Australien - Grupo D

Australien 🩘 Vom asiatischen Dampfwalzen-Aufsteiger zur Gruppe D – mit dem Duft der Geschichte

Australien 🇩đŸ‡șđŸŠ˜đŸ”„ Vom asiatischen Dampfwalzen-Aufsteiger zur Gruppe D – mit dem Duft der Geschichte

Ein Team, das sich ĂŒber Zahlen erklĂ€rt: Kontrolle ohne Pomp, Punch ohne Pause und ein WM-Gruppenplan mit klaren Aufgaben.

EinfĂŒhrung

Australien betritt diese WM-Geschichte nicht als romantische Außenseiter-Story, sondern als Mannschaft, die ihre Argumente in den Rasen schreibt: mit sauberen Serien, harten Nullnummern, spĂ€ten Nadelstichen und einem Hang zur pragmatischen Dominanz. Es ist ein Weg, der selten laut wirkt, aber oft endgĂŒltig: erst das klare Durchmarschieren, dann das Lernen in engen Spielen, schließlich das gezielte Zuschlagen in Momenten, in denen andere nervös werden.

Wer die Socceroos in dieser Quali begleitet hat, erkennt ein Team, das die Perspektive wechseln kann: vom stĂŒrmischen Überrollen gegen tief stehende Gegner bis zum Geduldsspiel gegen Teams, die Australien den Ball geben, aber die RĂ€ume nicht. Genau dort gewinnt diese Kampagne Kontur. Denn die Zahlen erzĂ€hlen nicht nur von Toren, sondern auch von Reife: Australien kann hoch gewinnen – und kann auch leiden, ohne zu brechen.

In der dritten Runde der AFC-Qualifikation schloss Australien die Gruppe C auf Rang zwei ab: 19 Punkte aus 10 Spielen, mit 16:7 Toren und einer Tordifferenz von +9. Vor ihnen stand Japan mit 23 Punkten und einer beeindruckenden Bilanz, dahinter klaffte eine LĂŒcke: Saudi-Arabien 13, Indonesien 12, China 9, Bahrain 6. Ein Tabellenbild, das Australiens Konstanz in langen Strecken und in unterschiedlichen Spieltypen unterstreicht.

Noch deutlicher war die zweite Runde in Gruppe I: Australien gewann alle sechs Partien, holte 18 Punkte, schoss 22 Tore und kassierte kein einziges. 22:0 – das ist nicht nur ein Resultat, das ist eine Aussage ĂŒber Ernsthaftigkeit, Konzentration und darĂŒber, wie wenig diese Mannschaft bereit ist, Qualifikationsabende zu verschenken.

Drei Momente kippten die ErzĂ€hlung in entscheidende Richtungen. Am 16. November 2023 eröffnete Australien mit einem 7:0 gegen Bangladesch ein Kapitel, das nach „frĂŒh entschieden“ roch, aber dennoch Disziplin verlangte: Souttar traf frĂŒh (4’) und der Abend rollte. Am 15. Oktober 2024 folgte in Saitama ein 1:1 gegen Japan – ein Spiel, das nicht nach Glanz schmeckte, sondern nach Widerstandskraft, inklusive zweier Eigentore, die das Chaos kurzzeitig zur Hauptfigur machten. Und am 5. Juni 2025 gegen Japan, diesmal zuhause, kam der spĂ€te Schnitt: 1:0 durch Behich in der 90. Minute – ein Treffer wie ein Stempel, der sagt: Australien kann warten, und Australien kann zuschlagen.

Das ist der Ton dieser Qualifikation: nicht stÀndig schön, selten panisch, oft effizient. Und genau so geht Australien in eine WM-Gruppe, die zwar bekannt klingt, aber kein Geschenk ist.

Der Weg durch die Qualifikation

Die AFC-Qualifikation zur FIFA World Cup 26 ist eine mehrstufige Reise. Zentral fĂŒr Australiens Geschichte sind die zweite und die dritte Runde: zunĂ€chst eine Gruppenphase mit vier Teams, dann eine grĂ¶ĂŸere Gruppenphase mit sechs Teams. Entscheidend ist: In der dritten Runde qualifizieren sich die Top zwei jeder Gruppe direkt fĂŒr die WM-Endrunde. Australien hat diesen Weg ĂŒber Platz zwei in Gruppe C abgeschlossen – nicht als Sieger, aber als Mannschaft, die ĂŒber zehn Spieltage die Balance hielt und am Ende die Linie ĂŒberquerte.

Zweite Runde: Gruppe I als Machtdemonstration

Australien spielte in Gruppe I eine makellose Serie: sechs Spiele, sechs Siege, 22:0 Tore. Das war keine Qualifikation im Modus „mal sehen, was passiert“, sondern eine kontrollierte Abwicklung. AuffĂ€llig dabei: Selbst in AuswĂ€rtsspielen blieb die Null stehen. In Kuwait gegen PalĂ€stina (0:1), in Daka gegen Bangladesch (0:2) – unterschiedliche Rahmenbedingungen, gleiches ErgebnisgefĂŒhl.

Ein Detail, das mehr sagt als es auf den ersten Blick scheint: Australien brauchte in dieser Phase keine stĂ€ndigen Torfestivals, um ĂŒberlegen zu wirken. Das 1:0 in Kuwait gegen PalĂ€stina am 21. November 2023 ist dafĂŒr sinnbildlich: Souttar traf in der 18. Minute, der Rest war Spielverwaltung. Auf der anderen Seite standen Abende, an denen Australien den Gegner in seine Einzelteile zerlegte, etwa das 5:0 gegen PalĂ€stina am 11. Juni 2024 oder das 5:0 auswĂ€rts gegen den Libanon am 26. MĂ€rz 2024.

Die zweite Runde lieferte auch einen ersten Fingerzeig, wie Australiens Tore fallen können: nicht nur ĂŒber einen einzigen StĂŒrmerlauf. Duke traf dreifach gegen Bangladesch, Maclaren dreifach, Souttar doppelt ĂŒber zwei Spiele hinweg, Goodwin zweimal im Libanon-Spiel und spĂ€ter erneut. Dazu Eigentore des Gegners, Elfmeter, spĂ€te Treffer. Das Profil: Australien kann auf verschiedenen Wegen gefĂ€hrlich werden.

Dritte Runde: Gruppe C als Stresstest

Die dritte Runde war qualitativ eine andere Sportart. Plötzlich waren 0:0 nicht mehr „ein komischer Ausrutscher“, sondern ein legitimer Punkt, der in Tabellenlogik Gold wert sein kann. Australien startete mit einem Schlag in die Magengrube: 0:1 zuhause gegen Bahrain am 5. September 2024 – und das auch noch durch ein Eigentor von Souttar in der 89. Minute. Ein Spiel, das in einem langen Qualifikationsbogen als Warnschild hĂ€ngen bleibt: Du kannst 88 Minuten stabil sein und trotzdem verlieren.

Was danach folgte, war weniger spektakulĂ€r, aber charakterstark: 0:0 in Indonesien, 3:1 gegen China, 1:1 in Japan, 0:0 gegen Saudi-Arabien, 2:2 in Bahrain. In diesen sechs ersten Spieltagen sammelte Australien viele Unentschieden – vier in den ersten sechs Partien. Das ist eine Phase, in der man TabellenplĂ€tze verlieren kann, wenn die Siege fehlen. Australien verlor aber nicht den Kopf, sondern hielt sich im Rennen.

Der zweite Abschnitt der dritten Runde zeigt dann die FĂ€higkeit zur Beschleunigung: 5:1 gegen Indonesien, 2:0 in China, 1:0 gegen Japan und 2:1 in Saudi-Arabien. Das sind vier Spiele mit vier Siegen – und damit der Moment, in dem Australien aus „solide“ wieder „entscheidend“ macht. Besonders wertvoll: die beiden Siege gegen Japan im direkten Duell (1:1 auswĂ€rts, 1:0 zuhause) und der AuswĂ€rtssieg in Saudi-Arabien, der als ReifeprĂŒfung gilt, weil er nach RĂŒckstand gedreht wurde.

Tabellenlesen: Wo Australien stand und warum das reicht

In Gruppe C sammelte Australien 19 Punkte. Japan zog mit 23 davon, aber hinter Australien blieb das Feld auf Distanz: Saudi-Arabien 13, Indonesien 12, China 9, Bahrain 6. Australien hatte am Ende nur eine Niederlage (das Bahrain-Spiel am ersten Spieltag) und kassierte insgesamt 7 Gegentore. Das ist kein „Alles weggeschossen“-Profil, eher ein „Selten geöffnet“-Profil: Viele Spiele laufen so, dass der Gegner lange auf eine große Chance warten muss.

Australiens Tordifferenz +9 (16:7) zeigt außerdem einen Kontrast zur zweiten Runde: Dort war es +22, hier „nur“ +9. Das ist normal, aber auch erklĂ€rend: Australien musste mehr in enge Spiele investieren, hat dafĂŒr gelernt, wie man solche Abende ĂŒbersteht – und wie man sie am Ende doch gewinnt.

Tabelle 1: Alle Spiele Australiens in der Qualifikation aus den vorliegenden Daten

Datum Runde oder Spieltag Gegner Bedingung Ergebnis TorschĂŒtzen Spielort
16. November 2023 Gruppe I Bangladesch Heim 7:0 Souttar 4', Borrello 20', Duke 37', 40', Maclaren 48', 70', 84' Stadion Rectangular, Melbourne
21. November 2023 Gruppe I PalÀstina AuswÀrts 0:1 Souttar 18' Stadion Internacional Jaber Al-Ahmad, Kuwait
21. MĂ€rz 2024 Gruppe I Libanon Heim 2:0 Baccus 5', Rowles 54' Stadion Western Sydney, SĂ­dney
26. MÀrz 2024 Gruppe I Libanon AuswÀrts 0:5 Yengi 2', Jradi 47' a.g., Goodwin 48', 81', Iredale 68' Stadion Canberra, Canberra
6. Juni 2024 Gruppe I Bangladesch AuswÀrts 0:2 Hrustic 29', Yengi 62' Bashundhara Kings Arena, Daca
11. Juni 2024 Gruppe I PalÀstina Heim 5:0 Yengi 5' pen., 41', Taggart 26', Boyle 53', Irankunda 87' pen. Perth Rectangular Stadium, Perth
5. September 2024 Spieltag 1 Gruppe C Bahrain Heim 0-1 Bahrain: Souttar 89' a.g. Robina Stadium, Gold Coast
10. September 2024 Spieltag 2 Gruppe C Indonesien AuswÀrts 0-0 Stadion Gelora Bung Tomo, Surabaya
10. Oktober 2024 Spieltag 3 Gruppe C China Heim 3-1 Miller 45+2', Goodwin 53', Velupillay 90+2'; China: Xie Wenneng 20' Adelaide Oval, Adelaida
15. Oktober 2024 Spieltag 4 Gruppe C Japan AuswÀrts 1-1 Japan: Burgess 76' a.g.; Australien: Taniguchi 58' a.g. Stadion Saitama 2002, Saitama
14. November 2024 Spieltag 5 Gruppe C Saudi-Arabien Heim 0-0 Stadion Rectangular, Melbourne
19. November 2024 Spieltag 6 Gruppe C Bahrain AuswÀrts 2-2 Bahrain: Abduljabbar 75', 77'; Australien: Yengi 1', 90+6' Stadion Nacional, Riffa
20. MĂ€rz 2025 Spieltag 7 Gruppe C Indonesien Heim 5-1 Boyle 18', Velupillay 20', Irvine 34', 90', Miller 61'; Indonesien: Romenij 78' Sydney Football Stadium, SĂ­dney
25. MÀrz 2025 Spieltag 8 Gruppe C China AuswÀrts 0-2 Irvine 16', Velupillay 29' Hangzhou Sports Park, Hangzhou
5. Juni 2025 Spieltag 9 Gruppe C Japan Heim 1-0 Behich 90' Stadion de Perth, Perth
10. Juni 2025 Spieltag 10 Gruppe C Saudi-Arabien AuswÀrts 1-2 Saudi-Arabien: Al-Aboud 19'; Australien: Metcalfe 42', Duke 48' Ciudad Deportiva del Rey Abdalå, Yeda

Tabelle 2: Alle Tabellen aus STANDINGS_TABLE in Reihenfolge der Daten

RĂłtulo: Tabelle 1, Zweite Runde, Gruppe I

Runde Gruppe Pos. Team Pts. PJ G E P GF GC Dif.
Zweite I 1 Australien 18 6 6 0 0 22 0 +22
Zweite I 2 PalÀstina 8 6 2 2 2 6 6 0
Zweite I 3 Libanon 6 6 1 3 2 5 8 -3
Zweite I 4 Bangladesch 1 6 0 1 5 1 20 -19

RĂłtulo: Tabelle 2, Dritte Runde, Gruppe C

Runde Gruppe Pos. Team Pts. PJ G E P GF GC Dif.
Dritte C 1 Japan 23 10 7 2 1 30 3 +27
Dritte C 2 Australien 19 10 5 4 1 16 7 +9
Dritte C 3 Saudi-Arabien 13 10 3 4 3 7 8 -1
Dritte C 4 Indonesien 12 10 3 3 4 9 20 -11
Dritte C 5 China 9 10 3 0 7 7 20 -13
Dritte C 6 Bahrain 6 10 1 3 6 5 16 -11

Zahlen-Segmentierung: Was diese Quali ĂŒber Australien verrĂ€t

Ein nĂŒchterner, aber aussagekrĂ€ftiger Schnitt ĂŒber die dritte Runde: 10 Spiele, nur 1 Niederlage. Australien war schwer zu schlagen, auch wenn die Siegmaschine nicht immer sofort ansprang. Vier Unentschieden bei fĂŒnf Siegen deuten auf eine Mannschaft hin, die Risiko dosiert – und in vielen Spielen lieber nicht verliert, als blind zu gewinnen.

Heim und auswÀrts zeigen ebenfalls ein Muster. Zuhause gab es in der dritten Runde vier Siege (gegen China 3:1, Indonesien 5:1, Japan 1:0) und ein Remis (Saudi-Arabien 0:0) bei einer Niederlage (Bahrain 0:1). AuswÀrts gab es zwei Siege (China 2:0, Saudi-Arabien 2:1) und drei Remis (Indonesien 0:0, Japan 1:1, Bahrain 2:2). Das liest sich wie ein Plan: auswÀrts kontrollieren, zuhause den einen Moment mehr erzeugen.

Und dann sind da die Spiele, die Australien mit „einem Tor“ entscheidet oder fast entscheidet: das 1:0 gegen Japan, das 2:1 in Saudi-Arabien, das 0:1 gegen Bahrain. Drei Partien, drei verschiedene Geschichten, alle knapp. Wer solche Abende ĂŒberlebt, ist in einem WM-Gruppenformat selten fehl am Platz.

Wie sie spielen

Australien spielt in dieser Qualifikation wie eine Mannschaft, die zuerst die StabilitÀt baut und danach die Details nutzt. Das lÀsst sich direkt aus den Gegentoren lesen: In der zweiten Runde null Gegentreffer in sechs Spielen. In der dritten Runde sieben Gegentreffer in zehn Spielen. Das ist keine Garantie, aber es ist ein deutliches Signal: Australien erlaubt nicht viele wilde Spiele, und wenn es sie gibt, sind sie eher die Ausnahme als die Regel.

Gleichzeitig zeigt die Torverteilung der Ergebnisse, dass Australien zwei Gesichter hat. Das eine Gesicht ist das „Wir drehen auf“: 7:0, 5:0, 5:1, 5:0. Das andere Gesicht ist das „Wir lassen dich nicht rein und warten“: 1:0, 2:0, 0:0, 1:1. Diese Spannweite ist wertvoll, weil eine WM-Gruppe selten nur eine Art Spiel anbietet. Mal muss man ein 0:0 aushalten, mal muss man ein Spiel öffnen, ohne Konter zu fressen.

Der Rhythmus der Spiele verrĂ€t zudem etwas ĂŒber Australiens Effizienz. In der dritten Runde fallen wichtige Treffer oft in markanten Momenten: spĂ€te Tore (Behich 90’ gegen Japan, Yengi 90+6’ zum 2:2 in Bahrain), frĂŒhe Tore (Yengi 1’ in Bahrain), und Tore rund um die Halbzeit (Miller 45+2’ gegen China). Das wirkt wie ein Team, das Phasen gut managen kann: Anfang, Ende, Umschaltmomente nach Pausen – dort, wo Spiele kippen.

Auch die Verletzlichkeit lĂ€sst sich ohne Taktik-Mythen beschreiben: Australiens einzige Niederlage in der dritten Runde kam durch ein spĂ€tes Eigentor (89’). Und im 2:2 in Bahrain kassierte Australien zwei Gegentore in kurzer Folge (75’, 77’), ehe es spĂ€t zurĂŒckkam (90+6’). Das deutet auf kurze Konzentrationsdellen hin, nicht auf dauerhafte InstabilitĂ€t. In Turnierlogik ist das wichtig: Ein einziger Wackler kann einen Spieltag kosten, aber wenn man danach wieder Zugriff bekommt, bleibt man im Rennen.

Das Scoring-Profil zeigt außerdem: Australien hĂ€ngt nicht an einem einzigen Namen. In den vorliegenden Spielen treffen unter anderem: Boyle, Velupillay, Irvine (zweimal gegen Indonesien, dazu in China), Miller, Metcalfe, Duke, Goodwin, Hrustic, Yengi. Dazu kommen Elfmeter und Eigentore. Das ist eine Bandbreite, die Gegner in der Vorbereitung nervt, weil sie nicht nur „den einen“ ausschalten mĂŒssen. Und es ist auch ein Hinweis darauf, dass Australien Tore aus verschiedenen Zonen und Spielmomenten findet – zumindest so weit, wie es die Resultate und TorschĂŒtzenliste hergeben.

Kurz: Australien wirkt wie eine Auswahl, die ĂŒber Ordnung und Konsequenz kommt, die aber auch das Messer fĂŒr den Schnitt in der Tasche hat. Manchmal erst spĂ€t, manchmal ganz frĂŒh.

Die Gruppe bei der WM

Australien spielt in Gruppe D drei Partien. Zwei Gegner stehen namentlich fest: die USA und Paraguay. Der dritte Gegner ist „D4“, ein Code, der ersetzt werden muss: Gemeint ist ein Team, das sich noch qualifizieren muss.

In der erlaubten, klaren Form lautet das so: Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta C: Eslovaquia, Kosovo, TurquĂ­a o Rumania.

Damit ist der Rahmen sauber: Australien trifft auf einen Gastgeber-Topfaktor USA, auf Paraguay als sĂŒdamerikanischen PrĂŒfstein, und auf einen europĂ€ischen Gegner aus einem Play-off-Pfad. Drei Spiele, drei unterschiedliche Aufgabenstellungen – und eine Gruppe, in der Punkteverwaltung genauso wichtig ist wie Mut.

Spielplan: Australiens drei Gruppenspiele

Datum Stadion Stadt Gegner
13. Juni 2026 Stadion BC Place Vancouver Rival por definirse, saldrĂĄ del play-off UEFA Ruta C: Eslovaquia, Kosovo, TurquĂ­a o Rumania.
19. Juni 2026 Lumen Field Seattle Vereinigte Staaten
25. Juni 2026 Levi's Stadium San Francisco Paraguay

Spiel 1: Australien vs Rival por definirse aus UEFA-Play-off Route C

Der Auftakt ist oft weniger ein Fußballspiel als ein psychologisches Ereignis. FĂŒr Australien spricht, dass die Mannschaft in der Quali mehrfach gezeigt hat, wie sie Partien „ohne Drama“ abwickeln kann: 2:0, 2:0, 1:0 – Ergebnisse, die nicht nach Spektakel riechen, aber nach Kontrolle. Genau das ist in einem ersten Gruppenspiel hĂ€ufig der schnellste Weg zu StabilitĂ€t.

Da der Gegner aus einem offenen europĂ€ischen Play-off-Pfad kommt, ist die sichere Herangehensweise im Text klar: Australien muss seine eigene Ordnung aufs Feld bringen, das Spiel nicht frĂŒh durch Ballverluste öffnen und im letzten Drittel geduldig bleiben. Der spĂ€te Siegtreffer gegen Japan (90’) zeigt, dass Australien nicht zwingend frĂŒh treffen muss, um ein Spiel zu gewinnen.

Prognose in erlaubter Form: gana Australia.

Spiel 2: Vereinigte Staaten vs Australien

Das zweite Spiel gegen die USA ist der zentrale Belastungstest der Gruppe, weil Australien hier nicht nur gegen einen Gegner, sondern auch gegen einen Rahmen spielt: Stadion, Kulisse, Rhythmus. FĂŒr Australien wird wichtig sein, dass es in der Quali auswĂ€rts sehr selten verloren hat: In der dritten Runde gab es auswĂ€rts keinen einzigen Verlust (Siege in China und Saudi-Arabien, Remis in Indonesien, Japan und Bahrain). Das ist ein starkes Indiz dafĂŒr, dass Australien mit fremden Bedingungen umgehen kann.

Die Warnung steckt in den engen Spielen: Ein einzelner Moment kann reichen – in beide Richtungen. Australien hat selbst knappe Spiele gewonnen (1:0 gegen Japan), aber auch ein knappes Spiel verloren (0:1 gegen Bahrain durch spĂ€tes Eigentor). Gegen die USA wird die Fehlerquote bei Standards und in Schlussphasen besonders relevant sein, weil genau dort Spiele kippen können.

Prognose in erlaubter Form: empate.

Spiel 3: Paraguay vs Australien

Der dritte Spieltag gegen Paraguay kann je nach Tabelle entweder ein Rechenspiel oder ein Endspiel werden. Australien bringt in solchen Partien eine nĂŒtzliche Eigenschaft mit: Es kann Tore schießen, ohne dabei die defensive Struktur komplett zu öffnen. Die 2:0 in China und die 2:1 in Saudi-Arabien sind zwei Beispiele dafĂŒr, dass Australien in AuswĂ€rtsspielen Ergebnisse produzieren kann, die nicht nach Zufall aussehen.

Gleichzeitig ist Paraguay in dieser Gruppe der Gegner, bei dem Australien besonders gut darin sein muss, Phasen zu ĂŒberstehen. Und wenn es ein Spiel gibt, in dem Australiens spĂ€tes Zuschlagen (90’ gegen Japan) als mentale Blaupause dienen kann, dann ist es dieses: lange im Spiel bleiben, Geduld bewahren, auf den eigenen Moment warten.

Prognose in erlaubter Form: empate.

SchlĂŒssel zur Qualifikation aus Gruppe D

  • Die erste Partie nicht „verschenken“: Ein Auftaktsieg oder mindestens ein Punkt setzt den Ton fĂŒr die ganze Gruppe.
  • Schlussphasen sauber spielen: Australien gewann und verlor in dieser Quali durch spĂ€te Szenen, das ist kein Randthema.
  • AuswĂ€rtsstabilitĂ€t als Trumpf: In der dritten Runde blieb Australien auswĂ€rts ungeschlagen, genau diese Haltung braucht es gegen USA und Paraguay.
  • Standards und Details: Eigentore und spĂ€te Treffer tauchen in den Ergebnissen als echte Spielentscheider auf.

Leitartikel

Australien wirkt in dieser Qualifikation wie eine Mannschaft, die sich nicht in Geschichten verliebt, sondern in Aufgaben. Und das ist im Turnierfußball fast schon ein Luxus: keine Notwendigkeit, alles schön zu machen, nur die Pflicht, alles ernst zu nehmen. Wer in zwei Runden zusammen 16 Spiele spielt, dabei nur einmal verliert und in der zweiten Runde nicht ein Gegentor kassiert, der hat einen stabilen Kern – unabhĂ€ngig davon, wie viel Glamour man im Spielaufbau sucht.

Gleichzeitig liegt in dieser NĂŒchternheit auch die Gefahr: Wenn du viele enge Spiele spielst, gewöhnst du dich daran, dass „ein Moment reicht“. Manchmal reicht er zum 1:0 in der 90. Minute, manchmal reicht er zum 0:1 in der 89. Minute. Die Grenze ist dĂŒnn. Und genau deshalb muss Australien im Kopf wach bleiben: Nicht, weil die Gruppe unlösbar wĂ€re, sondern weil ein einziger Blackout ein ganzes Spiel kippen kann.

Der Schluss dieser Chronik darf deshalb nicht pathetisch sein, sondern konkret. Australien hat den bittersten Warnhinweis schon erhalten: am 5. September 2024, beim 0:1 gegen Bahrain, als ein Eigentor in der 89. Minute den Abend drehte. Solche Szenen sind im WM-Modus keine Fußnote, sie sind Tabellenpunkte. Wer diese Lektion mitnimmt, hat eine echte Chance, dass aus StabilitĂ€t auch eine WM-Geschichte wird, die lĂ€nger dauert als drei Spieltage.