Australien - Grupo D
Australien đŠđșđŠđ„ Vom asiatischen Dampfwalzen-Aufsteiger zur Gruppe D â mit dem Duft der Geschichte
Ein Team, das sich ĂŒber Zahlen erklĂ€rt: Kontrolle ohne Pomp, Punch ohne Pause und ein WM-Gruppenplan mit klaren Aufgaben.
EinfĂŒhrung
Australien betritt diese WM-Geschichte nicht als romantische AuĂenseiter-Story, sondern als Mannschaft, die ihre Argumente in den Rasen schreibt: mit sauberen Serien, harten Nullnummern, spĂ€ten Nadelstichen und einem Hang zur pragmatischen Dominanz. Es ist ein Weg, der selten laut wirkt, aber oft endgĂŒltig: erst das klare Durchmarschieren, dann das Lernen in engen Spielen, schlieĂlich das gezielte Zuschlagen in Momenten, in denen andere nervös werden.
Wer die Socceroos in dieser Quali begleitet hat, erkennt ein Team, das die Perspektive wechseln kann: vom stĂŒrmischen Ăberrollen gegen tief stehende Gegner bis zum Geduldsspiel gegen Teams, die Australien den Ball geben, aber die RĂ€ume nicht. Genau dort gewinnt diese Kampagne Kontur. Denn die Zahlen erzĂ€hlen nicht nur von Toren, sondern auch von Reife: Australien kann hoch gewinnen â und kann auch leiden, ohne zu brechen.
In der dritten Runde der AFC-Qualifikation schloss Australien die Gruppe C auf Rang zwei ab: 19 Punkte aus 10 Spielen, mit 16:7 Toren und einer Tordifferenz von +9. Vor ihnen stand Japan mit 23 Punkten und einer beeindruckenden Bilanz, dahinter klaffte eine LĂŒcke: Saudi-Arabien 13, Indonesien 12, China 9, Bahrain 6. Ein Tabellenbild, das Australiens Konstanz in langen Strecken und in unterschiedlichen Spieltypen unterstreicht.
Noch deutlicher war die zweite Runde in Gruppe I: Australien gewann alle sechs Partien, holte 18 Punkte, schoss 22 Tore und kassierte kein einziges. 22:0 â das ist nicht nur ein Resultat, das ist eine Aussage ĂŒber Ernsthaftigkeit, Konzentration und darĂŒber, wie wenig diese Mannschaft bereit ist, Qualifikationsabende zu verschenken.
Drei Momente kippten die ErzĂ€hlung in entscheidende Richtungen. Am 16. November 2023 eröffnete Australien mit einem 7:0 gegen Bangladesch ein Kapitel, das nach âfrĂŒh entschiedenâ roch, aber dennoch Disziplin verlangte: Souttar traf frĂŒh (4â) und der Abend rollte. Am 15. Oktober 2024 folgte in Saitama ein 1:1 gegen Japan â ein Spiel, das nicht nach Glanz schmeckte, sondern nach Widerstandskraft, inklusive zweier Eigentore, die das Chaos kurzzeitig zur Hauptfigur machten. Und am 5. Juni 2025 gegen Japan, diesmal zuhause, kam der spĂ€te Schnitt: 1:0 durch Behich in der 90. Minute â ein Treffer wie ein Stempel, der sagt: Australien kann warten, und Australien kann zuschlagen.
Das ist der Ton dieser Qualifikation: nicht stÀndig schön, selten panisch, oft effizient. Und genau so geht Australien in eine WM-Gruppe, die zwar bekannt klingt, aber kein Geschenk ist.
Der Weg durch die Qualifikation
Die AFC-Qualifikation zur FIFA World Cup 26 ist eine mehrstufige Reise. Zentral fĂŒr Australiens Geschichte sind die zweite und die dritte Runde: zunĂ€chst eine Gruppenphase mit vier Teams, dann eine gröĂere Gruppenphase mit sechs Teams. Entscheidend ist: In der dritten Runde qualifizieren sich die Top zwei jeder Gruppe direkt fĂŒr die WM-Endrunde. Australien hat diesen Weg ĂŒber Platz zwei in Gruppe C abgeschlossen â nicht als Sieger, aber als Mannschaft, die ĂŒber zehn Spieltage die Balance hielt und am Ende die Linie ĂŒberquerte.
Zweite Runde: Gruppe I als Machtdemonstration
Australien spielte in Gruppe I eine makellose Serie: sechs Spiele, sechs Siege, 22:0 Tore. Das war keine Qualifikation im Modus âmal sehen, was passiertâ, sondern eine kontrollierte Abwicklung. AuffĂ€llig dabei: Selbst in AuswĂ€rtsspielen blieb die Null stehen. In Kuwait gegen PalĂ€stina (0:1), in Daka gegen Bangladesch (0:2) â unterschiedliche Rahmenbedingungen, gleiches ErgebnisgefĂŒhl.
Ein Detail, das mehr sagt als es auf den ersten Blick scheint: Australien brauchte in dieser Phase keine stĂ€ndigen Torfestivals, um ĂŒberlegen zu wirken. Das 1:0 in Kuwait gegen PalĂ€stina am 21. November 2023 ist dafĂŒr sinnbildlich: Souttar traf in der 18. Minute, der Rest war Spielverwaltung. Auf der anderen Seite standen Abende, an denen Australien den Gegner in seine Einzelteile zerlegte, etwa das 5:0 gegen PalĂ€stina am 11. Juni 2024 oder das 5:0 auswĂ€rts gegen den Libanon am 26. MĂ€rz 2024.
Die zweite Runde lieferte auch einen ersten Fingerzeig, wie Australiens Tore fallen können: nicht nur ĂŒber einen einzigen StĂŒrmerlauf. Duke traf dreifach gegen Bangladesch, Maclaren dreifach, Souttar doppelt ĂŒber zwei Spiele hinweg, Goodwin zweimal im Libanon-Spiel und spĂ€ter erneut. Dazu Eigentore des Gegners, Elfmeter, spĂ€te Treffer. Das Profil: Australien kann auf verschiedenen Wegen gefĂ€hrlich werden.
Dritte Runde: Gruppe C als Stresstest
Die dritte Runde war qualitativ eine andere Sportart. Plötzlich waren 0:0 nicht mehr âein komischer Ausrutscherâ, sondern ein legitimer Punkt, der in Tabellenlogik Gold wert sein kann. Australien startete mit einem Schlag in die Magengrube: 0:1 zuhause gegen Bahrain am 5. September 2024 â und das auch noch durch ein Eigentor von Souttar in der 89. Minute. Ein Spiel, das in einem langen Qualifikationsbogen als Warnschild hĂ€ngen bleibt: Du kannst 88 Minuten stabil sein und trotzdem verlieren.
Was danach folgte, war weniger spektakulĂ€r, aber charakterstark: 0:0 in Indonesien, 3:1 gegen China, 1:1 in Japan, 0:0 gegen Saudi-Arabien, 2:2 in Bahrain. In diesen sechs ersten Spieltagen sammelte Australien viele Unentschieden â vier in den ersten sechs Partien. Das ist eine Phase, in der man TabellenplĂ€tze verlieren kann, wenn die Siege fehlen. Australien verlor aber nicht den Kopf, sondern hielt sich im Rennen.
Der zweite Abschnitt der dritten Runde zeigt dann die FĂ€higkeit zur Beschleunigung: 5:1 gegen Indonesien, 2:0 in China, 1:0 gegen Japan und 2:1 in Saudi-Arabien. Das sind vier Spiele mit vier Siegen â und damit der Moment, in dem Australien aus âsolideâ wieder âentscheidendâ macht. Besonders wertvoll: die beiden Siege gegen Japan im direkten Duell (1:1 auswĂ€rts, 1:0 zuhause) und der AuswĂ€rtssieg in Saudi-Arabien, der als ReifeprĂŒfung gilt, weil er nach RĂŒckstand gedreht wurde.
Tabellenlesen: Wo Australien stand und warum das reicht
In Gruppe C sammelte Australien 19 Punkte. Japan zog mit 23 davon, aber hinter Australien blieb das Feld auf Distanz: Saudi-Arabien 13, Indonesien 12, China 9, Bahrain 6. Australien hatte am Ende nur eine Niederlage (das Bahrain-Spiel am ersten Spieltag) und kassierte insgesamt 7 Gegentore. Das ist kein âAlles weggeschossenâ-Profil, eher ein âSelten geöffnetâ-Profil: Viele Spiele laufen so, dass der Gegner lange auf eine groĂe Chance warten muss.
Australiens Tordifferenz +9 (16:7) zeigt auĂerdem einen Kontrast zur zweiten Runde: Dort war es +22, hier ânurâ +9. Das ist normal, aber auch erklĂ€rend: Australien musste mehr in enge Spiele investieren, hat dafĂŒr gelernt, wie man solche Abende ĂŒbersteht â und wie man sie am Ende doch gewinnt.
Tabelle 1: Alle Spiele Australiens in der Qualifikation aus den vorliegenden Daten
| Datum | Runde oder Spieltag | Gegner | Bedingung | Ergebnis | TorschĂŒtzen | Spielort |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 16. November 2023 | Gruppe I | Bangladesch | Heim | 7:0 | Souttar 4', Borrello 20', Duke 37', 40', Maclaren 48', 70', 84' | Stadion Rectangular, Melbourne |
| 21. November 2023 | Gruppe I | PalÀstina | AuswÀrts | 0:1 | Souttar 18' | Stadion Internacional Jaber Al-Ahmad, Kuwait |
| 21. MĂ€rz 2024 | Gruppe I | Libanon | Heim | 2:0 | Baccus 5', Rowles 54' | Stadion Western Sydney, SĂdney |
| 26. MÀrz 2024 | Gruppe I | Libanon | AuswÀrts | 0:5 | Yengi 2', Jradi 47' a.g., Goodwin 48', 81', Iredale 68' | Stadion Canberra, Canberra |
| 6. Juni 2024 | Gruppe I | Bangladesch | AuswÀrts | 0:2 | Hrustic 29', Yengi 62' | Bashundhara Kings Arena, Daca |
| 11. Juni 2024 | Gruppe I | PalÀstina | Heim | 5:0 | Yengi 5' pen., 41', Taggart 26', Boyle 53', Irankunda 87' pen. | Perth Rectangular Stadium, Perth |
| 5. September 2024 | Spieltag 1 Gruppe C | Bahrain | Heim | 0-1 | Bahrain: Souttar 89' a.g. | Robina Stadium, Gold Coast |
| 10. September 2024 | Spieltag 2 Gruppe C | Indonesien | AuswÀrts | 0-0 | Stadion Gelora Bung Tomo, Surabaya | |
| 10. Oktober 2024 | Spieltag 3 Gruppe C | China | Heim | 3-1 | Miller 45+2', Goodwin 53', Velupillay 90+2'; China: Xie Wenneng 20' | Adelaide Oval, Adelaida |
| 15. Oktober 2024 | Spieltag 4 Gruppe C | Japan | AuswÀrts | 1-1 | Japan: Burgess 76' a.g.; Australien: Taniguchi 58' a.g. | Stadion Saitama 2002, Saitama |
| 14. November 2024 | Spieltag 5 Gruppe C | Saudi-Arabien | Heim | 0-0 | Stadion Rectangular, Melbourne | |
| 19. November 2024 | Spieltag 6 Gruppe C | Bahrain | AuswÀrts | 2-2 | Bahrain: Abduljabbar 75', 77'; Australien: Yengi 1', 90+6' | Stadion Nacional, Riffa |
| 20. MĂ€rz 2025 | Spieltag 7 Gruppe C | Indonesien | Heim | 5-1 | Boyle 18', Velupillay 20', Irvine 34', 90', Miller 61'; Indonesien: Romenij 78' | Sydney Football Stadium, SĂdney |
| 25. MÀrz 2025 | Spieltag 8 Gruppe C | China | AuswÀrts | 0-2 | Irvine 16', Velupillay 29' | Hangzhou Sports Park, Hangzhou |
| 5. Juni 2025 | Spieltag 9 Gruppe C | Japan | Heim | 1-0 | Behich 90' | Stadion de Perth, Perth |
| 10. Juni 2025 | Spieltag 10 Gruppe C | Saudi-Arabien | AuswÀrts | 1-2 | Saudi-Arabien: Al-Aboud 19'; Australien: Metcalfe 42', Duke 48' | Ciudad Deportiva del Rey Abdalå, Yeda |
Tabelle 2: Alle Tabellen aus STANDINGS_TABLE in Reihenfolge der Daten
RĂłtulo: Tabelle 1, Zweite Runde, Gruppe I
| Runde | Gruppe | Pos. | Team | Pts. | PJ | G | E | P | GF | GC | Dif. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zweite | I | 1 | Australien | 18 | 6 | 6 | 0 | 0 | 22 | 0 | +22 |
| Zweite | I | 2 | PalÀstina | 8 | 6 | 2 | 2 | 2 | 6 | 6 | 0 |
| Zweite | I | 3 | Libanon | 6 | 6 | 1 | 3 | 2 | 5 | 8 | -3 |
| Zweite | I | 4 | Bangladesch | 1 | 6 | 0 | 1 | 5 | 1 | 20 | -19 |
RĂłtulo: Tabelle 2, Dritte Runde, Gruppe C
| Runde | Gruppe | Pos. | Team | Pts. | PJ | G | E | P | GF | GC | Dif. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dritte | C | 1 | Japan | 23 | 10 | 7 | 2 | 1 | 30 | 3 | +27 |
| Dritte | C | 2 | Australien | 19 | 10 | 5 | 4 | 1 | 16 | 7 | +9 |
| Dritte | C | 3 | Saudi-Arabien | 13 | 10 | 3 | 4 | 3 | 7 | 8 | -1 |
| Dritte | C | 4 | Indonesien | 12 | 10 | 3 | 3 | 4 | 9 | 20 | -11 |
| Dritte | C | 5 | China | 9 | 10 | 3 | 0 | 7 | 7 | 20 | -13 |
| Dritte | C | 6 | Bahrain | 6 | 10 | 1 | 3 | 6 | 5 | 16 | -11 |
Zahlen-Segmentierung: Was diese Quali ĂŒber Australien verrĂ€t
Ein nĂŒchterner, aber aussagekrĂ€ftiger Schnitt ĂŒber die dritte Runde: 10 Spiele, nur 1 Niederlage. Australien war schwer zu schlagen, auch wenn die Siegmaschine nicht immer sofort ansprang. Vier Unentschieden bei fĂŒnf Siegen deuten auf eine Mannschaft hin, die Risiko dosiert â und in vielen Spielen lieber nicht verliert, als blind zu gewinnen.
Heim und auswÀrts zeigen ebenfalls ein Muster. Zuhause gab es in der dritten Runde vier Siege (gegen China 3:1, Indonesien 5:1, Japan 1:0) und ein Remis (Saudi-Arabien 0:0) bei einer Niederlage (Bahrain 0:1). AuswÀrts gab es zwei Siege (China 2:0, Saudi-Arabien 2:1) und drei Remis (Indonesien 0:0, Japan 1:1, Bahrain 2:2). Das liest sich wie ein Plan: auswÀrts kontrollieren, zuhause den einen Moment mehr erzeugen.
Und dann sind da die Spiele, die Australien mit âeinem Torâ entscheidet oder fast entscheidet: das 1:0 gegen Japan, das 2:1 in Saudi-Arabien, das 0:1 gegen Bahrain. Drei Partien, drei verschiedene Geschichten, alle knapp. Wer solche Abende ĂŒberlebt, ist in einem WM-Gruppenformat selten fehl am Platz.
Wie sie spielen
Australien spielt in dieser Qualifikation wie eine Mannschaft, die zuerst die StabilitÀt baut und danach die Details nutzt. Das lÀsst sich direkt aus den Gegentoren lesen: In der zweiten Runde null Gegentreffer in sechs Spielen. In der dritten Runde sieben Gegentreffer in zehn Spielen. Das ist keine Garantie, aber es ist ein deutliches Signal: Australien erlaubt nicht viele wilde Spiele, und wenn es sie gibt, sind sie eher die Ausnahme als die Regel.
Gleichzeitig zeigt die Torverteilung der Ergebnisse, dass Australien zwei Gesichter hat. Das eine Gesicht ist das âWir drehen aufâ: 7:0, 5:0, 5:1, 5:0. Das andere Gesicht ist das âWir lassen dich nicht rein und wartenâ: 1:0, 2:0, 0:0, 1:1. Diese Spannweite ist wertvoll, weil eine WM-Gruppe selten nur eine Art Spiel anbietet. Mal muss man ein 0:0 aushalten, mal muss man ein Spiel öffnen, ohne Konter zu fressen.
Der Rhythmus der Spiele verrĂ€t zudem etwas ĂŒber Australiens Effizienz. In der dritten Runde fallen wichtige Treffer oft in markanten Momenten: spĂ€te Tore (Behich 90â gegen Japan, Yengi 90+6â zum 2:2 in Bahrain), frĂŒhe Tore (Yengi 1â in Bahrain), und Tore rund um die Halbzeit (Miller 45+2â gegen China). Das wirkt wie ein Team, das Phasen gut managen kann: Anfang, Ende, Umschaltmomente nach Pausen â dort, wo Spiele kippen.
Auch die Verletzlichkeit lĂ€sst sich ohne Taktik-Mythen beschreiben: Australiens einzige Niederlage in der dritten Runde kam durch ein spĂ€tes Eigentor (89â). Und im 2:2 in Bahrain kassierte Australien zwei Gegentore in kurzer Folge (75â, 77â), ehe es spĂ€t zurĂŒckkam (90+6â). Das deutet auf kurze Konzentrationsdellen hin, nicht auf dauerhafte InstabilitĂ€t. In Turnierlogik ist das wichtig: Ein einziger Wackler kann einen Spieltag kosten, aber wenn man danach wieder Zugriff bekommt, bleibt man im Rennen.
Das Scoring-Profil zeigt auĂerdem: Australien hĂ€ngt nicht an einem einzigen Namen. In den vorliegenden Spielen treffen unter anderem: Boyle, Velupillay, Irvine (zweimal gegen Indonesien, dazu in China), Miller, Metcalfe, Duke, Goodwin, Hrustic, Yengi. Dazu kommen Elfmeter und Eigentore. Das ist eine Bandbreite, die Gegner in der Vorbereitung nervt, weil sie nicht nur âden einenâ ausschalten mĂŒssen. Und es ist auch ein Hinweis darauf, dass Australien Tore aus verschiedenen Zonen und Spielmomenten findet â zumindest so weit, wie es die Resultate und TorschĂŒtzenliste hergeben.
Kurz: Australien wirkt wie eine Auswahl, die ĂŒber Ordnung und Konsequenz kommt, die aber auch das Messer fĂŒr den Schnitt in der Tasche hat. Manchmal erst spĂ€t, manchmal ganz frĂŒh.
Die Gruppe bei der WM
Australien spielt in Gruppe D drei Partien. Zwei Gegner stehen namentlich fest: die USA und Paraguay. Der dritte Gegner ist âD4â, ein Code, der ersetzt werden muss: Gemeint ist ein Team, das sich noch qualifizieren muss.
In der erlaubten, klaren Form lautet das so: Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta C: Eslovaquia, Kosovo, TurquĂa o Rumania.
Damit ist der Rahmen sauber: Australien trifft auf einen Gastgeber-Topfaktor USA, auf Paraguay als sĂŒdamerikanischen PrĂŒfstein, und auf einen europĂ€ischen Gegner aus einem Play-off-Pfad. Drei Spiele, drei unterschiedliche Aufgabenstellungen â und eine Gruppe, in der Punkteverwaltung genauso wichtig ist wie Mut.
Spielplan: Australiens drei Gruppenspiele
| Datum | Stadion | Stadt | Gegner |
|---|---|---|---|
| 13. Juni 2026 | Stadion BC Place | Vancouver | Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta C: Eslovaquia, Kosovo, TurquĂa o Rumania. |
| 19. Juni 2026 | Lumen Field | Seattle | Vereinigte Staaten |
| 25. Juni 2026 | Levi's Stadium | San Francisco | Paraguay |
Spiel 1: Australien vs Rival por definirse aus UEFA-Play-off Route C
Der Auftakt ist oft weniger ein FuĂballspiel als ein psychologisches Ereignis. FĂŒr Australien spricht, dass die Mannschaft in der Quali mehrfach gezeigt hat, wie sie Partien âohne Dramaâ abwickeln kann: 2:0, 2:0, 1:0 â Ergebnisse, die nicht nach Spektakel riechen, aber nach Kontrolle. Genau das ist in einem ersten Gruppenspiel hĂ€ufig der schnellste Weg zu StabilitĂ€t.
Da der Gegner aus einem offenen europĂ€ischen Play-off-Pfad kommt, ist die sichere Herangehensweise im Text klar: Australien muss seine eigene Ordnung aufs Feld bringen, das Spiel nicht frĂŒh durch Ballverluste öffnen und im letzten Drittel geduldig bleiben. Der spĂ€te Siegtreffer gegen Japan (90â) zeigt, dass Australien nicht zwingend frĂŒh treffen muss, um ein Spiel zu gewinnen.
Prognose in erlaubter Form: gana Australia.
Spiel 2: Vereinigte Staaten vs Australien
Das zweite Spiel gegen die USA ist der zentrale Belastungstest der Gruppe, weil Australien hier nicht nur gegen einen Gegner, sondern auch gegen einen Rahmen spielt: Stadion, Kulisse, Rhythmus. FĂŒr Australien wird wichtig sein, dass es in der Quali auswĂ€rts sehr selten verloren hat: In der dritten Runde gab es auswĂ€rts keinen einzigen Verlust (Siege in China und Saudi-Arabien, Remis in Indonesien, Japan und Bahrain). Das ist ein starkes Indiz dafĂŒr, dass Australien mit fremden Bedingungen umgehen kann.
Die Warnung steckt in den engen Spielen: Ein einzelner Moment kann reichen â in beide Richtungen. Australien hat selbst knappe Spiele gewonnen (1:0 gegen Japan), aber auch ein knappes Spiel verloren (0:1 gegen Bahrain durch spĂ€tes Eigentor). Gegen die USA wird die Fehlerquote bei Standards und in Schlussphasen besonders relevant sein, weil genau dort Spiele kippen können.
Prognose in erlaubter Form: empate.
Spiel 3: Paraguay vs Australien
Der dritte Spieltag gegen Paraguay kann je nach Tabelle entweder ein Rechenspiel oder ein Endspiel werden. Australien bringt in solchen Partien eine nĂŒtzliche Eigenschaft mit: Es kann Tore schieĂen, ohne dabei die defensive Struktur komplett zu öffnen. Die 2:0 in China und die 2:1 in Saudi-Arabien sind zwei Beispiele dafĂŒr, dass Australien in AuswĂ€rtsspielen Ergebnisse produzieren kann, die nicht nach Zufall aussehen.
Gleichzeitig ist Paraguay in dieser Gruppe der Gegner, bei dem Australien besonders gut darin sein muss, Phasen zu ĂŒberstehen. Und wenn es ein Spiel gibt, in dem Australiens spĂ€tes Zuschlagen (90â gegen Japan) als mentale Blaupause dienen kann, dann ist es dieses: lange im Spiel bleiben, Geduld bewahren, auf den eigenen Moment warten.
Prognose in erlaubter Form: empate.
SchlĂŒssel zur Qualifikation aus Gruppe D
- Die erste Partie nicht âverschenkenâ: Ein Auftaktsieg oder mindestens ein Punkt setzt den Ton fĂŒr die ganze Gruppe.
- Schlussphasen sauber spielen: Australien gewann und verlor in dieser Quali durch spÀte Szenen, das ist kein Randthema.
- AuswÀrtsstabilitÀt als Trumpf: In der dritten Runde blieb Australien auswÀrts ungeschlagen, genau diese Haltung braucht es gegen USA und Paraguay.
- Standards und Details: Eigentore und spÀte Treffer tauchen in den Ergebnissen als echte Spielentscheider auf.
Leitartikel
Australien wirkt in dieser Qualifikation wie eine Mannschaft, die sich nicht in Geschichten verliebt, sondern in Aufgaben. Und das ist im TurnierfuĂball fast schon ein Luxus: keine Notwendigkeit, alles schön zu machen, nur die Pflicht, alles ernst zu nehmen. Wer in zwei Runden zusammen 16 Spiele spielt, dabei nur einmal verliert und in der zweiten Runde nicht ein Gegentor kassiert, der hat einen stabilen Kern â unabhĂ€ngig davon, wie viel Glamour man im Spielaufbau sucht.
Gleichzeitig liegt in dieser NĂŒchternheit auch die Gefahr: Wenn du viele enge Spiele spielst, gewöhnst du dich daran, dass âein Moment reichtâ. Manchmal reicht er zum 1:0 in der 90. Minute, manchmal reicht er zum 0:1 in der 89. Minute. Die Grenze ist dĂŒnn. Und genau deshalb muss Australien im Kopf wach bleiben: Nicht, weil die Gruppe unlösbar wĂ€re, sondern weil ein einziger Blackout ein ganzes Spiel kippen kann.
Der Schluss dieser Chronik darf deshalb nicht pathetisch sein, sondern konkret. Australien hat den bittersten Warnhinweis schon erhalten: am 5. September 2024, beim 0:1 gegen Bahrain, als ein Eigentor in der 89. Minute den Abend drehte. Solche Szenen sind im WM-Modus keine FuĂnote, sie sind Tabellenpunkte. Wer diese Lektion mitnimmt, hat eine echte Chance, dass aus StabilitĂ€t auch eine WM-Geschichte wird, die lĂ€nger dauert als drei Spieltage.