-Spiel dieser Quali: nicht wild, aber zielstrebig; nicht unbedingt überrollend, aber effektiv.
Der September 2025 wurde zur Phase, in der Südafrika die Pole Position wirklich festhielt. 3:0 gegen Lesotho am 5. September 2025 – formal als Auswärtsspiel geführt, faktisch in Bloemfontein ausgetragen. Drei verschiedene Torschützenzeiten (15’, 63’, 67’), ein klares Ergebnis, ein Spiel ohne Gegentor: der perfekte Gegenentwurf zum März. Und dann am 9. September 2025 das 1:1 gegen Nigeria in Bloemfontein: ein Eigentor als Führung (25’), ein Gegentreffer kurz vor der Pause (44’). Wieder kein Sieg, aber wieder ein Punkt gegen den direkten Konkurrenten – und wieder ein Spiel, das zeigt, wie stabil Südafrika in den großen Momenten punktet.
Zum Schluss wurde es fast schon „professionell unspektakulär“: 0:0 gegen Zimbabwe am 10. Oktober 2025, und dann das klare 3:0 gegen Ruanda am 14. Oktober 2025. Drei Tore, ein sauberes Blatt, und ein Abschluss, der in der Tabelle den Unterschied macht: 18 Punkte und Platz 1.
Damit ist der Weg auch statistisch greifbar. Südafrika holte in 10 Spielen 5 Siege, spielte 3 Remis und verlor 2-mal. Torbilanz 15:9. Es gab vier Spiele mit mindestens drei südafrikanischen Toren (3:1 vs Zimbabwe, 3:0 vs Lesotho, 3:0 vs Ruanda; plus das 2:0 in Benin ist knapp darunter), und es gab mehrere knappe, kontrollierte Resultate (2:1, 1:1, 0:0). Ein Team, das beides kann: hoch gewinnen, wenn es in den Rhythmus kommt – und „klein“ spielen, wenn es die Tabelle verlangt.
Tabelle 1: Partidos de Sudáfrica en Eliminatorias CAF
| Datum | Gruppe | Spieltag | Gegner | Bedingung | Ergebnis | Torschützen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 18. November 2023 | C | 1 | Benin | Heim | 2:1 | Tau (2’), Mudau (45+2’); Mounié (70’) | Stadion Moses Mabhida, Durban |
| 21. November 2023 | C | 2 | Ruanda | Auswärts | 0:2 | Nshuti (12’), Mugisha (28’) | Stadion Huye, Butare |
| 7. Juni 2024 | C | 3 | Nigeria | Auswärts | 1:1 | Dele-Bashiru (46’); Zwane (29’) | Stadion Internacional Godswill Akpabio, Uyo |
| 11. Juni 2024 | C | 4 | Zimbabwe | Heim | 3:1 | Rayners (1’), Morena (55’, 76’); Chirewa (2’) | Stadion Free State, Bloemfontein |
| 21. März 2025 | C | 5 | Lesotho | Heim | 0:3 | Mofokeng (60’), Adams (64’) | Stadion Peter Mokaba, Polokwane |
| 25. März 2025 | C | 6 | Benin | Auswärts | 2:0 | Foster (53’), Adams (84’) | Stadion Houphouët-Boigny, Abiyán |
| 5. September 2025 | C | 7 | Lesotho | Auswärts | 3:0 | Nkota (15’), Foster (63’), Appollis (67’) | Stadion Free State, Bloemfontein |
| 9. September 2025 | C | 8 | Nigeria | Heim | 1:1 | Troost-Ekong (25’ Eigentor); Bassey (44’) | Stadion Free State, Bloemfontein |
| 10. Oktober 2025 | C | 9 | Zimbabwe | Auswärts | 0:0 | Stadion Moses Mabhida, Durban | |
| 14. Oktober 2025 | C | 10 | Ruanda | Heim | 3:0 | Mbatha (5’), Appollis (26’), Makgopa (72’) | Stadion Mbombela, Mbombela |
Was man aus diesen zehn Spielen herauspräparieren kann, ohne ins Fantasie-Taktikboard zu kippen, sind Muster: Südafrika hatte mehrere Spiele, in denen ein frühes Tor wie ein Türöffner wirkt (2’ gegen Benin, 1’ gegen Zimbabwe, 5’ gegen Ruanda). Umgekehrt waren die Probleme häufig an frühe Gegentreffer gekoppelt (Ruanda mit 12’ und 28’, Zimbabwe mit 2’ als schneller Ausgleich). Das spricht nicht zwingend über Formation – aber es spricht über Spielzustände: Südafrika ist besser, wenn es das erste Kapitel schreibt.
Ein zweiter, wichtiger Befund ist die enge Spitze: Gegen Nigeria gab es zwei Remis (1:1 auswärts, 1:1 zuhause). Das ist ein „Doppelpunkt“, kein Ausrufezeichen – aber in einer Dreier-Spitze (Südafrika 18, Nigeria 17, Benin 17) sind solche Punkte die Trennlinie zwischen Erster und Zweiter. Gleichzeitig hat Südafrika Benin einmal geschlagen (2:1) und einmal auswärts 2:0 gewonnen. Gegen den direkten Tabellennachbarn war die Ausbeute also stärker.
Und dann ist da noch die defensive Klammer: In vier Spielen blieb Südafrika ohne Gegentor (2:0 bei Benin, 3:0 gegen Lesotho, 0:0 gegen Zimbabwe, 3:0 gegen Ruanda). Das sind 40 Prozent der Spiele. Gleichzeitig gab es auch zwei Partien mit drei Gegentoren (0:3 vs Lesotho, und das 1:3 ist aus Südafrika-Sicht „nur“ ein Gegentor). Insgesamt 9 Gegentore in 10 Spielen ist eine gute Basis – aber nicht unantastbar.
Tabelle 2: Tabelle Gruppe C
| Pos. | Team | Pts. | PJ | G | E | P | GF | GC | Dif. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Südafrika | 18 | 10 | 5 | 3 | 2 | 15 | 9 | +6 |
| 2 | Nigeria | 17 | 10 | 4 | 5 | 1 | 15 | 8 | +7 |
| 3 | Benin | 17 | 10 | 5 | 2 | 3 | 12 | 11 | +1 |
| 4 | Lesotho | 12 | 10 | 3 | 3 | 4 | 9 | 12 | −3 |
| 5 | Ruanda | 11 | 10 | 3 | 2 | 5 | 5 | 9 | −4 |
| 6 | Zimbabwe | 5 | 10 | 0 | 5 | 5 | 5 | 12 | −7 |
Aus dieser Tabelle ergibt sich ein klares Leistungsbild: Südafrika ist nicht durch eine überragende Tordifferenz davongelaufen, sondern durch das Gesamtpaket aus Punkten und solider Torausbeute. Nigeria hat sogar die bessere Tordifferenz (+7), Benin hat gleich viele Punkte wie Nigeria, aber ein deutlich kleineres Polster (+1). Südafrika hat es also geschafft, die entscheidenden Resultate zu setzen, ohne sich in einem Torfestival zu verlieren.
Segmentiert man die Ergebnisse nach Spielort, wirkt es noch plastischer. Heimspiele: 2:1, 3:1, 0:3, 1:1, 3:0 – das sind 9 Punkte aus 5 Spielen (3 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage), 9:6 Tore. Auswärts: 0:2, 1:1, 2:0, 3:0, 0:0 – 9 Punkte aus 5 Spielen (2 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage), 6:3 Tore. Südafrika war also auswärts nicht „kleiner“, sondern im Gegenteil defensiv stabiler.
Wie sie spielen
Südafrika spielt diese Qualifikation wie ein Team, das seine Siege nicht verschenkt und seine Remis nicht bereut. Die 15:9-Torbilanz wirkt im ersten Blick unspektakulär; in der Dramaturgie der Spiele ist sie aber sehr aussagekräftig: Südafrika kann „sauber“ gewinnen (3:0 gegen Lesotho, 3:0 gegen Ruanda, 2:0 bei Benin), und es kann in offenen Momenten die Linie halten (2:1 gegen Benin, 3:1 gegen Zimbabwe). Das ist keine stilistische Etikette – das ist ein Profil.
Auffällig ist die Tendenz zu frühen Weichenstellungen. Drei der klaren Siege beginnen mit einem frühen Treffer: 1’ gegen Zimbabwe, 5’ gegen Ruanda, 15’ gegen Lesotho. Dazu kommt Tau (2’) im Auftakt gegen Benin. Ein Team, das früh trifft, kann den Rest der Partie anders organisieren: weniger Risiko, mehr Kontrolle der Spielzustände, mehr Wert auf „nächstes Tor“ als auf „nächste Chance“. Und genau so lesen sich mehrere Südafrika-Spiele.
Das zweite Muster: Südafrika ist in der Gruppe gegen Top-Gegner eher auf Ergebnis als auf Spektakel gegangen. Zwei Mal 1:1 gegen Nigeria, einmal auswärts, einmal zuhause. In beiden Spielen gab es eine Phase, in der Südafrika vorne lag (in Uyo durch Zwane, im Heimspiel durch ein Eigentor). Das ist wichtig, weil es zeigt: Die Bafana können nicht nur reagieren, sie können auch ein Spiel gegen den stärksten Namen der Gruppe aktiv eröffnen. Gleichzeitig konnte Nigeria jeweils ausgleichen – ein Hinweis darauf, dass Südafrika in solchen Partien nicht durchmarschiert, sondern „im Spiel bleiben“ muss.
Die Verteilung der Tore deutet auf eine angenehme Breite hin. Die Torschützenliste in den Spieldaten nennt mehrere Namen: Tau, Mudau, Zwane, Rayners, Morena (doppelt), Foster (doppelt), Nkota, Appollis (zweimal), Mbatha, Makgopa, plus ein Eigentor des Gegners. Das wirkt nicht wie ein Team, das nur an einem einzigen Endpunkt hängt. Das heißt nicht, dass es keinen Schlüsselspieler gibt – das dürfen wir aus diesen Daten nicht behaupten. Aber es heißt: Südafrika hat in dieser Quali aus mehreren Quellen getroffen.
Die Vulnerabilität liegt weniger in „zu wenig Toren“ als in bestimmten Spielverläufen. Wenn Südafrika früh Gegentore kassiert, wird es komplizierter – das 0:2 in Ruanda ist das klassische Beispiel (12’, 28’). Und wenn ein Spiel kippt und die Defensive einmal den Zugriff verliert, kann das Ergebnis hart aussehen, wie beim 0:3 gegen Lesotho. Gleichzeitig zeigen die vier Zu-null-Spiele, dass die Mannschaft durchaus in der Lage ist, Spiele defensiv zu schließen. Das ist eher eine Frage der Konstanz über alle Spielzustände hinweg als eine Frage von Grundqualität.
Unterm Strich entsteht ein Teamprofil, das in Turnierlogik Sinn ergibt: Südafrika scheint darauf ausgerichtet, erst die Partie zu „setzen“ und dann effizient zu bleiben. In Zahlen: 4 von 10 Spielen ohne Gegentor, 7 von 10 Spielen mit mindestens einem eigenen Treffer, 3 Spiele mit genau einem Gegentor (2:1, 1:1, 3:1), und mehrere klare Resultate. Das ist die Mischung, mit der man Gruppen überlebt – wenn der Start im Turnier stimmt.
Die Gruppe bei der WM
Die WM-Gruppe A ist für Südafrika eine Art Triptychon: ein Auftakt mit maximaler Kulisse, ein zweites Spiel gegen einen Gegner, der aus einem UEFA-Play-off kommt, und ein Abschluss gegen Südkorea. Drei Spiele, drei unterschiedliche Rhythmen – und jedes davon fordert eine andere Portion Nerven.
Das Eröffnungsspiel ist gleich ein Statement-Moment: Mexiko gegen Südafrika am 11. Juni 2026 im Stadion Azteca in Mexiko-Stadt. Da geht es nicht nur um Punkte, sondern um die Fähigkeit, im Lärm nicht auseinanderzufallen. Südafrika hat in der Qualifikation gezeigt, dass es auswärts stabil sein kann (9 Punkte aus 5 Auswärtsspielen, nur 3 Gegentore). Das ist die gute Nachricht. Die weniger bequeme: Wenn du in einer Partie früh in Rückstand gerätst, wie in Ruanda, wird es schwer, das Drehbuch zu drehen. Gegen Mexiko ist der Start deshalb nicht „wichtig“, sondern zentral.
Spiel zwei bringt die Besonderheit eines noch nicht feststehenden Gegners. In den Daten steht „A4 vs. Südafrika“ am 18. Juni 2026 im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta. Das muss im Klartext so gelesen werden: Rival por definirse, saldrá del play-off UEFA Ruta D: República Checa, Irlanda, Dinamarca o Macedonia del Norte. Das ist ein Match, das in Turnieren oft den Charakter eines Scharniers bekommt: nach dem Auftakt – egal ob du gewinnst oder verlierst – musst du dich neu erden. Für Südafrika ist es die Partie, in der „nicht verlieren“ je nach erstem Resultat fast genauso viel wert sein kann wie „gewinnen“.
Der Abschluss: Südafrika gegen Südkorea am 24. Juni 2026 im Stadion BBVA in Monterrey. Drittes Gruppenspiel heißt häufig: Rechnen, Tabellenstände, Nerven. Aus Südafrikas Quali-Profil kann man dafür eine Sache ableiten: Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie Spiele „zu Ende spielen“ kann, wenn sie im Plan bleibt – etwa beim 3:0 gegen Ruanda oder beim 2:0 in Benin, als das zweite Tor spät fiel (84’). Das ist Turnierwährung.
Tabelle: Spiele von Südafrika in Gruppe A
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 11. Juni 2026 | Stadion Azteca | Ciudad de México | Mexiko |
| 18. Juni 2026 | Mercedes-Benz Stadium | Atlanta | Rival por definirse, saldrá del play-off UEFA Ruta D: República Checa, Irlanda, Dinamarca o Macedonia del Norte. |
| 24. Juni 2026 | Stadion BBVA | Monterrey | Südkorea |
Partie für Partie, im wahrscheinlichsten Drehbuch – und mit bewusst vorsichtiger Sprache, weil die Gruppengegnerdaten hier nur als Namen im Spielplan vorliegen:
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Mexiko vs Südafrika Das Spiel wird in den ersten 20 Minuten entschieden, nicht im Ergebnis, aber im Gefühl. Südafrika muss den Start „sauber“ halten: keine frühen Gegentore, keine hektischen Ballverluste, keine Phase wie in Butare. Wenn Südafrika in Führung geht, hat es in der Quali mehrfach bewiesen, dass es diese Zustände verwalten kann (2:1 gegen Benin, 3:1 gegen Zimbabwe). Prognose: empate.
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Rival por definirse, saldrá del play-off UEFA Ruta D: República Checa, Irlanda, Dinamarca o Macedonia del Norte vs Südafrika Hier zählt für Südafrika vor allem: das Spiel nicht in ein endloses Hin und Her kippen lassen. Die Bafana waren in der Quali auswärts defensiv stabil (nur 3 Gegentore in fünf Auswärtsspielen) und holten dort auch zwei Zu-null-Siege. Wenn sie dieses „auswärts-pragmatische“ Profil in ein Neutralspiel übertragen, ist ein Punkt realistisch, und mit einem guten Moment auch mehr. Prognose: empate.
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Südafrika vs Südkorea Drittes Spiel: die Tabelle im Kopf, aber die Beine müssen trotzdem laufen. Südafrika hatte in der Quali mehrere Partien, in denen es in der zweiten Halbzeit nachlegen konnte (3:1 gegen Zimbabwe, 2:0 in Benin mit spätem Tor, 3:0 gegen Ruanda mit Treffer in Minute 72). Das spricht dafür, dass das Team auch im langen Spiel seine Chancen bekommt. Ob das für drei Punkte reicht, hängt vom Spielverlauf ab – und der ist hier nicht seriös aus Gegnertendenzen ableitbar. Prognose: empate.
Schlüssel zur Gruppen-Qualifikation, aus Südafrika-Sicht:
- Den Start überleben: die ersten 15–20 Minuten in jedem Spiel ohne „frühen Nackenschlag“ spielen.
- Aus den knappen Spielen Punkte ziehen: Südafrika hat in der Quali gezeigt, dass Remis gegen direkte Konkurrenten nicht wertlos sind.
- Zu-null als Plan A: vier Spiele ohne Gegentor in der Quali sind ein klares Signal, worauf man sich verlassen kann.
- Effizienz statt Volumen: nicht die Anzahl der Chancen wird zählen, sondern das Timing der Tore – Südafrika traf mehrfach in Schlüsselmomenten sehr früh oder spät.
Leitartikel
Südafrika wirkt wie ein Team, das nicht mehr nach Identität sucht, sondern nach Wiederholbarkeit. Diese Qualifikation war kein Feuerwerk, aber sie war ein sauberer Arbeitsnachweis: 18 Punkte, Gruppenplatz 1, und vor allem die Fähigkeit, nach Rückschlägen sofort wieder in die Spur zu kommen. Das 2:0 auswärts gegen Benin am 25. März 2025 ist dafür das beste Beispiel: eine Mannschaft, die nach einem harten Schlag nicht diskutiert, sondern antwortet.
Gleichzeitig ist genau dort die Warnlampe eingebaut: Südafrika darf im Turnier nicht glauben, dass jedes Spiel „von selbst“ in einen kontrollierbaren Zustand fällt. Das 0:2 in Ruanda am 21. November 2023 zeigt, wie schnell ein Spiel entgleiten kann, wenn der Start nicht sitzt. Und das 0:3 gegen Lesotho am 21. März 2025 zeigt, dass es Tage gibt, an denen ein einziger Bruch nicht reicht, um zu verlieren – sondern mehrere. In einer WM-Gruppe kommt nicht immer die Zeit, das wieder auszubügeln.
Wenn diese Bafana Bafana etwas mitnehmen sollten, dann das Einfachste – und vielleicht das Schwierigste: Das Turnier beginnt im ersten Duell, aber entschieden wird es im Umgang mit den Momenten, in denen du plötzlich nichts mehr kontrollierst. Die Qualifikation hat bewiesen, dass Südafrika Spiele schließen kann. Die WM wird verlangen, dass Südafrika Spiele beruhigt, bevor sie überhaupt aufbrechen. Und wer dafür ein konkretes Bild braucht, muss nur an Durban denken: Tau nach zwei Minuten. Südafrika war sofort da. Genau diese Sofortigkeit wird in Gruppe A nicht Kür sein, sondern Pflicht.